Obwohl bereits im Jahr 2016 eine Reform des Berufsbilds angekündigt worden war, herrscht im Glaserhandwerk weiterhin Unklarheit über Inhalte, Zeitplan und Umsetzung. Die bundesweite Lehrertagung in Vilshofen machte das Ausmaß der Verunsicherung deutlich. Was die Lehrkräfte kritisierten und wie es jetzt weitergehen muss, lesen Sie exklusiv in GFF.
Die bundesweite Lehrertagung des Glaserhandwerks am 1. und 2. Oktober 2025 in Vilshofen hat deutlich gemacht, wie groß der Informations- und Abstimmungsbedarf rund um die geplante Neuordnung des Berufsbildes und die damit verbundenen neuen Lehrpläne ist. Sowohl Fachlehrerinnen und Fachlehrer als auch Vertreter der überbetrieblichen Ausbildung äußerten erhebliche Unsicherheiten und Kritik – vor allem, weil zentrale Fragen seitens des Bundesinnungsverbands weiterhin unbeantwortet bleiben.
Roger Möhle, Geschäftsführer der Glaser-Innung Niedersachsen, der auf der Tagung – gemeinsam mit Andreas Hart, Landesinnungsmeister des Bayerischen Glaser- und Fensterbauhandwerks – über die geplanten Änderungen informierte, erläutert exklusiv für GFF, woran sich die Lehrer stören, welche zentrale Fragen weiter offen sind, und was es jetzt braucht, um die Ausbildung der kommenden Generationen im Glaserhandwerk zukunftssicher zu gestalten.
Technische Erweiterung stößt auf Widerstand
Im Mittelpunkt der Diskussion standen laut Möhle die geplanten Unterrichtsinhalte, die an vielen Stellen eine deutliche technische Erweiterung des Berufsbildes vorsehen. Künftige Auszubildende sollen sich demnach u.a. mit der Herstellung, Handhabung und Instandsetzung intelligenter Glaserzeugnisse beschäftigen, Glassysteme zur Energiegewinnung vorbereiten und einbauen sowie Dünnschichtgläser verarbeiten und integrieren können. Auch die Anwendung elektrischer und elektronischer Steuerungs- und Regeltechniken gehört zu den neuen Kompetenzfeldern.
