Der nach wie vor bestehende Handlungsbedarf, um nationale, europäische und internationale Klimaziele zu erreichen, ist wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Damit war auch das Thema der Tagung Fassade 20 gesetzt: energieeffiziente Fassaden.

Die Energieeffizienz eines Gebäudes hängt in besonderem Maß von der Gebäudehülle ab. So ist es nicht verwunderlich, dass die Tagung Fassade 20 der Hochschule Augsburg sich in diesem Jahr dem Trendthema Klimaschutz widmete.
Weltweite Unterschiede
Weltweit gewinnen energieeffiziente Fassaden an Bedeutung. Das zumindest ist die Erfahrung von Bernhard Rudolf, Head of Engineering bei Fassadenbauer Josef Gartner. „Es ist eine Aufbruchstimmung spürbar.“ Rudolf stellte in seinem Vortrag verschiedene aktuelle Gartner Projekte vor, die sich über den gesamten Globus verteilen, und bewertete diese hinsichtlich der Energieeffizienz.
Dabei gibt es allerdings große Unterschiede, zumal die Energieeffizienz bei diesen Prestigebauten ohnehin nicht immer höchste Priorität genieße. Das werde zum Beispiel in den USA deutlich, wo das Design einen höheren Stellenwert habe als ein geringer Energieverbrauch. Europa wiederum sei sehr gut unterwegs, wenn es um Energieeffizienz in der Gebäudehülle geht. Deutschland schneide sehr gut ab, ebenso wie die vorgestellten Projekte in Russland und Großbritannien.
Fenstertausch fördern
Wie relevant das Bauteil Fenster ist, um Energie einzusparen, erläuterte Dr.-Ing. Claus Weller vom gleichnamigen Ingenieur- und Sachverständigenbüro in seinem Vortrag. Angesichts eines riesigen Gebäudebestands in wärmetechnisch schlechter Qualität – Weller sprach von 250 Millionen Fenstereinheiten mit einem U-Wert von 3,0 W/m2K oder schlechter in Deutschland – liege das größte Potenzial beim Wärmeschutz in der energetischen Gebäudesanierung. Er fürchtet indes, dass der kostentechnische Anreiz für viele Bauherren nicht ausreichend sei, weil sich die Investitionskosten für den Kauf neuer Fenster über die Heizkostenersparnis erst nach sehr langer Zeit amortisierten – wenn überhaupt.
Vielleicht kann die steuerliche Förderung, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist, den Anreiz zum Fenstertausch schaffen. Dipl.-Ing. André Hempel aus dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, der das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung in Bezug auf die Gebäudehülle vorstellte, ist zuversichtlich. „Wir Deutsche mögen es lieber, Steuern zu sparen, als KfW-Programme in Anspruch zu nehmen.“
Die Zusammenfassung der Tagung lesen Sie in der GFF-Aprilausgabe – unser Heft erscheint am 3.4.20.