Die Bauwirtschaft ist bislang verhältnismäßig gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Sie dürfte auch in den nächsten Jahren solide Wachstumsraten verzeichnen. Das geht aus der Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor.

Den Berechnungen zufolge ist das Bauvolumen in Deutschland im vergangenen Jahr nominal um zusammengenommen vier Prozent auf etwa 444 Milliarden Euro gestiegen. Obwohl sich die Wachstumsrate damit im Vorjahresvergleich halbierte, ist die Bauwirtschaft weitaus weniger krisengeschüttelt als viele andere Branchen.
Intensive Bautätigkeit
Für dieses und das kommende Jahr ist laut DIW ein weiterer Anstieg der Bautätigkeit zu erwarten, um knapp drei beziehungsweise gut fünf Prozent.
„Die Corona-Pandemie geht zwar auch an der deutschen Bauwirtschaft nicht spurlos vorbei – wir reden aber von einem weniger starken Plus, unter dem Strich also immer noch einem Wachstum“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Die Baukonjunktur ist eine Stütze der deutschen Wirtschaft und wird auch in den kommenden Jahren zum Wachstum beitragen.“
Wohnungsneubau krisenresistent
Nach wie vor wird hierzulande in erheblichem Umfang vor allem in den Neubau von Wohngebäuden investiert. Mit Wachstumsraten in den Jahren 2020 bis 2022 von nominal gut fünf, vier und fünfeinhalb Prozent (im Vergleich zu ebenfalls rund fünfeinhalb Prozent im Vor-Corona-Jahr 2019) zeichnet sich lediglich eine kleine Wachstumsdelle ab.
Wirtschaftsbau bricht ein
Wo Licht ist, gibt es jedoch auch Schatten: Erstens weist die Bautätigkeit an bestehenden Wohngebäuden deutlich mehr Corona-Spuren auf als die Neubautätigkeit. Zweitens wurde insbesondere der Nichtwohnungsbau erheblich von der Corona-Pandemie ausgebremst. „Der Wirtschaftsbau wird in diesem Jahr wohl sogar schrumpfen, nachdem es schon 2020 nominal betrachtet nur noch ein Mini-Wachstum von gut einem Prozent gab“, heißt es in einer DIW-Mitteilung.
Bautätigkeit der öffentlichen Hand steigt
Hoffnungen ruhen auf dem öffentlichen Bau. Er dürfte laut DIW Berlin von den drei Baubereichen in diesem Jahr mit nominal 6,9 Prozent am kräftigsten wachsen, bevor es 2022 wohl noch einmal um fast fünf Prozent bergauf geht. Im vergangenen Jahr war die Entwicklung noch etwas verhalten.
Aufgrund wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen hielten sich die Kommunen mit Investitionen zurück, auch die dünn besetzten Bauämter halfen nicht. Das Konjunkturpaket, das auch öffentliche Investitionen vorsieht, zeigte noch wenig Zugkraft. „Das sollte sich in den kommenden Jahren ändern, zumal der Bund auch kommunale Steuerausfälle kompensiert“, teilt das DIW mit.
Hier die Details der neuesten Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
