Unternehmerin aus Leidenschaft Brigitte Vöster-Alber: Generationenwechsel bei Geze

Mit Wirkung zum 30. Juni 2020 hat sich bei Geze Brigitte Vöster-Alber aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. 52 Jahre stand die geschäftsführende Gesellschafterin an der Spitze des Familienunternehmens. Zum 1. Januar 2021 wechselt sie in den Aufsichtsrat.

Brigitte Vöster-Alber leitete das Familienunternehmen 52 Jahre lang. - © Karin Fiedler / Geze GmbH

Mit einem sicheren Gespür für die Anforderungen des Markts, Mut und Durchsetzungskraft hat Brigitte Vöster-Alber das Unternehmen erfolgreich gemacht und u.a. die Internationalisierung früh entschlosssen vorangetrieben. Heute zählt Geze vier Fertigungsstandorte – am Unternehmenssitz Leonberg, in China, in Serbien und in der Türkei. Hinzu kommen weltweit 32 Tochtergesellschaften. Hoch priorisiert ist die Digitalisierung, wie Entwicklungen bei Smart Building-Technologien unter Beweis stellen. Als wichtigste Treiber seines Handelns sieht Geze den technologischen Fortschritt und maximalen Kundennutzen.

Eine Frau an der Spitze – damals eine Seltenheit

Nach dem frühen Tod des Vaters und des Großvaters übernahm Brigitte Vöster-Alber mit 24 Jahren die Geschäftsführung des bereits international erfolgreichen Ski- und Bauprodukteherstellers. Eine Frau an der Spitze eines Unternehmens war damals eine Seltenheit – heute sind Frauen in Führungspositionen bei Geze selbstverständlich. Als Familienunternehmerin der fünften Generation gab Vöster-Alber Impulse, modernisierte das Produktportfolio und gründete weltweit Tochtergesellschaften. Ihr Mann Hermann Alber stand ihr dabei sowohl privat als auch 31 Jahre in der Funktion des Geschäftsführers Technik zur Seite. Er initiierte z.B. 1996 die Gründung einer chinesischen Tochtergesellschaft in Tianjin. Gemeinsam machten beide das Unternehmen zu einem Global Player für Hightech-Systeme an Türen und Fenstern.

Großer Anteil von Frauen in Führungspositionen

Als Mutter von vier Kindern ist der Unternehmerin die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders wichtig. Mit knapp einem Drittel ist bei Geze der Anteil von Frauen in Führungspositionen hoch. Für Brigitte Vöster-Alber ist unternehmerisches Engagement seit jeher verbunden gewesen mit dem Einsatz für soziale und kulturelle Projekte. Sie unterstützt Kinder-Hilfsprojekte wie die Stuttgarter Olgäle-Stiftung für das kranke Kind oder das Kinderhilfswerk Plan International. Sponsoring-Aktivitäten für Kunst, Kultur und Sport sowie für das Wohl der Tiere haben einen hohen Stellenwert.

Vielfältige Auszeichnungen für das Lebenswerk

Für ihr Lebenswerk hat Brigitte Vöster-Alber zahlreiche Auszeichnungen erhalten: 2009 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2013 erhielt sie die Ehrenbürgerwürde der Stadt Leonberg. 2016 erkannte ihr das Land Baden-Württemberg die Wirtschaftsmedaille zu, zudem ehrte sie die Konrad-Adenauer-Stiftung 2016 mit dem Preis Soziale Marktwirtschaft. Die Begründung lautete: "Sie ist die entscheidende Impulsgeberin für die Ziele des Familienunternehmens und Hüterin seiner Werte. Beispielhaft steht sie für unternehmerischen Weitblick, Innovationsfähigkeit und große Verantwortung gegenüber den Beschäftigten, der Gesellschaft und der Umwelt."

So sieht die Zukunft aus

Nun findet im 1863 gegründeten Unternehmen ein Generationenwechsel statt. Die Nachfolge wurde sorgfältig und langfristig vorbereitet. Marc Alber, Andrea Alber und Sandra Alber sowie Tomislav Jagar arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich in der Geschäftsleitung von Geze zusammen und führen das Unternehmen seit Juli 2020 gemeinsam.