ift-Montageplaner Montage-Tool erleichtert Fenstertausch im Altbau

Der ift-Montageplaner unterstützt Fensterbauer, Planer und Energieberater bei der normgerechten Montageplanung von Fenstern und Türen. Das kostenlose Online-Tool des ift Rosenheim vereinfacht die Mindestwärmeschutzberechnung, die statische Dimensionierung der Befestigung und die Planung nach dem Drei-Ebenen-Modell.

Die fachgerechte Planung und Ausführung der Fenster- und Türenmontage ist ein wesentlicher Garant für die Bauqualität von neuen und sanierten Gebäuden.
Die fachgerechte Planung und Ausführung der Fenster- und Türenmontage ist ein wesentlicher Garant für die Bauqualität von neuen und sanierten Gebäuden. - © Adobe, Ingo Bartuccek

Die Sanierung bestehender Immobilien gewinnt aufgrund steigender Baukosten und fehlendem Baugrund zunehmend an Bedeutung. Der Fenstertausch stellt dabei die häufigste Sanierungsmaßnahme dar, bringt jedoch besondere Herausforderungen mit sich. Durch neue Fenster verändert sich nämlich das bauphysikalische Gleichgewicht der Außenwand erheblich.

Bei alten Fenstern ist die Verglasung der wärmetechnische Schwachpunkt, bei dem Tauwasser sichtbar anfällt. Nach dem Fenstertausch wird aber die Leibung zum schwächsten Punkt mit den niedrigsten Oberflächentemperaturen und unsichtbarem Tauwasserausfall, der sich in der Außenwand unbemerkt ansammeln und zu gefährlichen Schimmelpilzbefall führen kann.

Deshalb ist bei Außenwänden (UAW > 1,0 W/(m²K)) eine Leibungsdämmung als Minimallösung erforderlich. Die Leibungsdämmung kann innen oder außen aufgebracht werden – aus bauphysikalischer Sicht ist die Außendämmung vorzuziehen.

Planungsdefizite als Hauptursache für Bauschäden

Die Bauschadenberichte der letzten Jahre nennen Planungsdefizite, Fachkräftemangel, Zeitdruck und komplexere Anforderungen als Hauptursache für Bauschäden durch eine unsachgemäße Montage. Häufig ignorieren Handwerker die technischen Datenblätter und Verarbeitungsanleitungen der Materialien oder verstehen diese nicht richtig.

Häufig sind bei der Fenstermontage vor der tragenden Wandkonstruktion (im Altbau z.B. bei mehrschaligen Außenwänden) die Tragwinkel und Befestigungsmittel zu schwach dimensioniert und das Fenster setzt sich oder wackelt bereits nach kurzer Gebrauchsdauer. Das führt dann zum Versagen der Abdichtung und damit zu Folgeschäden. Eine sorgfältige Montageplanung ist deshalb essenziell, um Baumängel zu vermeiden.

Um den Planungsprozess zu vereinfachen, entwickelten wir vom ift Rosenheim den ift-Montageplaner als Online-Software. Das Tool ermöglicht Verarbeitern, Planern, Energieberatern und Monteuren eine zeitsparende und unkomplizierte Planung der objektbezogenen Fenstermontage. Nach einer kurzen Registrierung steht die Software unter www.ift-montageplaner.de zur Verfügung.

Typische Situationen bei der Fenstererneuerung im Gebäudebestand.
Typische Situationen bei der Fenstererneuerung im Gebäudebestand. - © ift Rosenheim
Benutzeroberfläche des ift-Montageplaners.
Benutzeroberfläche des ift-Montageplaners. - © ift Rosenheim

Intelligente Programmlogik reduziert Planungsfehler

Besonderen Wert legten wir auf eine benutzerfreundliche Bedienung sowie auf die Reduzierung von Planungsfehlern durch eine intelligente Programmlogik. Der ift-Montagepass dokumentiert das Planungsergebnis und dient als Ausführungsvorlage sowie als Nachweis für eine fachgerechte und bauphysikalisch korrekte Planung für Planer, Auftraggeber und Baubehörden.

