Die Branche verliert ihre nächste prägende Figur Sieberath – vom Spatenstich auf die eigene Verabschiedung

Zum Jahresende tritt Prof. Ulrich Sieberath nach 16 Jahren an der Spitze des Instituts für Fenstertechnik (ift) Rosenheim in den Ruhestand. Damit geht auch eine Ära zu Ende.

"Ruhestand 2019 – für dieses Shirt habe ich lange gearbeitet": Ulrich Tschorn (re.) überreicht sein ganz besonderes Präsent dem scheidenden ift-Chef Prof. Ulrich Sieberath. - © Kober

"Ruhestand 2019 – für dieses Shirt habe ich lange gearbeitet", so steht es auf dem tragbaren Textil, das Namensvetter Ulrich Tschorn, selbst vor wenigen Monaten an der Spitze des Verbands Fenster + Fassade verabschiedet, Prof. Ulrich Sieberath, 16 Jahre lang Leiter des Instituts für Fenstertechnik (ift) und dessen Geschäftsführer, bei einer Feierstunde im großen Saal während der Rosenheimer Fenstertage überreicht. Und dabei eint beide Ulrichs, dass man genau den Eindruck bei ihnen nie hatte: Dass sie ihren Ruhestand herbeisehnen, ja sich schon lange vorher darauf vorbereiten würden. Gäbe es nicht Gegenbeispiele, könnte man sagen: Das war einfach nicht die Generation. Wie auch immer, für die Branche ist das eine Zeitenwende, da kann man auch die Riege der langjährigen Präsidenten Bernhard Helbing – heute im Laudatorengeschäft unterwegs – und Thomas Dreisbusch mit dazunehmen.

Gruß an die Politik

Es wird spannend sein zu sehen, wie immer, was folgt. Denn natürlich haben es die Angesprochenen alle verstanden, Profit für das eigene Klientel aus einem etablierten Interessenausgleich zu ziehen. Und vielleicht waren die Ergebnisse nicht ausnahmslos für alle in der Branche gut. Schaut man sich indes an, welche Bedeutungsentwicklung die Bauteile Glas und Fenster in ihrer Ägide verzeichnen, so darf man doch auch einmal sagen: Chapeau. Oskar Anders (Vorstandsvorsitzender ift), Bernd Löffel (Vorstandsmitglied ift), Prof. Dr. Peter Niedermaier (Vizepräsident Hochschule RO) und Prof. Christian Niemöller, der Verbandsjustitiar des VFF, rahmen den scheidenden Institutsleiter beim von Journalistin Silke Koppers moderierten Abschiedstalk auf der Bühne sinnbildlich ein, die Politik im Auditorium wird jovial gegrüßt.

Spatenstich, Abschiedsrunde

Wenige Stunden vorher hatte der gelernte Schreiner und studierte Holztechniker routiniert den Spatenstich zum neuen ift-Labor für Bauakustik und Fassadenprüfung absolviert. Im lockeren GFF-Gespräch zum Goodbye sagt Sieberath, bisher kaum Gelegenheit gehabt zu haben, groß Gedanken an den Ruhestand zu verschwenden. Der andere Uli, Tschorn, lädt ihn schon mal zum gemeinsamen Segeltörn mit dem noch aktiven Juristen Niemöller ein. Schließlich – und ob was anderes besser funktioniert, muss sich erst noch zeigen – saßen sie schon immer irgendwie in einem Boot.

GFF veröffentlichte in seiner Novemberausgabe neben ausführlichen Berichten über die Rosenheimer Fenstertage und die PfB-Bauelementetage einen Beitrag, in dem Prof. Ulrich Sieberath selbst auf wichtige Stationen seiner Laufbahn zurückblickt – danke für die Zusammenarbeit!