Für Sir Norman Fosters Gurken hat er nicht viel übrig, wichtiger als sich selbst ein Denkmal zu setzen, ist es Prof. Hans Nickl und seiner Frau Prof. Christine Nickl-Weller, für die Nutzer optimale Bedingungen zu schaffen, zumal wenn es ihnen nicht gut geht. Ein Münchner Architekturbüro feiert 40-jähriges Bestehen.

Angefangen hat nicht alles, aber vieles 1998 mit dem Bau des Kreiskrankenhauses Agatharied im oberbayerischen Miesbach. Da existierte Nickl & Partner Architekten zwar bereits fast 20 Jahre, doch begann sich mit besagtem Objekt die Idee der "heilenden Umgebung" herauszubilden, wie Hans Nickl GFF-Online sagt. Die Einrichtung – 400 somatische Betten, 100 Betten der Psychiatrie – ist wie eine Stadt gebaut, sieben Pavillons gliedern sich in einen Behandlungstrakt, vier pavillonartige Bettenhäuser, die Psychiatrie. Das Münchner Büro, heute mit Standorten in Berlin, Zürich, Jakarta und Peking auf 180 Beschäftigte angewachsen und erweitert um eine eigene Stiftung für nachhaltiges Bauen, achtet auf die natürliche Belichtung der möglichst kurzen Wege vom Pflegenden zum Patienten, die Orientierung der Menschen im vorübergehend genutzten Raum und die Zugänglichkeit der Grünflächen.
Konkurrenz belebt das Geschäft
Der Gründer schreibt es im Interview mit diesem Medium dem wachsenden Konkurrenzdruck zwischen den medizinischen Einrichtungen zu, dass heute, 20 Jahre später, das Wohlbefinden der Nutzer im Gebäude im Gesundheitssektor einen anderen, ungleich höheren Stellenwert hat und vom Auftraggeber konsequent evaluiert werde; die Ergebnisse würden an die Gestalter und die angehängte Forschung zurückgespielt. Obschon das Büro selbst den Stein maßgeblich mit ins Rollen gebracht habe, werde es daher weiter engen Kontakt zu Forschung und Lehre halten, Hans Nickl und seine Frau, Prof. Christine Nickl-Weller, haben die Beschäftigung mit dem Ansatz einer heilenden Umgebung durch zahlreiche Standardveröffentlichungen ("Healing Architecture") entscheidend geprägt.
Damals die Ausnahme, heute Standard
Seither ist viel passiert, zum 40-jährigen Bestehen verkündet Nickl-Weller, der ihr Mann beim großen Fest im Münchner Kohlebunker am Zenith-Gelände die Bühne überlässt, beide hätten zu dieser Zäsur die Mitbestimmung im Büro um ein Dutzend Mitarbeiter erweitert; darunter sind die Söhne Magnus und Hieronimus – beide ebenfalls erfolgreiche Architekten bei Nickl & Partner. Nach welchen Kriterien das Büro arbeitet und was es mit einer menschenfreundlichen Gebäudestruktur auf sich hat, zeigt das gerade in der Realisierung befindliche Projekt der Haunerschen Kinderklinik in München.
GFF berichtet in seiner Novemberausgabe über das 40. Jubiläum von Nickl & Partner Architekten, unser Heft erscheint am 8.11.19.