Werk 12 in München Neubau mit Wow-Effekt

Das Werk 12 im Zentrum des Münchner Werksviertels hat den sprichwörtlichen Wow-Effekt auf seiner Seite. Lautmalerische Ausrufe in Neonfarben vor der Fassade sorgen dafür, dass das fünfstöckige Gebäude bei Dunkelheit noch etwas spektakulärer wirkt.

Auffälligstes Merkmal des Werk 12 ist das lautmalerische Kunstwerk aus fetten Lettern, die vor der Viss Fassade von Schüco Stahlsysteme Jansen leuchten. - © Ossip van Duivenbode/Jansen

Knödelgasse, Kartoffelgleis, Zündappbogen: Die Straßennamen im Münchner Werksviertel zeugen noch von der Zeit, als Unternehmen wie Pfanni das Gelände hinter dem Ostbahnhof prägten. In den 1970er-Jahren gaben sie den Standort auf und in den verlassenen Industriehallen entwickelte sich der Kunstpark Ost. Den Auftakt zur Transformation des ca. acht Hektar großen Areals zum urbanen Quartier machte ein im Jahr 2002 ausgelobter Städtebauwettbewerb. Rund zehn Jahre später wurde der Bebauungsplan aufgestellt: Mit 7.000 Arbeitsplätzen, 1.100 Wohnungen und Raum für ein breites Kultur- und Freizeitangebot soll hier Münchens Zukunftsviertel entstehen.

Inmitten dieses Umfelds ist das Werk 12 entstanden. Mit seiner einfachen Form und den transparenten Fassaden würde das fünfstöckige Gebäude kaum auffallen – wären da nicht die Terrassen, die jedes Stockwerk umgeben, und die Kaskadentreppen, die diese Terrassen miteinander verbinden. Auffälligstes Merkmal ist das Kunstwerk aus fetten Lettern, die vor der Fassade leuchten: Aahhh, Oh, Puh oder Wow ist da zu lesen.

Reduzierte Stahl-Glas-Konstruktion

„Mir ist wichtig, dass hier etwas Besonderes entsteht“, sagt Bauherr Werner Eckart, Geschäftsführer der Stiftung Otto Eckart (OTEC), zur Entwicklung des Werksviertels. Auf dem Gelände betreibt die Stiftung u.a. das Pfanni-Museum. So ist es kaum verwunderlich, dass der Bauherr beim Neubau von Werk 12 maximale Funktionsdauer vor maximale Rendite stellte – und sich für den Einsatz von Stahlprofilen als Fassadenkonstruktion entschied, obwohl die Rotterdamer Architekten MVRDV die Gebäudehülle bereits in Aluminium geplant hatten.

Um die Stahl-Glas-Konstruktion so reduziert wie möglich zu gestalten, wurde sie mit dem Profilsystem Viss von Schüco Stahlsysteme Jansen in einer Ansichtsbreite von nur 50 Millimetern und zwei unterschiedlichen Bautiefen realisiert: In einem umlaufendem Rahmen von 120 Millimetern Tiefe sitzen zwei Pfosten und – auf der Höhe von drei Metern – ein Riegel, die nur 95 Millimeter tief sind. Zudem galt es, in bestimmten Bereichen die zusätzliche Belastung der Betonkonstruktion durch die Kaskadentreppe zu berücksichtigen. Dort werden die auf die Fassade auftreffenden Lasten über den Querriegel seitlich in die Betonkonstruktion abgetragen – ein statischer Ansatz, wie er nur mit Stahlprofilen möglich ist, weil derart belas­tete Riegel mit einem innen liegenden Stahlfach ertüchtigt werden, ohne dass man außen etwas davon sieht.

Den vollständigen Bericht über das Werk 12 im Münchner Werksviertel lesen Sie in der Juniausgabe von GFF .