Im Kloster Hornbach hat der mittlerweile fünfte Fachpresseabend des Bundesverbands Flachglas (BF) stattgefunden. Im Vordergrund stand der Wechsel an der Präsidiumsspitze. Der neue Präsident Hans-Joachim Arnold kann sich, wie er betont, in ein gemachtes Bett legen.
Hans-Joachim Arnold ist der richtige Mann an der Präsidiumsspitze, sagt Thomas Dreisbusch. Wenn es einer wissen muss, dann er: Bis zu seinem selbst bestimmten Rückzug auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Bundesverbands Flachglas (BF) saß Dreisbusch dem Vorstand 19 Jahre lang vor – eine Zeitspanne, die Arnold nach eigenem Bekunden nicht vorhat, zu überbieten. Auf Themen angesprochen, die er in seiner Amtszeit angehen will, äußert sich der neue BF-Präsident zurückhaltend. Da sei noch nichts entschieden.
Nur so viel: "Wir sind im Vorstand fachlich hervorragend aufgestellt, um alle Themen anzupacken." In der Vergangenheit sei im Vorstand und in der Geschäftsstelle gute Arbeit geleistet worden, auf die er aufbauen könne. Arnolds Ziel ist es, den Verband in den nächsten Jahren weiter nach vorne zu bringen. Dreisbusch traut ihm das zu. Als Mittelständler, der auch international agiert, sei Arnold der Wunschkandidat im Präsidentenamt gewesen. "Er hat ganz andere Möglichkeiten als ich als regionaler Mittelständler."
Frauen verzweifelt gesucht
Der BF-Vorstand ist aktuell mit einigen jüngeren Personen besetzt – eine Entwicklung, die Arnold gefällt. Das nächste Ziel sei es, auch Frauen für die Arbeit im Vorstand zu gewinnen, gerne auch in der Position der Vorstandsvorsitzenden. Das wiederum ist kein einfaches Unterfangen. Nicht nur ist die Frauenquote in der Branche niedrig, auch wird der Kampf um Nachwuchskräfte generell immer schwieriger. "Der Unternehmer vor Ort muss sich bei dem Thema engagieren", mahnt Arnold. Sein Unternehmen versuche mit gutem Beispiel voranzugehen, habe aber beispielsweise auch Schwierigkeiten, Frauen für leitende Positionen zu finden.
Was der BF-Vorstand beim geselligen Abend im Kloser Hornbach beiläufig verrät – und auch nur, weil sein Vater in diesem Jahr den 100. Geburtstag gefeiert hätte und Arnold Glas sowie die Isolar-Gruppe jeweils vor 60 Jahren gegründet wurden: Alfred Arnold gilt in der Branche als Erfinder des Isolierglases in seiner heutigen Form mit geklebtem Randverbund. Geplant hatte er das Produkt allerdings gar nicht für das Fenster, sondern für Kühlschränke. "Wie kann die Scheibe beschlagfrei bleiben, wenn der Kühlschrank immer wieder geöffnet wird", diese Fragestellung hat nach den Worten Arnolds den schwäbischen Pionier angetrieben.
