glaserhandwerk.org Daniel Zitto gründet Netzwerk exklusiv für Meister und Inhaber

Dem Glaserhandwerk fehlt es an Vernetzung, Austausch und Sichtbarkeit – aus diesem Grund hat Daniel Zitto von Glas-Zitto in Koblenz das Netzwerk glaserhandwerk.org gegründet, dem bereits 60 Glasermeister und Betriebsinhaber beigetreten sind. Die Anmeldung ist kostenlos, Kern der Vernetzung ist eine Whatsapp-Gruppe. Im Interview spricht Zitto über seine Motivation und die Ziele, die er mit seinem Glaser-Netzwerk erreichen will.

Daniel Zitto (46) ist geschäftsführender Gesellschafter von Zitto-Glas in Koblenz und Gründer von glaserhandwerk.org.
Daniel Zitto (46) ist geschäftsführender Gesellschafter von Zitto-Glas in Koblenz und Gründer von glaserhandwerk.org. - © Foto: Artur Lik, Koblenz

GFF: Herr Zitto, mit glaserhandwerk.org haben Sie ein neues Netzwerk für Glaserinnen und Glaser ins Leben gerufen. Wie kam es zu diesem Schritt?

Zitto: Vor zirka drei Jahren traf ich mich mit einigen Kollegen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz auf dem Partnertag eines Beschlagherstellers. Wir stellten fest, dass der Kontakt leider sehr eingeschlafen ist. Meiner spontanen Einladung nach Koblenz sind dann Glaser zwischen Eifel und Rhein-Main-Gebiet gefolgt. Die daraus entstandene Präsenzrunde dehnt sich mittlerweile bis ins Saarland aus.

Alle Glaser äußern, dass ihnen die Vernetzung, der Austausch und die Sichtbarkeit fehlen. Aus dieser Erfahrung heraus entstand bei mir die Idee, ein deutschlandweites Netzwerk zu gründen. Im Januar 2024 habe ich dann glaserhandwerk.org ins Leben gerufen.

Wie funktioniert das Netzwerk?

Kern der Vernetzung ist eine Whatsapp-Gruppe exklusiv für Glasermeister und Betriebsinhaber. Hier kann jeder eine Frage stellen und erhält Antworten aus dem Netzwerk. Zusätzlich sind Webinare erfolgt und geplant. Es gab zum Beispiel ein Webinar zum Thema Unerlaubte Handwerksausübung, weil es Konsens unter den Betrieben war, dass die zulassungspflichtigen Leistungen im Glaserhandwerk besser geschützt werden müssen. Die Chefjustiziarin der HWK Koblenz stand uns mit Fachinformationen zur Verfügung. Generell bespielen wir alle Themen aus der betrieblichen Praxis.

Finden auch persönliche Treffen statt?

Die deutschlandweite Kommunikation erfolgt virtuell. Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist auch in den Handwerksbetrieben angekommen und die Glaserkollegen sind routiniert im Umgang mit Teams und Whatsapp als Kommunikationskanäle. Es sind Präsenztermine geplant, beispielsweise gegenseitige Betriebsbesichtigungen oder ein gemeinsamer Workshop- und Messetag. Es gibt Interesse aus der Industrie, das zu begleiten. Aber es ist noch zu früh, um konkrete Informationen herauszugeben.

glaserhandwerk.org hat aktuell 60 Mitglieder, Anmeldung kostenlos möglich

Und das Netzwerk richtet sich ausschließlich an Betriebsinhaber und Meister?

Ja. Der Kreis ist so eng definiert, damit ein Austausch auf Augenhöhe erfolgt, frei von vertrieblichen Interessen. In Zukunft kann eine Erweiterung um Meisterschüler oder Gesellen interessant sein, um gezielt den Nachwuchs zu fördern.

Warum lohnt es sich für Inhaber und Meister, Teil Ihres Netzwerks zu werden?

Vorteile für die Teilnehmer ergeben sich aus den Informationen, die zur Verfügung gestellt werden, aber auch aus der Vernetzung selbst. Zurzeit ist diese weitgehend konkurrenzfrei. Durch die deutschlandweite Streuung kann jeder frei seine Fragen und Sorgen mitteilen, weil er nicht befürchten muss, dass ein direkter Mitbewerber davon profitiert. Das kann sich natürlich regional oder lokal ändern, wenn mehrere Betriebe teilnehmen. Eine Exklusivität gibt es nicht, jede und jeder ist willkommen.

Die Mitgliedschaft selbst ist für Teilnehmer kostenlos. Wie finanziert sich das Netzwerk?

Zurzeit fallen durch die schlanke Struktur keine Kosten für den Betrieb des Netzwerks an. Ich habe aber Ideen zur Finanzierung. Da, wo Kosten anfallen, kann das über Gebühren für die Teilnehmer oder ein Sponsoring abgebildet werden. Über eine Medienpartnerschaft freue ich mich sehr.

„Ein Netzwerk ist nur so relevant, wie der Nutzen, den es den Menschen stiftet.“

Daniel Zitto, Gründer glaserhandwerk.org

Wie schätzen Sie das Potenzial ein, was die Zahl der Mitglieder angeht?

Wir sind im August auf 60 Glasermeister und Inhaber angewachsen. Mein Ziel ist es, noch viele Kollegen für diese Idee zu begeistern. Eine Wunschzahl habe ich nicht, denn mit jedem neuen Teilnehmer entstehen auch neue Ideen. Aber größer ist gut, denn dann wären auch Projekte denkbar, die heute nicht möglich oder finanzierbar sind.

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