Ein neuer Prozess zur Lamination von Gläsern ermöglicht bei entsprechenden Glasdicken Taktzeiten von weniger als zehn Minuten. Robert Gaiser, Vertriebsleiter Photovoltaik bei dem Maschinenhersteller Robert Bürkle in Freudenstadt, erläutert die Technologie.

Man nehme zwei 3,2 Millimeter dicke Glasscheiben, packe eine Folie dazwischen, erhitze das Glaspaket je zehn Minuten lang in zwei Flachpressen, schicke es dann noch zehn Minuten in die Kühlpresse – und fertig ist das Verbundglas. Mit Inline Flat Lamination (IFL) hat Maschinenhersteller Robert Bürkle einen neuen Prozess zur Lamination von Gläsern entwickelt – mit besonders kurzen Taktzeiten.
Hohe Produktqualität
"Die große Resonanz auf der glasstec hat gezeigt, dass Firmen bei der Glaslamination nach Alternativen zu den herkömmlichen Prozessen suchen", sagt Robert Gaiser, Vertriebsleiter Photovoltaik, im Gespräch mit GFF. Im Vergleich zu Laminationsprozessen mit Autoklaven oder Membranlaminatoren zeichnet sich der Bürkle IFL-Prozess nach seinen Angaben sowohl durch kurze Taktzeiten als auch durch die hohe Laminierqualität infolge symmetrischer Erhitzung des Glasverbunds aus – sowie durch weitere Vorteile wie die Möglichkeit zur Linienintegration der Maschinen (Inline-Prozess), die Flexibilität hinsichtlich verschiedener Glasaufbauten, kurze Rüstzeiten bei Produktwechseln oder die Möglichkeit der Lamination mit niedrigen Drücken.
Taktzeiten verkürzen
Der Bürkle IFL-Prozess ist ein mehrstufiger Laminierprozess, der im ersten Schritt eine beidseitig beheizte Vakuum-Flachpresse nutzt. Im zweiten Schritt kommt eine Flachpresse zum Einsatz, durch die ebenfalls Wärme von oben und unten in das Produkt eingebracht wird. Eine Flachpresse mit gekühlten Pressplatten kühlt im Anschluss die Verbundgläser ab. Laut Gaiser ist die komplette Lamination auch nur im ersten Schritt möglich, der Einsatz der zweiten Presse bringe aber Geschwindigkeitsvorteile, insbesondere bei dickeren Glasaufbauten. "Durch die Aufteilung des Laminationsprozesses in zwei Schritte lässt sich die Taktzeit halbieren", sagt Gaiser. Im ersten Schritt werde dann der Vorverbund hergestellt, im zweiten der Endverbund. Der Einsatz der Kühlpresse zur kontrollierten Abkühlung des Glasverbunds ist ebenfalls optional. Bestimmte Folientypen oder Glasaufbauten können diesen Schritt laut Gaiser aber erforderlich machen.
Anfang März lud Bürkle zum Lamination Day – zur offiziellen Produktpräsentation der Anlage e.a.sy-lam IFL. Den Vorort-Bericht lesen Sie in der aktuellen GFF-Aprilausgabe.