Weltleitmesse der Glasbranche findet nicht im Oktober statt glasstec auf 2021 verschoben

Auch die glasstec 2020 ist von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, die Weltleitmesse auf den 15. bis 18. Juni 2021 verschoben. Nicht allen Ausstellern passt der Zeitrahmen in den Kalender, zum ursprünglichen Termin soll es ein digitales Format geben.

Wegen Corona: Die Pforten der glasstec öffnen erst wieder im September 2022. - © Messe Düsseldorf/ctillmann

Aufgrund der aktuellen Branchensituation und der weiterhin unsicheren Lage hinsichtlich der Reise- und Quarantänevorgaben für Kernzielmärkte hat sich die Messeleitung in Düsseldorf in enger Abstimmung mit dem Messebeirat und allen Partnern entschieden, die glasstec 2020 zu verschieben. Neuer Termin ist der 15. bis 18. Juni 2021. Ursprünglich geplant gewesen war die Weltleitmesse für den 20. bis 23. Oktober 2020. Zu dem Zeitpunkt ist angedacht, Informationsangebote der glasstec nun digital zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit den Verbänden arbeite die Messe bereits an digitalen Serviceformaten, um damit Kunden und Aussteller dennoch zusammenzubringen.

Wie kam der Juni-Termin zustande?

Die Entscheidung, die Messe auf Juni 2021 zu verlegen, basiert laut glasstec-Chefin Birgit Horn auf Verabredungen mit Beirat und der Industrie. "Wir wollen den Unternehmen schnellstmöglich wieder eine Plattform bieten, rechtzeitig in der Phase der konjunkturellen Belebung nach Corona und mit hoher internationaler Beteiligung", sagt Horn zu GFF. Der 15. bis 18. Juni ermögliche für alle Beteiligten die unter den aktuellen Umständen größtmögliche Planungssicherheit. Es gebe keine Überschneidungen mit anderen relevanten Messen.

Mit der Terminverschiebung nicht glücklich sein dürfte Gimav, italienischer Verband der Hersteller und Lieferanten von Maschinen, Zubehör und Spezialprodukten für die Glasbearbeitung. Wenige Stunden, bevor die Messe Düsseldorf die Verschiebung der glasstec 2020 offiziell bekannt gab, hatte der Verband im Namen der italienischen Glasindustrie eindringlich appelliert, keine Veranstaltungen aus diesem Jahr in den ohnehin schon vollgepackten Messekalender für das Jahr 2021 zu verschieben.

Gimav fühlt sich falsch verstanden

Nun ist es so, dass im Oktober 2021 die Vitrum in Mailand stattfindet, die Hausmesse der Italiener. Das Gimav-Schreiben hatte sich vor diesem Hintergrund durchaus so verstehen lassen, dass die eigene Messe von einer Totalabsage der glasstec sehr wohl profitiert hätte. "Gimav vertritt die Interessen seiner Mitglieder aus dem Maschinenbau, die vor großen Herausforderungen stehen – die Vitrum als wesentliche Einnahmequelle hat eine besondere Bedeutung für den Verband", bewertet etwa Bohle-Vorstand Arne Klöfkorn das Gimav-Statement für GFF .

Gimav-Präsident Michele Gusti weist einen Zusammenhang mit der Vitrum von sich. Der Stellenwert der Messe bei den italienischen Unternehmen sei so hoch, dass die Vitrum es gar nicht nötig habe, "verteidigt werden zu müssen". Zudem stellt er klar, dass die im Namen der Mitglieder verfasste Stellungnahme nicht als Angriff auf irgendeine Veranstaltung gemeint gewesen sei. Vielmehr hätten beim Wunsch, keine abgesagten Messen auf 2021 zu verschieben, die Interessen der Aussteller in Hinblick auf eine budgetorientierte Planung für die Messeteilnahmen im Jahr 2021 im Fokus gestanden.

In der aktuellen Ausgabe 7-8 der GFF , die am 3. Juli erscheint, finden Sie alle Details zur Messeabsage, Reaktionen auf das Gimav-Schreiben und Statements von Branchenunternehmen zum Ersatztermin für die glasstec im Juni 2021.