Kurz gefragt „Guter Fensterschaum gleicht Bewegungen aus.“

Dr. Milan Sebestian ist für das PU-Schaum-Infocenter tätig. - © privat

GFF: Herr Dr. Sebestian, laut PU-Schaum-Infocenter werden 80 Prozent der Fensterfugen in Deutschland mit PU-Schaum gedämmt. Lässt sich dazu jeder Bauschaum verwenden?

Dr. Sebestian: Für die Fugendämmung eignet sich besonders flexibler Fensterschaum. Die Fensterrahmen verändern ihre Größe und ihre Position, wenn sie dem Wind oder hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, ebenso können das Öffnen und Schließen der Fenster zur Bewegung des Fensters führen mit der Gefahr der langfristigen Rissbildung im Schaum oder an den Klebeflächen zum Mauerwerk oder Fensterrahmen hin. So können sowohl die Schall- als auch die Wärmedämmung der Fuge beeinträchtigt werden. Guter Fensterschaum gleicht diese Bewegungen aus und reißt nicht.

Was ist bei der Abdichtung zu beachten?

Nach der Dämmung der Fensterfugen mit PU-Schaum müssen noch weitere Arbeitsschritte erfolgen. Erst nach einer fachgerechten Abdichtung erfüllen die Fugen die gesetzlichen und die DIN-rechtlichen Anforderungen. Die wichtigsten Anforderungen lauten: innen dichter als außen, dampfdiffusionsoffen und schlagregendicht. Nicht immer führen die Monteure die Anschlussarbeiten sofort aus. In der Folge kann der lichtempfindliche PU-Schaum vergilben und verspröden.

Welche Probleme ergeben sich?

Zeit spielt eine wichtige Rolle. Unproblematisch ist es, wenn die Abdichtung innerhalb weniger Tage bis Wochen nachgeholt wird. In dieser Zeit ist die Veränderung marginal und die Oberfläche des Schaums bleibt stabil. Anderenfalls muss der Fachmann die versprödete PU-Schaumschicht abtragen, ehe er die Fugen endgültig abdichtet.