Auf Tuchfühlung zu den wichtigsten Verantwortlichen bei Fassadengigant Gartner sind im März bei einem Architektenevent im Stadthaus Ulm die fachkundigen Teilnehmer gegangen. Technikchef Bernhard Rudolf und Geschäftsführer Klaus Lother diskutierten in den Räumen einer von Gartner gesponserten Fotografie-Ausstellung zu den Bauten Oscar Niemeyers in Brasilia aktuelle Technologietrends in der Fassade.

Dazu zählt das Unternehmen Lösungen, um die Dokumentation für die immer komplexer werdenden verbauten Systeme zu verbessern. Stichwort RFID: Wie der Chef selbst deutlich machte, hat der Fassadenbauer aus dem nahen Gundelfingen viel Geld in ein wissenschaftliches Forschungsvorhaben gesteckt, um auf kleinen, nur einen Euro teuren Chips grundlegende Informationen z.B. über das jeweilige Element, etwa eine Glasscheibe, in der Fassade abzulegen. Sollte nach Jahren der Nutzung ein Austausch erforderlich sein, scannt der Facility Manager mit einem speziellen Lesegerät die Daten, um so die Logistik zu optimieren.
Keine Fehler
Denn die wird immer anspruchsvoller. Bei Novartis in Basel, wo das Who is who der internationalen Architektur je einen Abschnitt plante, wollte Frank O. Gehry nur lauter unterschiedliche Elemente, und das auf verschiedenen Ebenen, verbaut wissen. Um den Überblick vor Ort nicht zu verlieren, taktete Gartner bereits in der heimischen Produktionsstätte die Anlieferung entsprechend, wiederum verwendete Mikrochips bzw. die Daten darauf wurden beim Einfahren der Lkw auf die Baustelle registriert.
So gesehen wurde beim kleinen, aber feinen Event in Ulm vor allem eines deutlich: Wer bei internationalen Leuchttürmen wie dem Smithsonian Museum in Washington D.C., dem MoMA oder der Bank of China in Hongkong (alles Gartner) zum Zug kommen will, der muss nicht nur Architektenwünsche erfüllen, sondern zuallererst Fehlerquellen eliminieren.
GFF berichtet ausführlich in seiner Maiausgabe, die am 6.5.13 erscheint, und konnte dafür Bernhard Rudolf zu einem exklusiven Interview gewinnen!