Mitglieder mit eindeutigem Votum GFF BW: Abschied vom BIV rückt näher

Auf der Tagesordnung der Herbst-Delegiertenversammlung des Fachverbands GFF BW stand die weitere Zusammenarbeit mit dem Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks (BIV) – aber nicht nur. GFF fasst die Sitzung in Karlsruhe zusammen.

Zirka 50 Teilnehmer waren zur Delegiertenversammlung des Fachverbands GFF BW in Karlsruhe erschienen. - © Metzger

12:43 Uhr, TOP 8 "Verhältnis zum BIV": Was mit der Frage begann, ob die Innungen im baden-württembergischen Landesverband die vom BIV angestrebte Erhöhung der Mitgliedsbeiträge mittragen würden oder nicht, gipfelte in einer intensiven Diskussion über die Zukunft des GFF BW im Bundesinnungsverband. Was war passiert? Zunächst hatten die Delegierten die Preiserhöhung einstimmig abgelehnt. Mitgliedsbetriebe hätten, statt der 63 Euro, die sie aktuell zahlen, in spätestens zwei Jahren 40 Euro mehr zahlen müssen. Das wollten die Delegierten nicht – zumindest nicht, bis vonseiten des BIV eine Mehrleistung erkennbar wäre oder der Verband die Bereitschaft erkennen ließe, sich in seinen Strukturen zu reformieren – so wie sich der GFF BW selbst vor nicht allzu langer Zeit erneuert hat.

Wandel im BIV? Fehlanzeige

Insbesondere an der Person des BIV-Hauptgeschäftsführers Stefan Kieckhöfel entzündete sich die Kritik der Anwesenden. Mit ihm in der Geschäftsstelle seien in den nächsten fünf Jahren keine Änderungen zu erwarten. Die Frage, die nun zwangsläufig aufkam: Wäre es nicht sinnvoller, die mindestens 200.000 Euro, die der GFF BW in den nächsten fünf Jahren an den BIV zahlen müsste, in den eigenen Verband zu investieren? Damit lag das Thema Austritt aus dem BIV auf dem Tisch, und rasch wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Einstimmig beschlossen die Delegierten, auf der nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr die Abstimmung über den Verbleib im BIV auf die Tagesordnung zu setzen.

Wenn sich die Mitglieder für den Austritt aus dem BIV entscheiden, wird die Kündigung zum 1. Januar 2021 wirksam. Die Kündigungsfrist beträgt ein halbes Jahr zum Ende des Rechnungsjahres. "Für uns bedeutet ein Austritt, uns für die Zukunft aufzustellen", gab LIM Jürgen Sieber den Delegierten mit auf den Weg. Zudem ist er davon überzeugt, dass ein Austritt den BIV aufgrund der dann fehlenden Mittel tatsächlich zwingen würde, nötige Reformen endlich in Angriff zu nehmen.

GFF BW wird Bundesleistungszentrum

Neben dem Verhältnis zum BIV standen auf der Mitgliederversammlung weitere Themen auf der Agenda, über die es sich zu berichten lohnt. So ehrte Jürgen Sieber die Landessieger im Praktischen Leistungswettbewerb (PLW) im Glaserhandwerk. Erster Sieger mit 267 Punkten wurde Abdukeriem Alhanafi, ihm folgte mit 250 Punkten Pascal Erath. "Toll, das ihr euch dem Wettbewerb gestellt habt", lobte Sieber das Engagement der jungen Fensterbauer. Apropos Berufsolympiade: Hauptgeschäftsführer Waldemar Dörr berichtete, dass das Glaserhandwerk 2020 in Graz erstmals an den sog. EuroSkills, der Europameisterschaft der Berufe, teilnehmen wird. Danach folgen die WorldSkills in Sankt Petersburg. Der baden-württembergische Landesinnungsverband hat dabei die Führungsrolle für die deutsche Mannschaft übernommen. Ganz offiziell soll der Verband zum Bundesleistungszentrum des Glaserhandwerks für die internationalen Berufswettbewerbe werden. "Diese Wettbewerbe können dazu beitragen, das Image unseres Berufs positiv zu beeinflussen", sagte Dörr.

Auf der sicheren Seite bei Asbest

Tipps, wie sich Betriebe im Umgang mit Asbest richtig absichern und auf welche Details sie achten sollten, gab Paul Fuhrmann von Signal Iduna. "Durch kleine Fehler kann es schnell um die Existenz gehen", sagte der Fachmann. Er erläuterte, dass generell in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen ein Asbestausschluss verankert ist. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder enthält der Versicherungsvertrag keine weiteren Regelungen, dann sind Schäden in Zusammenhang mit Asbest nicht versichert. Oder der Vertrag deckt die Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche sowie Sachschäden ab – meist in einer Höhe von 250.000 oder 500.000 Euro. Fuhrmann mahnte: "Lassen Sie Ihre Verträge prüfen und sparen Sie nicht am falschen Ende." Betriebsinhaber sollten bei der Versicherung nachfragen, welchen Versicherungsschutz sie im Bereich Asbest haben und welche Summe abgedeckt ist.

GFF hat die Mitgliederversammlung medial mit einer Facebook Live-Übertragung begleitet – natürlich exklusiv. Auf www.facebook.com/ GFFMagazin rufen Sie die entstandenen Videos ab und erfahren Sie, wie sich Landesinnungsmeister Jürgen Sieber und Hauptgeschäftsführer Waldemar Dörr unmittelbar nach der Sitzung äußerten. Den ausführlichen Beitrag im Heft finden Sie in der aktuellen Dezemberausgabe.