Eurolam, Hersteller von Lamellenfenstern, entwickelt sein Produkt seit der Gründung Mitte der 90er-Jahre stetig weiter. Inhaber Ernst Hommer berichtete GFF, wie die Firma zu dem wurde, was sie heute ist – und warum sie eigentlich Lamellenfenster herstellt.

Im Jahr 1996 nahm bei Hommer erstmals die Idee Gestalt an, eine neue Art von Fenster zu entwickeln. Komplett neu war die Idee des Lamellenfensters dabei keineswegs, da diese bereits im 18. Jahrhundert umgesetzt wurde. Innovation stand im Fokus und war sein Hauptantriebsgrund. Das Ziel war, einen effektiveren Luftaustausch mittels Raumlüftung zu erreichen.
Deswegen entschied sich der gelernte Metaller, seine Zelte abzubrechen und etwas völlig Neues zu wagen. "Ich bin Mitte der 80er-Jahre das erste Mal mit dem Thema Lamellenfenster in Berührung gekommen. Besonders interessant fand ich dabei, dass die Lüftungsleistung im Gegensatz zum herkömmlichen Kippfenster viel höher ist", sagt Hommer. "Das Thema hat mich dann letzten Endes nicht mehr losgelassen."
Lamellenfenster seit mehr als 25 Jahren
So setzte er sich Mitte der 90er-Jahre an die Entwicklung seines ersten eigenen Lamellenfensters. Die Firmengründung erfolgte 1997. Seitdem vergeht kein Tag, an dem der Unternehmer nicht an neuen Ideen und der Weiterentwicklung seiner Fenster bastelt. Seine übergeordneten Hauptthemen sind dabei: Lüftung und Rauchentwicklung.
Zwei Jahre Entwicklungszeit
Für die Entwicklung des ersten eigenen Fensters benötigte Hommer zwei Jahre. Dies geschah damals schon an dem Ort, der auch heute noch der Hauptsitz des Unternehmens ist: Wiegendorf im Landkreis Weimarer Land. "Wir haben mit einem 100 Quadratmeter Büro und einer Produktion von 150 bis 200 Quadratmeter angefangen. Das Team bestand aus mir und einer Person für das Büro", erinnert sich Hommer an die Anfänge. Die Firma ist klein, aber der Chef ist findig. Hommer ist Techniker mit Leib und Seele, der keine Herausforderung scheut.
Sukzessive Erweiterung des Grundstücks
1999 baute das Unternehmen eine Halle mit 600 Quadratmeter Produktionsfläche. 2000 folgte eine zusätzliche Produktionshalle mit 600 Quadratmeter. Aber der Platz reichte nicht aus. Im Nachbarort mietete Hommer ein Außenlager an. 2011 gab er den Bau einer weiteren Halle in Auftrag. Heute umfasst sein Betriebsgelände zirka 5.000 Quadratmeter.
Stetige Erneuerung des Sortiments: Automatisierte Steuerung
Was die Produkte angeht, hat Forschung und Entwicklung bei Eurolam einen hohen Stellenwert. So hat das Unternehmen zum Beispiel ein Produkt für eine automatisierte Luftzufuhr in Innenbereichen entwickelt. Überschreitet der CO2-Gehalt im Raum, der mithilfe eines Messgeräts ermittelt wird, 900 ppm, öffnen sich dank integriertem, kabelgebundenem Motor die Lamellenfenster. Ist der CO2-Gehalt wieder auf einem niedrigen Niveau, schließen die Fenster automatisiert. "Unsere neueste Entwicklung besitzt eine eigens integrierte Solarzelle sowie einen eigenen, im Motor integrierten Energiespeicher. Dadurch wird die Steuerung des Lamellenfensters vollkommen autark ausgeführt." Der benötigte Strom für den Motor werde von den Solarzellen erzeugt.
Lüften, ohne den Raum auszukühlen
Entgegen den Erwartungen der meisten Kunden kühlt der Raum durch den Luftaustausch mittels Lamellenfenstern nicht signifikant aus. "Dadurch, dass sich das Fenster nur für einen kurzen Zeitraum öffnet, unten frische Luft hereinströmt und oben die verbrauchte Luft abfließt, bewegen wir uns hier bei einer Raumauskühlung von etwa einem Grad", sagt Hommer.
Der Kunde könne sein Zuhause sogar mittels Zeitschalter automatisiert lüften lassen, das funktioniere auch bei Abwesenheit, so dass keine Temperaturunterschiede zu spüren seien. Gerade Schulen würden durch kurze Einbau- beziehungsweise Austauschzeiten der Lamellenfenster enorm davon profitieren: "Gerade in Coronazeiten, wo oft die komplette Zeit das Fenster geöffnet sein muss, kühlt die automatisierte Lüftung den Raum nicht allzu sehr herunter."
Den kompletten Beitrag lesen Sie in der GFF-Ausgabe 7-8/22.