Der Beschlaghersteller BSW Breuer + Schmitz achtet seit Jahren darauf, möglichst umweltschonend und nachhaltig zu agieren. Als Konsequenz führte das Familienunternehmen das "reuse + recycle"-Programm ein. Was es damit auf sich hat, erläutert Mees Bachmann, der die Verantwortung für die Produktentwicklung innerhalb des Unternehmens trägt.

Der Beschlaghersteller BSW Breuer + Schmitz war laut eigener Aussage der erste Scharnierhersteller überhaupt, der sein Produktprogramm nach dem Cradle-to-Cradle-Standard zertifiziert hat. Vor Kurzem hat er die Zertifizierungsstufe Silber für die wichtigsten Produktgruppen erreicht. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des neuen Stammsitzes verspricht eine CO2-Einsparung von mehreren Hundert Tonnen pro Jahr. Weitere kleinere Maßnahmen umfassen u.a. die Umstellung der Verpackung auf Papier und Pappe statt Plastik.
Der neueste Mosaikstein ist das "reuse + recycle"-Programm, das einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leistet. "Das Thema Recycling betrifft auch die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung", sagt Mees Bachmann, der die Verantwortung für die Produktentwicklung innerhalb des Unternehmens trägt. "Recycling ist da ein wichtiger Baustein, gerade auch bei endlichen Ressourcen."
Erneuern, reparieren oder recyceln
Der Wunsch seitens Breuer + Schmitz lautet, dass idealerweise alle Bänder, nachdem sie ihren Dienst verrichtet haben und ausgemustert wurden, wieder an den Hersteller zurückkommen. "Im Moment sind wir da noch weit von entfernt, aber wir möchten die Bänder zurückbekommen, um sie zu erneuern, zu reparieren oder eben zu recyceln", sagt Bachmann. Dabei lässt sich zurückgenommenes Material nicht einfach einschmelzen und zu neuen Stangen gießen. "Man benötigt immer auch einen gehörigen Anteil an frischem Material", erklärt Bachmann, ansonsten wären die Produkte nicht mehr so belastbar.
Ein langwieriger Recycling-Prozess
Was passiert also mit einem Türband, das an Breuer + Schmitz zurückgeht? "Als erstes überprüfen wir, ob man es noch nutzen kann oder zumindest Teile davon zu verwenden sind", erläutert Bachmann, der auch Ansprechpartner für Sonderkonstruktionen im Unternehmen ist.
"Das heißt, wir prüfen die Lagerung, die Maße und erkennen dann, was getan werden muss, damit das Band noch einmal einsetzbar ist." Sollte ein Band nicht mehr reparabel sein, wird es sortenrein zerlegt: Edelstahl, Kunststoff und Stahl werden separiert und dem Wertstoff-Kreislauf wieder zugeführt.
Ziemlich viel Aufwand, aber "wir wollen da auch etwas für die Umwelt tun", betont Bachmann. "Grundsätzlich kommen bei uns sämtliche Materialien auf den Prüfstand, ansonsten würden wir auch keine Silber-Zertifizierung erhalten." Selbst die Lieferanten oder Veredler, mit denen Breuer + Schmitz zusammenarbeitet, müssen entsprechend sorgsam agieren. "Es ist eben ein ganzheitlicher Ansatz."
Produkte mit Recyclinganteil genügen allen Qualitätsansprüchen
Einen wachsenden Markt für die Produkte mit Bändern aus recyceltem Material gibt es auch. "Diese Bänder werden gerne in Gebäuden genutzt, die unter Berücksichtigung des Cradle-to-Cradle-Prinzips errichtet werden", weiß Bachmann. Die Nutzer können auch sicher sein, dass diese Bänder ihre volle Leistung erbringen. "Die Bänder, die wiederverwendet werden, müssen genauso wie alle anderen auch unseren Qualitätsansprüchen genügen und die gleichen Leistungsdaten erfüllen wie die aus frischem Stahl", sagt Bachmann. "In den Niederlanden läuft das Programm gut an. Daher wollen wir nun auch auf dem deutschen Markt loslegen und ein Fundament für die Zukunft bilden."