170 Teilnehmer sind zum Glaskongress des Bundesverbands Flachglas (BF) ins niedersächsische Braunschweig gereist. Einmal mehr ging es um auskömmliche Preise, aber auch die Fragen nach der Innovationskraft der Branche und dem Umgang mit nicht inländischem Wettbewerb sorgten für Diskussionen.

BF-GF Jochen Grönegräs nutzte den Regularienteil der Veranstaltung – die Presse war diesmal explizit geladen – sich klar zu positionieren. Es sei nicht Aufgabe des Verbands, Neuerungen – etwa in Bezug auf die DIN 18008 zur Glasbemessung – von vorneherein zu verhindern. Aus dem Auditorium hatte es, wie zuletzt in mehreren Beiträgen u.a. von Rosenheimer Flachglashandel-Chef Volker Bastian in unserer Aprilausgabe ( GFF 4/15, S. 44 f.), klar vernehmbare Kritik an der Norm gegeben. Der Verbandsmann sagte, eine Verteuerung des Bauens mit Glas solle kein Tabu sein.
Vorstand bestätigt
Während die Mitglieder des BF Jürgen Halbmeyer und Thomas Dreisbusch (Vorsitzender) bestätigten und Ralf Vornholt (Saint-Gobain Glass Deutschland) neu in den Vorstand wählten, übernimmt für die Gütegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas Iris Goldau (Pilkington) neuerdings Verantwortung im Spitzengremium; hier setzen Halbmeyer (Obmann), Dr. Klaus Huntebrinker und Dr. Bernhard Goer ihre Tätigkeit im Güteausschuss nach dem entsprechenden Votum der Mitglieder fort.
CSU – buh!
Auf Distanz ging Grönegräs, ebenfalls in der Mitgliederversammlung, zum Umgang von Teilen der Branche mit dem zunehmenden Wettbewerbsdruck aus dem (osteuropäischen) Ausland. Europa sei nun mal ein Binnenmarkt, Abschottung mache keinen Sinn. Explizit erwähnte der Geschäftsführer die Aktivitäten des VFF, die sehr politisch angelegt seien: „Wir sehen keine Notwendigkeit, da mitzumachen und uns vor diesen Karren spannen zu lassen“, gab er die Position der Projektgruppe Pro Glas wieder. Die CSU bekam schließlich auch noch ihr Fett weg; so hänge es, sagte Grönegräs, offenbar mehr und mehr von der Tagesform der Herren Seehofer und Söder ab, wo die Förderpolitik hinsteuere – vor dem Hintergrund des absehbar gescheiterten Vorstoßes, energetische Modernisierungsmaßnahmen steuerlich zu entlasten und dies über eine Kürzung beim Handwerkerbonus zu bezahlen.
GFF berichtet vom interessanten Glaskongress in seiner Juniausgabe, welche am 5.6.15 erscheint.