Produktpiraterie Plagiarius wird 50: Negativpreis sucht dreiste Fälle

Der Negativpreis Plagiarius feiert Jubiläum und startet in die 50. Runde. Unternehmen können bis Ende Oktober wieder besonders dreiste Plagiatsfälle einreichen.

Plagiatsfall aus dem Jahr 2010: links der Original-Glasschneider von Bohle, rechts das Plagiat. - © Aktion Plagiarius

Die Aktion Plagiarius schreibt zum 50. Mal ihren Negativpreis für Hersteller und Händler dreister Plagiate und Fälschungen aus. Unternehmer, Designer und Erfinder können ihre Originalprodukte sowie vermeintliche Nachahmungen bis zum 31. Oktober 2025 einreichen.

Der Wettbewerb rückt den Angaben zufolge die skrupellosen Geschäftsmethoden von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein. Das Ziel sei es, Industrie, Politik und Verbraucher für die Schäden und Risiken zu sensibilisieren, die durch Produktpiraterie entstehen.

Schwarzer Zwerg als Symbol für Profitgier

Die Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften. Seit dem Jahr 1977 motiviert die Aktion Unternehmer und Erfinder dazu, ihr geistiges Eigentum zu schützen. Gleichzeitig soll sie beim Verbraucher die Wertschätzung für kreative Leistungen steigern.

Die Kernbotschaft des Plagiarius lautet: "Fälschungen bedeuten Job- und Umsatzverluste, Sicherheitsrisiken und Stillstand – das Original steht für Vielfalt und Zukunft."

Abschreckende Wirkung durch Öffentlichkeit

Bevor eine jährlich wechselnde Experten-Jury aus allen Einsendungen die Preisträger wählt, weist die Aktion Plagiarius die vermeintlichen Plagiatoren schriftlich auf ihre Nominierung hin. Sie erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Der Negativpreis Plagiarius wird jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen verliehen. - © Aktion Plagiarius

Die große Medienreichweite und der hohe Bekanntheitsgrad des Plagiarius haben nach Angaben der Veranstalter über die Jahre hinweg regelmäßig eine abschreckende Wirkung gezeigt. Die Angst vor öffentlicher Blamage habe schon zahlreiche Plagiatoren dazu gebracht, eine Einigung mit dem Originalhersteller zu suchen. Beispielsweise nahmen sie Restbestände vom Markt, unterschrieben Unterlassungserklärungen oder gaben Lieferanten preis.

Preisverleihung auf der Ambiente

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Frankfurter Messe Ambiente statt. Während der Ambiente vom 6. bis zum 10. Februar 2026 stellt die Aktion alle eingereichten Originale und Plagiate an prominenter Stelle aus. Anschließend präsentiert sie die Preisträger-Produkte im Museum Plagiarius in Solingen sowie online und bei Plagiarius-Ausstellungen einem breiten Publikum.

Zum Wettbewerb einzureichen sind das Originalprodukt und das vermeintliche Plagiat jeweils inklusive Verpackung, das ausgefüllte und unterschriebene Anmeldeformular, Korrespondenz mit dem Plagiator sowie Kopien von eingetragenen gewerblichen Schutzrechten. Das Anmeldeformular steht unter www.plagiarius.com in der Rubrik Wettbewerb zum Download bereit.