Das internationale Fensternetzwerk (IFN) schärft Portfolio, Strategie und Strukturen und bereitet sich umfassend auf die weitere Expansion vor. Zahlen, Daten und Fakten präsentierte der Markenverbund heute auf einer Pressekonferenz.

Die IFN-Holding, zu der u.a. Internorm, Topic, Schlotterer und Neuffer (fensterversand.com) gehören, hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 799 Millionen Euro erwirtschaftet. Bereinigt um Portfolioänderungen entspricht das nach Unternehmensangaben einem Wachstum von zwei Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um acht Prozent auf 24 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 61 Prozent, die Nettoliquidität bei zirka 110 Millionen Euro. Damit sieht sich der Markenverbund mit Sitz in Österreich finanziell für weitere Expansionsschritte gerüstet.
Stabilisierungssignale in einem schwachen Markt
Die schwache Neubautätigkeit bleibt nach Einschätzung der IFN-Holding die zentrale Belastung der Branche. Besonders Deutschland und Österreich liegen deutlich unter früheren Fertigstellungszahlen. IFN verweist auf Daten von Euroconstruct und dem ifo Institut: Bis zum Jahr 2028 sollen europaweit wieder zirka 1,66 Millionen Wohnungen fertiggestellt werden, nach 1,44 Millionen im Jahr 2025. Wachstumsimpulse kommen derzeit vor allem aus Spanien und Irland. In Deutschland rechnen die Marktforscher zwischen den Jahren 2024 und 2028 mit einem Rückgang der Wohnungsfertigstellungen um zirka 15 Prozent.
„Wir sehen erste positive Signale im Markt, allerdings mit sehr großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Genau deshalb ist unsere breite internationale Aufstellung heute wichtiger denn je", sagt Christian Klinger, Miteigentümer und Unternehmenssprecher der IFN-Holding. Die Diversifikation innerhalb Europas helfe dabei, Marktschwankungen besser auszugleichen.
Als wichtigsten Wachstumstreiber identifiziert die Gruppe die thermische Sanierung. Hohe Energiepreise, steigende Anforderungen an die Energieeffizienz und der Wunsch nach Versorgungssicherheit führten dazu, dass Investitionen in energieeffiziente Gebäudehüllen weiter an Bedeutung gewinnen.
Verkauf von GIG, Zukauf von Roda
Im zurückliegenden Jahr hat IFN sein Portfolio geschärft. Mit dem Verkauf des Fassadenspezialisten GIG konzentriert sich die Gruppe stärker auf das Kerngeschäft. Gleichzeitig stärkt die Übernahme des litauischen Fenster- und Türenherstellers Roda nach Unternehmensangaben die Lieferkette und die Präsenz in Nordeuropa. „Wir bündeln unsere internationalen Kräfte und schaffen damit die Basis für nachhaltiges Wachstum innerhalb der Gruppe. Unser Fokus liegt klar auf hochwertigen Fenster-, Türen-, Fassaden- und Sonnenschutzlösungen für energieeffiziente und moderne Gebäude", betont Finanzvorständin Barbara Desl.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Geschäftsbereichen
Die Geschäftsbereiche entwickelten sich je nach Marktumfeld sehr unterschiedlich. Internorm verzeichnete einen Umsatzrückgang von 5,5 Prozent, stabilisierte das Ergebnis nach Angaben der Gruppe aber durch seine Positionierung im Sanierungssegment und im Premiumbereich. Der deutsche Online-Bauelementehändler Neuffer wuchs um zirka 26 Prozent. Der slowakische Fenster- und Türenhersteller HSF legte in seinen Kernmärkten um elf Prozent zu, der Sonnenschutzspezialist Schlotterer um sieben Prozent. Der dänische Fenster- und Türenspezialist Kastrup erzielte trotz intensiven Wettbewerbs ein Plus von 14 Prozent.
Das im Vorjahr um 50 Prozent gewachsene litauische Unternehmen Roda soll die Versorgungssicherheit im Nordeuropa-Geschäft stärken und so auch die Skanva Group stützen, die mit einem Minus von elf Prozent abschloss. Beim finnischen Hersteller Skaala verläuft das Geschäft aufgrund bestehender Überkapazitäten ebenfalls leicht rückläufig. Die Beschäftigung hielt die Gruppe im Kern stabil – europaweit arbeiten weiterhin knapp 4.000 Mitarbeitende für IFN.
„Unsere internationale Aufstellung, die starke Positionierung im Sanierungsbereich sowie die konsequente Weiterentwicklung unserer digitalen Geschäftsmodelle schaffen wichtige Wachstumsimpulse für die Zukunft", sagt Desl. Gerade die Verbindung aus regionaler Stärke und europaweiter Skalierung werde zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Antizyklische Investitionen von 41,5 Millionen Euro für 2026
In den vergangenen fünf Jahren hat IFN zirka 240 Millionen Euro in Standorte und Produktion investiert. Im Jahr 2025 belief sich das Investitionsvolumen auf 28 Millionen Euro, für 2026 sind zirka 41,5 Millionen Euro für die Weiterentwicklung von Standorten und Zukunftstechnologien eingeplant. „Wir investieren bewusst antizyklisch. Gerade jetzt schaffen wir die Voraussetzungen dafür, um von einer zukünftigen Markterholung profitieren zu können", sagt Desl. Die starke Eigenkapitalbasis und die hohe Liquidität ermöglichten es, langfristig zu denken und strategisch zu expandieren.
Energieeffizienz als Wachstumsfeld
Steigende Energiekosten und regulatorische Anforderungen erhöhen nach Einschätzung von IFN die Nachfrage nach Sanierungslösungen. Fenster-, Türen- und Sonnenschutzsysteme spielten dabei eine Schlüsselrolle. „Unsere Produkte schaffen sofort wirksame Lösungen – für geringeren Energieverbrauch, niedrigere Energiekosten und mehr Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen", sagt Klinger. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise werde deutlich, welchen langfristigen Mehrwert energieeffiziente Gebäude bieten.
Sanierungsmaßnahmen tragen dem Unternehmen zufolge auch zur Erreichung europäischer Klimaziele und zur Entlastung öffentlicher Energiesysteme bei. Förderungen für Sanierung und Energieeffizienz blieben zentrale Elemente der wirtschafts- und klimapolitischen Ausrichtung in Europa.
Fazit: Die IFN-Gruppe sieht sich trotz der aktuellen Herausforderungen strategisch sehr gut aufgestellt. Die Kombination aus finanzieller Stabilität, internationaler Diversifikation, digitalem Wachstum und konsequenter Fokussierung auf energieeffiziente Lösungen schafft eine solide Basis für die kommenden Jahre. „IFN sieht sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut aufgestellt und setzt weiter auf Wachstum durch Internationalisierung, Digitalisierung und Sanierungsgeschäft. Wir denken langfristig und sind bereit für den nächsten Expansionsschritt", sagt Klinger.