„Ab Juli 2020 bieten wir einen Meisterkurs an“, sagt Roger Möhle, Geschäftsführer der Glaser-Innung Niedersachsen. Der Grund dafür ist die große Nachfrage von Meisterwilligen, die die Ausbildung berufsbegleitend und in der Region Hannover absolvieren wollen. Bereits acht Teilnehmer sind angemeldet, um die Teile I und II des Meisterkurses bei der Innung zu absolvieren. Die Teile III und IV haben die Anwärter bereits hinter sich. Die Ausbildung umfasst voraussichtlich 650 Stunden und dauert zirka anderthalb Jahre. Glasermeister und Glasbautechniker Tim Veersmann, der für die überbetriebliche Ausbildung der Glaserlehrlinge zuständig ist, wird die Lehrgangsleitung übernehmen. Weitere Unterrichtsinhalte werden u.a. von den Sachverständigen der Glaser-Innung Niedersachsen und von Eberhard Achenbach vermittelt – oder über externe Seminare bei Fördermitgliedern wie Bohle, Pauli und Dorma abgehandelt. Für weitere praktische Einheiten ist die Innung im Gespräch mit Dipl. Ing. (FH) Rainer Kemner, er unterrichtet als Dozent an Meister- und Technikerschulen wie der Holzfachschule Bad Wildungen und der Berufsakademie Melle. „Wir wollen einen praxisorientierten Unterricht halten, von dem die angehenden Meister in vielerlei Hinsicht profitieren“, sagt Möhle. So erwerben die Meisterschüler die Qualifikation als Elek-trofachkraft für festgelegte Tätigkeiten und den Sachkundelehrgang nach TRGS 519, Anlage 4c, zum Umgang mit Asbest. Die Kosten belaufen sich für den gesamten Kurs auf etwa 6.500 bis 7.000 Euro. Das Material für Fachbücher und die Übernachtungen bei externen Lehrgängen seien damit abgedeckt. „Wer in Niedersachen den Meister macht, kann zudem vom Land finanziell unterstützt werden“, sagt Möhle. Er weist auf die Meisterprämie in Niedersachsen in Höhe von 4.000 Euro hin sowie auf das neue Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Bei Letzterem unterstützt die N Bank Teilnehmer bei Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung wie dem Meister. Der einkommensunabhängige maximale Maßnahmenbeitrag (Förderung der Lehrgangskosten) beträgt 15.000 Euro und der Zuschussanteil liegt bei 40 Prozent. „Das ist eine erhebliche finanzielle Erleichterung für die Meisterschüler“, sagt Möhle.