Die Dokumentation umfasst die Darstellung des Isothermenverlaufs, die Beurteilung des Mindestwärmeschutzes (fRsi-Faktor), die Angabe des Ψ-Wertes sowie die Dimensionierung der Befestigungsmittel. Führende Anbieter von Abdichtungs- und Befestigungssystemen nutzen und co-finanzieren den Montageplaner, wodurch dann die Planung für konkrete Produkte bis hin zu komplett konfektionierten Montagekits möglich wird.

In den sechs Firmen-Versionen des ift-Montageplaners werden ausschließlich geprüfte Produkte gemäß den ift-Richtlinien MO-01/1 und MO-02/1 vorgeschlagen. Dies gewährleistet die Gebrauchstauglichkeit und normgerechte Verwendung der Abdichtungs- und Befestigungssysteme und vermeidet die aufwendige Suche nach geeigneten Systemen.

Auch wenn keine spezifischen Montagekenntnisse zur Nutzung der Software erforderlich sind, ist ein Grundverständnis der Bau- und Fenstertechnik von Vorteil. Entsprechende Schulungen werden von Handwerkskammern, Verbänden und dem ift Rosenheim angeboten. Für weiterführende Informationen sind der Montageleitfaden für Fenster und Außentüren bzw. die TR 20 besonders empfehlenswert.

Angaben zum Bauvorhaben.
Angaben zum Bauvorhaben. - © ift Rosenheim

Schritt für Schritt: Eingaben und Berechnungen im Montageplaner

Zu Beginn der Planung geben Nutzer die erforderlichen Parameter des geplanten Bauvorhabens ein, darunter Postleitzahl, Ort, Gebäudehöhe und die Einbaulage der Fenster. Auf dieser Basis ermittelt die Software automatisch die Windlast, die für die statische Berechnung der Befestigung benötigt wird. Alternativ lässt sich die Windlast auch manuell eingeben, was insbesondere für Bauvorhaben außerhalb Deutschlands eine flexible Dimensionierung der Befestigung ermöglicht.

Im Menüpunkt "Wandaufbau" wählen Nutzer den passenden Wandaufbau aus. Zur Auswahl stehen die in Deutschland und Österreich üblichen Konstruktionen sowie drei speziell für Altbausanierungen vorgesehene Varianten. In firmenspezifischen Versionen sind zudem zusätzliche Wandkonstruktionen mit Vorwandmontagezargen verfügbar. Alle Wandkonstruktionen lassen sich dabei individuell anpassen.

Besonders bei der Planung einer Altbausanierung ist es wichtig, die vor Ort verwendeten Wandmaterialien zu ermitteln, um anschließend den richtigen Wandaufbau vorzugeben und das passende Material im ift-Montageplaner auszuwählen. Als Hilfestellung dient die Internetseite www.altbauatlas.de. Diese Seite bietet Informationen nach PLZ, Baujahr und Baugruppe (Wand, Dach, Decke …) zu Materialien und Konstruktionen von Bestandsgebäuden, typischen regionalen Baustoffen mit ihren spezifischen Eigenschaften sowie Bauteilen inklusive der Materialaufbauten und U-Werte.

Zusätzlich kann im Bereich "Wandmaterial" festgelegt werden, ob die Montage innerhalb oder außerhalb der Putzlichte erfolgen soll und ob eine Laibungsdämmung ergänzt wird. Die für die wärmetechnische Berechnung erforderlichen bauphysikalischen Eigenschaften der Materialien, wie etwa die Wärmeleitfähigkeit, sind in der Datenbank des ift-Montageplaners hinterlegt.

Auswahl der Wandkonstruktion im Reiter "Wandaufbau".
Auswahl der Wandkonstruktion im Reiter "Wandaufbau". - © ift Rosenheim

Zum Vergleich kann die Planung zunächst ohne Laibungsdämmung durchgeführt werden. Sollte der Mindestwärmeschutz nicht erreicht werden, empfiehlt es sich, die Laibungsdämmung hinzuzufügen. Falls der Wärmeschutz weiterhin unzureichend ist, kann die Planung auf ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) umgestellt werden.

Dies bietet der ausführenden Firma und der planenden Stelle fundierte Argumente, um den Bauherren für eine fachgerechte Sanierung der Fenster inkl. umfassende Maßnahmen der Außenwand zu gewinnen. Durch die wärmetechnische Berechnung im ift-Montageplaner lässt sich die Hinweispflicht zur Einhaltung des Mindestwärmeschutzes zuverlässig erfüllen.

