Fassade -

Hinterschnittanker sichern La Grande Arche Fassadenbau in der vierten Dimension

Mit frischem Gesicht präsentiert sich La Grande Arche de la Fraternité vor den Toren von Paris. Granitplatten, gehalten von zirka 76.000 Zykon-Plattenankern des Typs FZP-II eines deutschen Herstellers, ersetzen den ramponierten Carrara-Marmor an der Fassade.

Mit zirka 111 Meter Höhe, 107 Meter Breite und 112 Meter Länge ist das Bürogebäude La Grande Arche nahezu kubenförmig. Die Gebäudekonstruktion besteht aus Stahlbeton, die Fassade aus Glas und Naturstein. Die Kanten der Fassade bilden die Form eines vierdimensionalen Hyperwürfels. Das Bauwerk öffnet sich nach Westen und Osten hin, von wo aus es wie ein Triumphbogen wirkt. Jedoch sind die Pfeiler, auf denen das Gebälk auflagert, etwa 19 Meter breite Seitenwände im Norden und Süden. Dahinter befinden sich 35 Geschosse, die für Büro- und Konferenzräume genutzt werden, eine Aussichtsplattform und öffentliche Bereiche.

Wahrzeichen und Touristenattraktion

Optisch und geografisch markiert das Gebäude aus westlicher Perspektive den Beginn des modernen Geschäftsviertels an der Axe historique. Indem sich das Bauwerk um sechseinhalb Grad aus der Sichtachse herausdreht, lässt sich die räumliche Tiefe aus dieser Perspektive erahnen.

Präsident François Mitterrand gab das Gebäude 1984 in Auftrag. Seit seiner Eröffnung am 14. Juli 1989 hat sich La Grande Arche als Wahrzeichen des Geschäftsbezirks La Défense und Touristenattraktion etabliert. Nach 26 Jahren wies das Gebäude jedoch Abnutzungsspuren auf und wurde jetzt umfassend saniert.

Granit statt Marmor

Die Maßnahmen betrafen neben der Fassade die Büroräume und das Dach. Die Schwerpunkte lagen darauf, die Energieeffizienz des Gebäudes sowie den Komfort und die Barrierefreiheit der Räume zu steigern. Wichtig war es, der Architektur nicht den ursprünglichen Charakter und ihren Wiedererkennungswert zu nehmen.

Hitze, Frost, Feuchtigkeit und Luftverschmutzung versetzten die Platten aus weißem Carrara-Marmor in einen schlechten Zustand. Verformungen, Abplatzungen und Risse waren die Folge und einige der mit Dornankern befestigten Platten lösten sich. Daher wurde der Marmor durch weißen Granit ersetzt, der aus einem Steinbruch in Vermont, USA, gewonnen wurde. Dieser Stein erreicht durch seine spezielle Oberflächenbehandlung den gleichen Farbton und Glanz wie der ursprüngliche Marmor, ist aber wesentlich robuster. Mobile Zugangsplattformen ermöglichten sichere Austauscharbeiten an der Fassade.

Formschlüssige Befestigung

Die Befestigung mit Hinterschnittankern oblag dem Bereich Fischer SystemTec der Unternehmensgruppe Fischer in Zusammenarbeit mit einem Bohrunternehmen. Eingesetzt wurden FZP-II-SO Zykon-Plattenanker zur Abstandsmontage, um die Granit-Platten an der Fassade anzubringen. Dabei lieferte Fischer 42.500 Anker zur Sanierung der Südseite und der Schmuckflächen von Ende 2015 bis Ende 2017. Von Ende 2017 bis Ende 2018 gingen 33.500 Stück des Typs FZPII-SO an Unimarbres für den Plattentausch an der Nordfläche. „Unsere Hinterschnittanker bieten höhere Belastungswerte als herkömmliche Ankersysteme“, erklärt Jérôme Daumur, Leitung Technik bei der Landesgesellschaft Fischer Frankreich. Die Zykon-Plattenanker FZP-II sorgen für eine formschlüssige und spreizdruckfreie Befestigung im konisch hinterschnittenen Bohrloch. Ihre rückseitige Montage ermöglicht die Befestigung im Fünftelpunkt der Fassadenplatte. Verglichen mit Rand- oder randnahen Befestigungen werden durch diese Technik niedrigere Plattenbiegemomente und höhere Tragfähigkeiten erreicht. So sei es möglich, dünnere und größere Platten als mit Randbefestigungen zu fixieren. Im Vergleich zu der vorherigen Lösung lassen sich auch einzelne Platten im Bedarfsfall austauschen.

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