165. Firmenjubiläum Peter Stahl: "Bei uns wird jedes Fenster selbst produziert."

Fensterbau Stahl in Schwäbisch Gmünd feiert in diesem Jahr die Firmengründung vor 165 Jahren. Der Betrieb hat in eine Lackieranlage investiert und setzt auch künftig auf Holzfenster aus eigener Herstellung.

Führen den Betrieb in fünfter Familiengeneration: Peter und Sabine Stahl. - © Thomas Zehnder

Peter Stahl schmunzelt, wenn er auf seine eigenen Anfänge zurückblickt: "Ich war gerade mal Anfang 20, als unser Vater mich in das kalte Wasser der Geschäftsleitung bei Fensterbau Stahl geworfen hat. Bis heute bin ich froh darüber, dass er mir dieses Vertrauen geschenkt hat."

Er führt den Betrieb seit 20 Jahren. "In unserer Branche hat der Wandel in den frühen 2000er Jahren eingesetzt. Wir haben die Jahre genutzt, um uns durch Modernisierung und Automatisierung bestens aufzustellen."

Lackieranlage in neuer Halle aufgestellt

2024 blickt das Unternehmen auf 165 Jahre Firmengeschichte zurück. Jüngst kaufte Peter Stahl eine nahe Fabrikhalle hinzu und integrierte dort eine Lackieranlage für Holzfensterrahmen. So bleibt es auch in Zukunft gewährleistet, dass Fensterbau Stahl in Schwäbisch Gmünd-Bettringen produziert.

"Die Modernisierungen waren sehr wichtig in den letzten Jahren und Jahrzehnten, keine Frage", sagt Peter Stahl. Doch sie hätten nur deshalb Sinn ergeben, weil er auf ein tolles Team an Mitarbeitern setzen kann. Schwester Sabine Stahl ist in dem Familienbetrieb für die Verwaltung zuständig.

Fachkräftesuche bleibt eine Herausforderung

Beide sind sich einig: "Wir könnten dringend, aber das ist ja heute im Handwerk nichts Außergewöhnliches, weitere Mitarbeiter brauchen. Ebenso schreiben wir Jahr für Jahr eine Stelle zur Ausbildung im Fensterbau aus. Auch da wären wir glücklich, den Nachwuchs im eigenen Unternehmen heranziehen zu können."

Die Konkurrenz mit den Ausbildungsstellen in der Industrie sei groß, doch aufgeben will Peter Stahl in Bezug auf einen weiteren Azubi keinesfalls. "Auch die neue Lackieranlage ist sicherlich ein beeindruckendes Argument, um junge Menschen von unserem modernen Beruf überzeugen zu können."

Im Moment entfällt der Großteil der Firmenaufträge auf den Bereich der energetischen Sanierungen, sowohl bei Firmen als auch bei der öffentlichen Hand oder in Privathäusern.

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    Heute umfasst das Team knapp 20 Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin. "Wir könnten immer weitere Unterstützung brauchen." Sein Ziel für die kommenden Jahre: Peter Stahl will jungen Menschen zeigen, wie modern und zukunftsweisend das Handwerk ist. Vor allem auch im Fensterbau. "Wir wollen und werden weiter ausbilden. Für den Standort Schwäbisch Gmünd und damit auch für Deutschland."
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    Vorarbeiten für das Lackieren der Fenster. Rechts die neue Lackieranlage von Finiture.
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    Blick in die Werkstatt von Fensterbau Stahl.
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Herstellung und Montage aus einer Hand

Die Auftragslage sei stabil gut. Auch dabei hätten sich die Nachrüstungen in Sachen Automatisierungen ausgezahlt. "Die meisten anderen in unserer Branche sind heute nur noch reine Vertriebsfirmen. Die Ware wird aus dem Ausland bezogen. Bei uns wird dagegen jedes Fenster selbst produziert, lackiert und montiert."

Peter Stahls Sohn Gustav soll eines Tages die Firma übernehmen, dann bereits in sechster Generation. "Handwerk ist topmodern. Neueste Technik kommt in allen Bereichen zum Einsatz – das steigert Qualität und Möglichkeiten sowie die Arbeitsgeschwindigkeit enorm", resümiert Peter Stahl.