Bundesverband Flachglas Entwürfe für Teile 1 bis 3 der DIN EN 19100 veröffentlicht

Das Europäische Komitee für Normung (CEN) hat gerade die drei Entwurfsteile der DIN EN 19100 (Eurocode 10 - Design of glass structures) veröffentlicht. Bis zum 16. Oktober besteht die Möglichkeit, eine fachliche und redaktionelle Stellungnahme abzugeben. 
 

Für die weitere Normung des konstruktiven Glasbaus hat das CEN die Teile 1 bis 3 der DIN EN 19100 als Entwurf zur Einsicht veröffentlicht.
Für die weitere Normung des konstruktiven Glasbaus hat das CEN die Teile 1 bis 3 der DIN EN 19100 als Entwurf zur Einsicht veröffentlicht. - © Dirks

Die Richtung, in die sich der konstruktive Glasbau in Europa entwickeln wird, zeichnet sich immer mehr ab. Durch die neue DIN EN 19100 soll das bautechnische Potenzial des Baustoffs Glas gesteigert und weiter ausgebaut werden. Neben den bekannten Anwendungen haben auch neue Berechnungsverfahren den Weg in die europäische Normung gefunden. Dazu gehören u. a. der Schubverbund von laminierten Verglasungen, Lasten auf Isolierglasscheiben und – zum ersten Mal in der Normungsgeschichte des Glasbaus – die Nutzung von in der Scheibenebene belasteten Komponenten.

Ein weiterer Schritt zur europäischen Glasbaunormung

Nach mehr als zehn Jahren Arbeit im europäisch zuständigen Komitee, dem "CEN/TC 250/SC 11 - Structural Glass", unter dem Vorsitz von Professor Markus Feldmann von der RWTH Aachen ist mit der Veröffentlichung der drei Entwurfsteile der DIN EN 19100 ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur europäischen Glasbaunormung getan. Die Entwürfe können aktuell im DIN-Norm-Entwurfs-Portal eingesehen und bis zum 16. Oktober 2024 kommentiert werden.  Außerdem können sie über DIN-Media gekauft werden.

Erfahrungen aus Hersteller und Anwendersicht

Der Bundesverband Flachglas (BF) wirkt aktiv im national zuständigen DIN-Gremium (NA 005-09-25 AA - Bemessungs- und Konstruktionsregeln für Bauprodukte aus Glas) zur EN 19100 mit und spiegelt die Entwicklungen im eigenen Arbeitskreis "Sicherheitsglas und Glasbemessung" wider. "Um den geplanten Eurocode Glas der nach Zeitplan 2027 veröffentlicht werden soll, für die nächsten Schritte fit zu machen, sind die Erfahrungen aus Hersteller- und Anwendersicht von grundlegender Bedeutung", sagt Steffen Schäfer vom Bundesverband Flachglas. "Hiermit können mögliche Fragestellungen nach der Einführung vermieden werden."

Die Mitarbeit in den entsprechenden Arbeitskreisen des BF bringe einige Vorteile mit sich. Denn hier könne man gemeinsames Wissen und Erfahrungen bündeln und sich selbst aktiv beteiligen. Es sei wichtig, sich frühzeitig über die Entwicklungen zu informieren und sich fachlich mit anderen AK-Mitgliedern auszutauschen. "Erst dann, wenn wir unser Wissen teilen und anderen zugänglich machen, können wir wirklich etwas bewirken. Nur durch den Austausch kann man voneinander lernen, neue Ideen entwickeln und gemeinsam Lösungen finden," betont Schäfer.

Erarbeitung der nationalen Anhänge

In Deutschland startet jetzt, neben den erwähnten Kommentierungen der vorliegenden drei Teile, die Erarbeitung der nationalen Anhänge. Diese sind essenziell für die spätere Anwendung, da der Eurocode zunächst keine an Bauarten gekoppelte konstruktiven Vorgaben enthält, welche derzeit einen wesentlichen Bestandteil der DIN 18008 ausmachen. Da die DIN 18008 bei der Einführung des Eurocodes 10 zurückgezogen wird, sollten die nationalen Anhänge den derzeitigen Stand der Technik widerspiegeln.