Rollläden hinzufügen, Fensterkonstruktion gestalten und Profilsystem auswählen

Der nächste Schritt betrifft die Integration von Rollladenkästen. Aktuell stehen herstellerneutrale Sturzkästen zur Auswahl. Fügt der Nutzer einen Rollkasten hinzu, wechselt das Programm automatisch zu einer dreiseitigen Befestigung, da man in der Regel Fenster nicht über den Sturzkasten nach oben befestigen kann. Die zugehörige Rollladenführungsschiene wird samt Anpassung des Abdichtungssystems automatisch ausgewählt und die technische Zeichnung in Echtzeit angepasst.

Im Reiter "Fensterelement" kann der Nutzer die Fensterkonstruktion individuell gestalten. Dazu gehören die Aufteilung des Elements, die Wahl der Öffnungsarten sowie der Verglasung. Auch die Größe des Fensterelements lässt sich verändern – dabei ist zu beachten, dass sich bei einer Montage in der Putzlichte die lichte Öffnung ändern kann. Diese Parameter beeinflussen die Berechnung der auf die Befestigungsmittel wirkenden Kräfte, die sich aus dem Eigengewicht des Elements sowie aus Lasten in- und rechtwinkelig zur Fensterebene ergeben. Vertikale Nutzlasten und eventuelle Zusatzgewichte können ebenfalls über den Menüpunkt "Bauvorhaben" berücksichtigt werden.

Auswahl der Profilsysteme am Beispiel von PVC-Fenstern.
Auswahl der Profilsysteme am Beispiel von PVC-Fenstern. - © ift Rosenheim

Die Auswahl des äußeren Fensterbank-Typs hat direkten Einfluss auf das Abdichtungssystem am unteren Anschluss. Die Software prüft automatisch, ob eine zweite wasserführende Ebene erforderlich ist und ob eine Dämmung unter der Fensterbank integriert werden kann.

Nach der Festlegung des Fensterrahmenmaterials erfolgt die Auswahl des Profilsystems. Hier stehen sowohl Profile und Varianten verschiedener Hersteller als auch neutrale Profile zur Verfügung. Im Untermenü können verschiedene Rahmen- und Flügelvarianten samt Armierungen konfiguriert werden. Für die Berechnung des Elementgewichts sind die Profile mit ihrem spezifischen Laufmetergewicht in der Datenbank hinterlegt.

Automatische Befestigungsmittel-Dimensionierung

Für viele Nutzer ist die Auswahl passender Befestigungsmittel eine zentrale Funktion, weil gerade für Handwerker die manuelle Berechnung des Standardfalls 2 nach Montageleitfaden mittels Taschenrechner oder Excel schwierig und aufwendig ist. Basierend auf den Eingaben unterscheidet die Software, ob der Baukörperanschluss dem Standardfall 1 oder Standardfall 2 zuzuordnen ist. Bei letzterem erfolgt eine automatische Dimensionierung der Befestigungsmittel.

Auswahl der Befestigungsanordnung.
Auswahl der Befestigungsanordnung. - © ift Rosenheim

Bei der Planung mit spezifischen Produkten (Firmenversionen) sind sämtliche Befestigungsmittel mit geprüften Tragfähigkeiten für verschiedene Belastungsrichtungen hinterlegt, so dass das System direkt die passenden Schrauben und Dübel angibt. Es stellt sicher, dass nur ausreichend tragfähige Befestigungselemente für den jeweiligen Baukörperanschluss zur Auswahl stehen.

Zusätzlich sind die zulässigen, geprüften Randabstände zur Mauerwerks-Außenkante sowie mögliche Auskragungen in der Datenbank erfasst. Falls diese Abstände unterschritten werden, werden die entsprechenden Befestigungsmittel automatisch ausgefiltert und stehen nicht mehr zur Auswahl.

Falls die Berechnung ergibt, dass die Tragfähigkeit eines oder mehrerer Befestigungsmittel überschritten wird, erscheint ein Hinweis. Der Nutzer kann dann über ein Drop-Down-Menü ein Produkt mit höherer Tragfähigkeit wählen. Alternativ bietet die Software eine automatische Optimierung an, indem sie die Befestigungsabstände reduziert und die Anzahl der Befestigungspunkte erhöht oder Gruppenbefestigungen im Bereich lokaler Lastkonzentrationen anbietet.

