Bau Online Neues Digitalformat schlägt Brücke zur Bau 2023

Mit 247 Ausstellern aus 29 Ländern, mehr als 1.300 Digitalpräsentationen und 3.500 Live-Gesprächen ist die Bau Online vom 13. bis 15. Januar 2021 zu Ende gegangen. Lesen Sie, welches die Highlights des neuen Digitalformats waren und wie die Aussteller das Event bewerten.

Die Bau Online erwies sich als Ankerpunkt für die Baubranche in dieser herausfordernden Zeit. - © Messe München

Während der drei Messetage nutzten insgesamt 38.325 Teilnehmer aus 138 Ländern die Angebote der Bau online. Unterm Strich zählte die Plattform 218.756 Zugriffe.

Konferenzprogramm mit 31 Foren

Das Konferenzprogramm umfasste 31 Foren mit rund 150 Vorträgen. Im Fokus standen die Themen Digitalisierung, Klimawandel, Ressourcen und Recycling, Wohnen der Zukunft sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Architektur und Bauwirtschaft. Der Live-Stream wurde für drei Zeitzonen ausgestrahlt (Europa/Berlin, USA/New York, Asien/Shanghai). „Mit der Bau Online haben wir unseren Kunden und Partnern eine Brücke zur Bau 2023 geboten“, erklärt Dr. Reinhard Pfeiffer, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. Das Konferenzprogramm habe wichtige Branchentrends aufgezeigt und es sei deutlich geworden, dass ein schlichtes Weiter-so nach Corona nicht möglich sei. „Die Bau 2023 wird deshalb relevanter sein denn je“, erklärt Matthias Strauss, Projektleitung Bau. „Hier wird der durch die Pandemie angestoßene Wandel der Bauindustrie und all ihrer Gewerke komprimiert aufgezeigt.“

Corona als Beschleuniger des Wandels

Die Bauindustrie ist bis jetzt gut durch die Krise gekommen. Gleichwohl benötigt die Branche Gründergeist und Start-ups für Fortschritt, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. „Wir brauchen Innovationen für Klimaschutz und Herausforderungen wie bezahlbares Wohnen“, erklärte Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesbauministerium, im Konferenzprogramm. Auch die Digitalisierung unterstütze das nachhaltige Bauen und steigere die Produktivität der Bauwirtschaft. „Jetzt ist es wichtig, die Pandemie-bedingten Ressourceneinsparungen zu verstetigen und Rückprall-Effekte zu vermeiden“, sagte Anja Rosen, Architektin und Geschäftsführerin von agn Niederberghaus & Partner. Zum Beispiel, indem weniger Flächen in Gebäuden genutzt werden – und diese dann auch mehrfach. Klar wurde an vielen Stellen: Das Gebäude der Zukunft wird immer technischer und komplexer, frühes und interdisziplinäres Planen ist essenziell. Ein Beispiel dafür beschrieb Magnus Nickl von Nickl & Partner: „Wir sehen die Krankenhäuser der Zukunft nicht als singuläre Gebäude, sondern als Plattformen, die sich je nach Bedarf zusammenstecken lassen.“

Mit Hightech-Produkten zum Erfolg

Ein Highlight auf dem interaktiven Messestand von Hanno war der Injektionsklotz, der die Fenster- und Türmontage mit Multifunktionsbändern vereinfacht. Der Dicht- und Dämmspezialist hat sich den Dialog mit Verarbeitern, Planern und dem Fachhandel auf die Fahnen geschrieben. Künftig baut das Unternehmen seine digitalen Services aus, um z.B. technische Fachinformationen online bereitstellen zu können. Dieses Angebot erweist sich vor allem in Pandemie-Zeiten, in denen eine persönliche Vorort-Beratung nur eingeschränkt möglich, als Vorteil. Um das digitale Planen zu unterstützen, liefert Hanno BIM-fähige Daten für Bauanschlussfugen. In Kürze präsentiert sich der Hersteller auch auf sozialen Medien wie LinkedIn. Ein Garant für den Erfolg sind Alleinstellungsmerkmale wie Hightech-Lösungen, Kundenservice und Fachkenntnisse. „Eine Tendenz in der Baubranche sind Massenprodukte. Vor diesem Hintergrund gewinnen hohe Qualitätsstandards wie RAL-Leitlinien an Bedeutung“, sagt Prokurist und Vertriebsleiter Markus Fehrmann. Sein Fazit zur Bau Online: „Dank dem digitalen Konzept konnte die Branche auch 2021 zusammenkommen." Die Möglichkeit, 1:1-Gespräche zu buchen, sei allerdings nur bedingt wahrgenommen worden.

Das sagen die Aussteller zur Bau Online

Auch für Schüco ist die Bau eine feste Größe im Terminkalender. „Das neue Format kam gut bei uns und unseren Gästen an", erklärt Dr. Georg Spranger, Leiter Marketing, Schüco International. Nach Ansicht von Stefan Fischbach, Vorsitzender der Geschäftsführung von Assa Abloy, hat die Bau das Beste aus der Situation gemacht. „Die Live-Präsentationen kamen bei unseren Kunden gut an“, sagt er. Die virtuellen Vorträge können aber das persönliche Gespräch nicht ersetzen.“ Und Dr. Max Schöne, Geschäftsführer von heroal, ergänzt: „In zahlreichen Gesprächen mit Kunden und Interessenten haben wir positive Rückmeldungen zu unseren neuen Produkten und Serviceangeboten erhalten.“