Pro & Contra Neue Eckverbindung besser als Schlitz-Zapfen?

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Fensterrahmen- und -flügelteile auf Gehrung zu schneiden und per Schwalbenschwanz in den Ecken zu verbinden, ist eine günstige Alternative zu den anderen Lösungen. Zudem spart sich der Fensterbauer den Einsatz einer Rahmenpresse oder einer Zwinge. Dübel sorgen für die richtige Lage der Bauteile in der Ebene, und die Schwalbe bringt die Zugfestigkeit in die Verbindung. Auch das Fertigungskonzept bietet Vorteile. Per Doppelgehrungssäge kürzt der Anwender sechs Meter Kanteln auf Gehrung. Mit einer kombinierten NC Fräs- und Bohrmaschine wie der PP 2 NC beispielsweise fräst der Hersteller die Schwalbennut in jede Richtung und bohrt die Löcher für die Dübel an einem Arbeitsplatz. Je nach Größe des Profils braucht er zwei Schwalben und Dübel oder mehr. Zusammen investiert der Unternehmer dafür weniger als 40.000 Euro und verbindet dafür jeden seiner Flügel und Rahmen auf einfache Art. Die Tischfräsanlage MU 3 liegt bei zirka 2.000 Euro. Auch die Materialkosten sind mit Fräser, Sägeblatt und Bohrer überschaubar. Die reine Maschinentaktzeit pro Ecke liegt bei 45 Sekunden bis zu einer Minute. Als weitere Ausbaustufe ermöglicht das Modell MX 5 NC als kombinierte NC-gesteuerte Doppelgehrungssäge mit Fräs- und Bohraggregaten die Kombination von Sägen, Fräsen und Bohren an einer Anlage. So spart der Fensterbauer sich das Handling von der Säge zur Fräse. Die Ecken erreichen eine geprüfte Festigkeit von acht bis neun Kilonewton bei IV 78-Profilen mit Hoffmann-Schwalbe. Die kompletten Prüfberichte liegen vor.

www.hoffmann-schwalbe.de

Ich habe mich bei der jüngsten Investition 2012 wieder für den Klassiker Schlitz-Zapfen als Eckverbindung entschieden. Damals standen wir vor der Wahl, erneut auf eine Winkelanlage zu setzen oder ein CNC-Bearbeitungszentrum anzuschaffen. Ich habe mich dann detailliert informiert und alle Argumente abgewogen. Zum Schluss haben wir uns für die neue Technik bei der Winkelanlage und für den Hobel entschieden – mit unserem neuen Werkzeug fertigen wir nun eine Vielzahl an Holz/Alu-Konstruktionen vom Fenster bis hin zur Pfosten-Riegel-Konstruktion. Deshalb haben wir unseren Fertigungsprozess und die Eckverbindung nicht umgestellt. Mit Schlitz-Zapfen haben wir gute Erfahrungen gemacht, und die Mitarbeiter sind auf die Lösung eingestellt. Bei einer Umrüstung hätten wir viel im Prozess umstellen müssen, bis hin zur Einzelteilfertigung; auch bei unserem Produktportfolio hätten wir die Konstruktionen zum Teil verändern müssen. Grundsätzlich hat jede Eckverbindung ihre Vor- und Nachteile: Bei Schlitz-Zapfen brauche ich schwere Werkzeuge, bei Varianten mit Dübeln kostet deren Eintreiben wertvolle Zeit in der Fertigung. Bei der Schraubverbindung bin ich skeptisch: Wenn sich die Schraube nur ein bisschen löst, hat der Fensterbauer ein Problem. Auf Dauer ist mir das zu unsicher. Wir haben in unserem Unternehmen ja einen funktionierenden Prozess. Dabei kann der Wechsel einer Eckverbindung weitere Änderungen nach sich ziehen: andere Flutanlage, Einzelteilfertigung, die veränderte Beschlagbohrung usw.

www.fensterbau-fauser.de

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