Auf der Herbst-Mitgliederversammlung des Fachverbands GFF BW haben die Delegierten beschlossen, bei der nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr über einen Verbleib im BIV abzustimmen. Landesinnungsmeister Jürgen Sieber bewertet die Situation.

Auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2019 hatte die Führungsspitze des Fachverbands GFF Baden-Württemberg den Delegierten eine Hausaufgabe mit auf den Weg gegeben. Ganz basisdemokratisch sollten sie in ihren Innungen nachfragen, ob die vom Bundesinnungsverband (BIV) angestrebte Beitragserhöhung mehrheitsfähig ist. Auf der Versammlung im Herbst gab es nun das Ergebnis: Die Delegierten sprachen sich einstimmig gegen die Beitragserhöhung aus.
Austritt auf Tagesordnung gesetzt
In der Folge entschieden die Stimmberechtigten, auf der Tagung im nächsten Frühjahr über den Austritt aus dem BIV abzustimmen. "So wie der Verband im Moment geführt ist, können wir durch höhere Beiträge keine Mehrleistung erwarten", sagt Landesinnungsmeister (LIM) Jürgen Sieber. Ebenso wenig sei erkennbar, dass der Verband unter Hauptgeschäftsführer Stefan Kieckhöfel überfällige Reformen in die Wege leiten wolle, um nachhaltige Strukturen zu schaffen. Das durch einen möglichen Austritt eingesparte Geld möchte der LIV lieber in das eigene Haus stecken (z.B. in die Sanierung des Gebäudes), um den Verband sicher in die Zukunft zu führen.
Keine Kettenreaktion auslösen
Der BIV hat satzungsgemäß das Recht, vor den LIV-Delegierten Stellung zu nehmen und so einen Austritt ggf. noch abzuwenden. Falls die BIV-Führung Reformen ankündigt, plädiert der Landesinnungsmeister dennoch dafür, die Kündigung einzuleiten. "Falls sich tatsächlich etwas zum Positiven verändert, können wir die Kündigung bis Jahresende zurücknehmen", erläutert Sieber das Prozedere. Wirksam werde die Kündigung erst mit dem 1. Januar 2021, beim Verband eingehen müsse diese bis Ende Juni 2020.
Bei der Abstimmung rechnet Sieber mit einem eindeutigen Ergebnis. Indes will er mit einem möglichen Austritt keine Kettenreaktion auslösen. "Das Ziel ist es nicht, dass fünf andere Landesverbände austreten, denn dann bräche der BIV zusammen." Genauso unmissverständlich macht der LIM klar, dass der Weg zurück nicht ausgeschlossen sei. "Wir treten nicht um des Austretens willen aus, sondern weil wir keine Perpektive sehen. Der BIV muss Reformen einleiten, um seinen Aufgaben gerecht zu werden."
GFF fasst die Herbstversammlung in seiner Dezemberausgabe ausführlich zusammen. Ein erstes Stimmungsbild hatte die Redaktion bereits unmittelbar nach Veranstaltungsende in ihrer Facebook live-Übertragung eingefangen: https://www.facebook.com/ GFFMagazin/videos/422515645119079/