Eine neue Generation von Versiegelungsanlagen verfügt über ein selbstregulierendes Dosiersystem. So soll weniger Schmutz entstehen, dazu will der Hersteller die Qualitätder Eckenversiegelung mit der neuen Anlage verbessern.
Lisec hat die Versiegelungsanlagen der VFL-Baureihe überarbeitet. Bei der Entwicklung von CleanSeal lag der Fokus auf der Verbesserung der Gesamtqualität des Endprodukts. Ein wesentlicher Faktor in diesem Zusammenhang ist der Umfang der sog. Materialverschleppung, die entsteht. Bei herkömmlichen Anlagen wird manchmal, je nach der Erfahrung und dem Fingerspitzengefühl des Bedieners, zu viel Material im Eckenbereich aufgetragen. Das setzt sich auf Isolierglaselementen als Verschmutzung ab und verunreinigt außerdem die Anlage. Um dem entgegenzuwirken, entwickelte Lisec ein dynamisches, selbstregulierendes sowie servogesteuertes Dosiersystem.
„Statt eine Anlage zu konzipieren, die schmutzresistenter ist, haben wir eine Lösung entwickelt, die dafür sorgt, dass weniger Schmutz entsteht“, erklärt Alexander Kronsteiner, Leiter Produktmanagement bei Lisec. Das neue Dosiersystem erkennt Temperaturschwankungen und Änderungen bei der Viskosität, verursacht u.a. durch unterschiedliche Chargen und Stillstandzeiten, und justiert sich selbst. Dadurch entfalle das manuelle Nachjustieren bei Anpassungen. Die neue stationäre Dosierung ermöglicht laut Lisec eine exakte Dosierung ohne Materialschlupf über einen großen Materialdurchflussbereich (bis 1:10). „Insgesamt haben wir damit die Regelqualität um das Zehnfache verbessert“, erläutert PM-Chef Kronsteiner.
Einen weiteren Schritt in Richtung weniger Verschmutzung erreichten die Entwickler durch eine optimierte Zentrierung (Positionierung) der Glasscheiben, was darüber hinaus zu erheblich weniger Glasbruch führe.
Die perfekte Eckenversiegelung
Das CleanSeal-Konzept beinhaltet zudem die Überarbeitung der Abrollvorrichtung für eine optimale Materialverteilung im Eckenbereich. „Hatte die bisher vor allem die Funktion, die Ecken zu korrigieren, ist sie damit nun zu einem Ecken-Fertigsteller avanciert“, sagt Kronsteiner. Das Gesamtsystem ist laut Lisec so ausgeklügelt, dass ein Bediener alle Arbeitsschritte erledigt. Gerade das so genannte Abtupfen der Ecken entfalle fast vollständig. Die Lisec-Ingenieure haben die Benutzerführung verbessert und einfachere Einstellabläufe wie die Selbstkalibrierung der Tiefenabtastung bei Düsen- und Materialwechsel oder auch den automatischen Spül- sowie Mischvorgang via Druckverlaufsmessung aufgesetzt. Die Anzahl der Parameter hat sich reduziert, der Rezeptbaum ist kleiner geworden – was die Bedienung vereinfache und zu kürzeren Rechenzeiten führe. „Sämtliche Optimierungsmaßnahmen bewirken, dass kürzere Taktzeiten möglich sind. Bei Dreifach-Elementen von 1.200 auf 800 Millimeter beträgt die Taktzeit damit 33 Sekunden“, erklärt Kronsteiner.
Die pneumatische Kuppelvorrichtung zwischen Anlage und Materialleitung ist ergonomisch und stellt zudem einen einfacheren Materialwechsel sicher. Für die Dosierung kommt ein servo-gesteuertes Drosselventil zum Einsatz. Die Anlage trägt so lange wie möglich mit offenen Reglern Versiegelungsmaterial auf: Der Auftrag ist über einen offenen Durchfluss optimiert und gesteuert, nur im Eckenbereich drosselt das System die Zufuhr. Anstelle eines dynamischen Mischers senkt eine verkürzte Mischstrecke den Materialverbrauch bei Spülvorgängen.