Überraschender Wechsel an der Spitze von Schüco: Nach knapp 16 Jahren ist Dirk U. Hindrichs als geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter des Unternehmens ausgeschieden. Wie das Bielefelder Unternehmen mitteilt leitet Dr.-Ing. Hinrich Mählmann ab sofort die Geschäfte des Konzerns mit mehr als 5200 Mitarbeitern. Erklärtes Ziel sei und bleibe es, "grüne Technologie für den Blauen Planeten" zugunsten des Klimaschutzes zu entwickeln und zu vertreiben.

Mählmann ist nach Unternehmensangaben persönlich haftender Gesellschafter der Otto Fuchs Kommanditgesellschaft, Meinerzhagen, Muttergesellschaft der Schüco International KG. Der neue Mann an der Spitze von Schüco wird der offiziellen Verlautbarung nach unterstützt durch das bisherige Geschäftsleitungsteam der Schüco International KG, bestehend aus Horst Platzhoff, Dr. Nico Reiner, Helmut Marzahn und Carsten Heuer. Schüco bleibe wie bisher eigenständige Tochter der Otto Fuchs Gruppe mit den drei Sparten Metallbau, Neue Energien und Kunststoff.
Auseinandersetzungen in der Frage der Ausrichtung

Wie das in Bielefeld erscheinende Westfalen Blatt vermeldet, sei Hindrichs bereits Mitte der vergangenen Woche "abberufen worden." Zwei Tage später seien die Mitarbeiter weltweit in einem Schreiben über den Schritt informiert worden. Die Zeitung zitiert Hindrichs mit den Worten: "Es hat unter den Gesellschaftern Auseinandersetzungen in der Frage der Ausrichtung gegeben, in deren Folge ich als Geschäftsführer ausgeschieden bin." Weiter soll Hindrichs gesagt haben: "In einem Familienunternehmen kommt so etwas schon mal vor." Er habe sich nichts vorzuwerfen und gehe nicht im Groll: "Es war eine gute Zeit, Schüco ist ein gutes Unternehmen." Obwohl als geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG geführt, hielt Hindrichs offenbar keine Anteile am Unternehmen.
Verluste im Geschäftsbereich Solar
Hindrichs bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge, dass der Geschäftsbereich Solar auch bei Schüco zuletzt deutlich gelitten habe, unter anderem wegen der drastischen Senkung der staatlichen Förderung von Photovoltaikanlagen. Diese hatte Hindrichs im März offenbar als "abenteuerliche Entscheidung mit Bananenrepublik-Charakter" kritisiert. Der Umsatz der Schüco-Gruppe soll 2011 spürbar unter den Wert des Vorjahres gefallen sein. Die Solarsparte soll das Gesamtergebnis laut Westfalen Blatt im vergangenen Jahr mit einem dreistelligen Millionenverlust belastet haben. Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht.