Multifunktionale Fassaden dank Glas und Sonnenschutz Michael Höhler bringt die Wirtschaft an die Schule

Fachwissen von Brancheninsidern bringt Berufsschullehrer Michael Höhler an der David-Roentgen-Schule in Neuwied mit praxisbezogenem Unterricht für Metallbauer zusammen; jetzt gastierten Warema und Saint-Gobain Glass beim von GFF-Online begleiteten Expertengespräch.

Michael Höhler (2. v.li.) mit seinen Gästen Horst Rexroth (Warema), Wolfgang Böttcher (Saint-Gobain Deutsche Glas), Ulrich Lang (Warema; v.li.n.re.) für das Expertengespräch - © Heiler

Von den Erfahrungen und dem Fachwissen der Praktiker sollten die angehenden Metallbauer an der David-Roentgen-Schule profitieren und Erkenntnisse für den eigenen beruflichen Werdegang mitnehmen. Im Fokus stand die Gestaltung der klimaaktiven Fassade mit vielen Funktionen, einem Mehr an Komfort und mit optischen Variationen. Das Thema "Glas in der Gebäudehülle – Einsatz von Funktionsgläsern und Sonnenschutzsystemen" hatte Michael Höhler in den Wochen zuvor im Unterricht behandelt und das ExGespräch vorbereitet.

So kommt die Funktion ins Glas

Wolfgang Böttcher, der Leiter Anwendungstechnik von Saint-Gobain Deutsche Glas, erläuterte den Schülern Grundlagen für den Werkstoff Glas, der moderne Fassaden prägt. Die Beschichtung bringe die Funktion ins Floatglas. Die unter Hochvakuum aufgebrachten Schichten, meist aus Silber, variieren mit 80 bis 90 Nanometer Dicke die Reflexion, die Absorption (Aufnahme) und die Transmission (Leitung) des Glases. Damit steuert der Produzent den g-Wert als den Anteil der Sonnenenergie, derüber das Glas in den Raum gelangt, und beeinflusst, wie viel Energie von drinnen nach draußen wieder zurückfließt – über den Ug-Wert. Die Wirkung von Sonnenschutzglas, meist beschichtet an Position zwei des Isolierglases, testeten die Metallbauschüler an Glasmustern: Bei einem Modell mit einem g-Wert von 22 Prozent und 50 Prozent Lichttransmission wirkt die Durchsicht deutlich dunkler als bei Sonnenschutzglas mit 33 Prozent g-Wert sowie 70 Prozent durchdringenden Lichts.

Guten Sonnenschutz erkennen

Die Wirkung und den Nutzen entsprechender Technik zeigten Ulrich Lang und Horst Rexroth von Warema. Trotz vieler Funktionen, die ein Sonnenschutz-Produkt mitbringen muss, stehen die thermische und visuelle Behaglichkeit im Vordergrund – die Technik soll Nutzer vor Hitze und Blendung schützen. Den Gesamtenergiedurchlassgrad gtot verringert der Fachmann durch außen und/oder innen liegenden Sonnenschutz um den Abminderungsfaktor FC(zwischen 0 und 1) der eingesetzten Lösung. Dabei spielt die Positionierung des Produkts eine wichtige Rolle: Außen angebrachter Sonnenschutz (z.B. Raffstores, Jalousien, Fenstermarkisen, Zip-Screens) wirkt je nach Typ und Gebäudefaktoren um das Sieben- bis Zehnfache effektiver als innen liegender Sonnenschutz.

Das sagen Experten und Lehrer

Pädagoge und Organisator Höhler war zufrieden mit dem Verlauf des praxisbezogenen Unterrichts: "Es entwickelte sich eine Diskussion mit interessanten Fragen der Schüler, die daraus Erkenntnisse für ihr Fachgespräch als Teil der Gesellenprüfung mitnahmen." Er hatte die Unternehmen als Verbindungselemente zwischen Schule und Wirtschaft für das aktuelle Lehrplanthema Fenster, Fassaden und Glasaufbauten eingeladen. "Wir freuen uns, Fachwissen an die Nachwuchskräfte unserer Branche weiterzugeben und damit die Zukunft für alle zu sichern", beschrieb Böttcher die Motivation für die Teilnahme von Saint-Gobain Deutsche Glas am Expertengespräch (ExGespräch). "Wir wollen das Wissen um die klimaaktive Fassade und die Möglichkeiten zur Steuerung von Licht und Sonnenenergie in Gebäuden an Fachkräfte weitergeben", sagte Warema-Experte Lang.

Mehr zum Expertengespräch und zu Initiator Michael Höhler lesen Sie in der GFF-Ausgabe 6/2017.