Als erster Beschlaghersteller hat Roto sein komplettes Produktportfolio für Aluminium-Drehkippfenster mit Euronut nach dem Cradle to Cradle Certified-Standard zertifizieren lassen. Aluminiumfensterhersteller profitieren so von einem vereinfachten Zugang zu geprüften Produktinformationen, die Ausschreibungen und Gebäudezertifizierungen vereinfachen.

Die an den Standorten Velbert (Deutschland), Lövő (Ungarn) und Tianjin (China) gefertigten Beschlagprogramme Roto AL und Roto AL Designo erhielten die Zertifizierung C2C Certified Full Scope Bronze gemäß Version 4.1. Geprüft und zertifiziert wurden auch die verdeckten Bandseiten Designo STS und Designo STS 180°, die Roto zuletzt in den Markt eingeführt hat.
Fünf Kategorien, ein Entwicklungsrahmen
Der Zusatz "Full Scope" verweist darauf, dass sämtliche zertifizierten Produkte in allen fünf wissenschaftsbasierten Bewertungskategorien mindestens die Anforderungen des genannten Standards erfüllen. Geprüft hat das Cradle to Cradle Products Innovation Institute (C2CPII) mit Sitz in San Francisco und Amsterdam – eine im Jahr 2010 gegründete und seit 2012 als unabhängige Prüfungsstelle und Lizenzgeber tätige Organisation – die Bereiche Materialgesundheit, Produktzirkularität, Clean Air & Climate Protection, Wasser- und Bodenmanagement sowie soziale Fairness.
"Ein Produktprogramm, das Full Scope zertifiziert wird, steckt damit einen Entwicklungsrahmen für das gesamte Unternehmen", erläutert Daniel Zähringer, Leiter Nachhaltigkeit bei Roto Frank Fenster- und Türtechnologie. Die Gültigkeit eines C2C Certified Zertifikats betrage lediglich drei Jahre. Für die Rezertifizierung sei es erforderlich nachzuweisen, dass in mindestens einer der fünf Kategorien eine messbare Verbesserung erzielt wurde – es gelte das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. "Roto arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung von Materialgesundheit, Kreislauffähigkeit und Lieferkettentransparenz. Den Fortschritt bewerten wir künftig unter anderem nach dem Cradle to Cradle Certified Standard", sagt Zähringer.
Praktische Vorteile für Aluminiumfensterhersteller
Was für Roto ein Entwicklungsrahmen sei, schaffe für Aluminiumfensterhersteller vor allem praktische Vorteile im Tagesgeschäft. Daten zu den Beschlägen, die bislang aufwendig zusammengetragen werden mussten, liegen bereits bewertet und strukturiert vor. Bei Ausschreibungen, Gebäudezertifizierungen oder Nachhaltigkeitsbewertungen greifen Verarbeiter auf geprüfte Produktinformationen zurück – das reduziere den Aufwand und beschleunige Prozesse. Zudem steige die Planungssicherheit, weil Roto als wesentlicher Systempartner seine Produkte entlang eines etablierten, unabhängigen Standards weiterentwickle.
"Unsere Kunden kaufen nicht in erster Linie Nachhaltigkeit. Sie kaufen Zuverlässigkeit, Planungssicherheit und den einfachen Zugang zu belastbaren Produktinformationen", sagt Zähringer. Wer frühzeitig mit zertifizierten Bauteilen arbeite, verschaffe sich ein Argument im Wettbewerb um Projekte mit hohen Anforderungen an Transparenz und zukunftsorientierte Materialstrategien.
Wettbewerbsvorteil bei Gebäudezertifizierungen
Matthias Nagat, Leiter Vertrieb und Produktmanagement Aluvision der Roto Frank Fenster- und Türtechnologie, betont den konkreten Nutzen für die Produkt- und Projektarbeit im Metallbau: "Roto bietet als erster Beschlaghersteller die volle Unterstützung. Ein C2C Certified Fenstersystem ist ein echter Wettbewerbsvorteil bei allen Projekten, in denen eine Gebäudezertifizierung nach DGNB, LEED oder BREEAM geplant ist, was heute international für sehr viele Investorenprojekte gilt." Die Entwicklung im Markt deute klar darauf hin, dass C2C-Bewertungen für Bauprodukte an Bedeutung gewinnen. Roto habe die Zertifizierung zunächst auf Beschlagtechnik für Aluminiumfensterhersteller konzentriert, weil von diesen bereits eine hohe Nachfrage nach zertifizierten Produkten ausgehe.
Gebäude, die eine Zertifizierung nach LEED, BREEAM oder DGNB erhalten, erzielen dem Hersteller zufolge eine höhere Marktakzeptanz bei Mietern und Immobilienfonds, bessere Finanzierungschancen und sind langfristig regulatorisch sicherer. Bauherren, Investoren und Auditoren fragen deshalb zunehmend nach Bauprodukten, deren Materialien, Herstellprozesse und Rückführungswege transparent und damit einfach zu bewerten sind.
Kreislauffähigkeit als Designprinzip
Hinter dem C2C-Konzept steht die Idee, alle Materialien als Wertstoffe zu betrachten. Gebrauchsgüter wie Beschläge und Fenster sollen sich am Ende ihrer Nutzungsdauer zerlegen und ohne Downcycling für die Herstellung eines Produkts in gleicher Qualität wiederverwerten lassen. Die Prüfung umfasst deshalb auch, ob die verwendeten Materialien unschädlich und sicher für Mensch und Umwelt sind. Darüber hinaus fließt in die Bewertung ein, ob bei der Herstellung möglichst Energie aus regenerativen Quellen zum Einsatz kommt und ob der Umgang mit wichtigen Ressourcen wie Wasser und gesunden Böden verantwortungsbewusst erfolgt. Auch der faire Umgang mit Menschen in der Lieferkette ist Bestandteil der Zertifizierung.
Eine vollständige Liste aller C2C Certified Produkte von Roto stellt das Unternehmen auf seiner Website zum Download bereit.