Vordefinierte Abdichtungssysteme für verschiedene Anschlüsse

Die Abdichtung des Fensterelements plant die Software mithilfe vordefinierter, marktüblicher Abdichtungssysteme, die sie basierend auf der jeweiligen Anschlusssituation automatisch vorschlägt. Diese Vorschläge können Nutzer individuell anpassen, wobei der ift-Montageplaner sicherstellt, dass nur für den jeweiligen Anwendungszweck geeignete Abdichtungen zur Auswahl stehen.

Auswahl eines geeigneten Abdichtungssystems.
Auswahl eines geeigneten Abdichtungssystems. - © ift Rosenheim

Zudem erfolgt eine automatische Dimensionierung der Anschlussfuge. Faktoren wie das Fensterrahmenmaterial, die Farbe und Größe des Elements sowie das ausgewählte Abdichtungsprodukt beeinflussen die erforderliche Mindestfugenbreite.

Detaillierte PDF-Dokumentation mit QR-Code

Das Ergebnis der Montageplanung ist der ift-Montagepass, eine detaillierte Montagedokumentation, die Nutzer als PDF-Datei herunterladen können. Diese enthält sämtliche relevanten Eingaben sowie eine individuelle Nummer und einen QR-Code, der die Echtheit des Dokuments gewährleistet und einen späteren Online-Zugriff ermöglicht.

Auf der Titelseite fasst das System das Planungsergebnis zusammen. Hierzu zählt der Nachweis des Mindestwärmeschutzes gemäß DIN 4108-2 (fRsi-Faktor > 0,7) sowie der Isothermenverlauf der geplanten Anschlusssituation. Außerdem dokumentiert der ift-Montagepass die fachgerechte Planung der Befestigung, also ob der Baukörperanschluss dem Standardfall 1 oder Standardfall 2 zuzuordnen ist.

Exemplarische Darstellung der Abschnitte "Planung Baukörperanschluss" und "Berechnung Mindestwärmeschutz" der Montagedokumentation.
Exemplarische Darstellung der Abschnitte "Planung Baukörperanschluss" und "Berechnung Mindestwärmeschutz" der Montagedokumentation. - © ift Rosenheim

Für den Standardfall 2 erstellt die Software zusätzlich ein individuelles Schaubild, das die Vorgaben für die exakten Positionen der Befestigungsmittel sowie die Anordnung von Trag- und Distanzklötzen zeigt. Ergänzend erfolgt eine tabellarische Auflistung der Lasten auf die einzelnen Befestigungsmittel. Falls die Planung herstellerneutral durchgeführt wurde, können diese Kennwerte als Grundlage zur Auswahl passender Befestigungsmittel in Abstimmung mit dem jeweiligen Hersteller dienen.

Weiterbildung zur ift-Montagefachkraft

Das ift Rosenheim bildet in einem berufsbegleitenden Seminar Bauschaffende zur ift-Montagefachkraft aus. In der Fortbildung mit hohem Onlineanteil vermitteln Experten die bauphysikalischen, konstruktiven, statischen und baurechtlichen Grundsätze sowie die Auswahl geeigneter Abdichtungs- und Befestigungssysteme und deren Anwendung. Die ift-Montagefachkraft ist so in der Lage, als Montageleiter die Anschlussausbildung von Bauelementen zum Baukörper objektspezifisch zu erfassen, zu beschreiben, zu planen und fachgerecht umzusetzen.

Bereits 19.000 registrierte Nutzer

Der ift-Montageplaner (inkl. der Firmen-Versionen) bietet eine wertvolle Unterstützung für eine fach- und normgerechte Planung der Fenster- und Türenmontage und wird bereits von fast 19.000 registrierten Nutzern genutzt, die insgesamt fast 80.000 Montagedokumentationen und -pässe erstellt haben.

In Zukunft wird der Montageplaner um weitere Wandkonstruktionen und Einbausituationen erweitert. Insbesondere die Planung bodentiefer Elemente sowie das Hinzufügen von Blendrahmenverbreiterungen und die Implementierung weiterer Rollladenkastentypen stehen auf der Agenda.

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Montage und Sanierung