Elektronische Zutrittsorganisation Elektrische Schließsysteme schützen kritische Infrastrukturen

Nach einem gezielten Angriff auf Teile der Energieversorgung rückt der physische Schutz kritischer Infrastrukturen stärker in den Fokus. Elektronische Schließsysteme wie blueEvo von Winkhaus sollen Betreibern helfen, strengere Vorgaben umzusetzen – und auch im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Für Einrichtungen der kritischen Infrastruktur ist es besonders wichtig, Zutrittsereignisse jederzeit nachverfolgen zu können. Dafür bietet blueEvo unterschiedliche Möglichkeiten.
Für Einrichtungen der kritischen Infrastruktur ist es besonders wichtig, Zutrittsereignisse jederzeit nachverfolgen zu können. Dafür bietet blueEvo unterschiedliche Möglichkeiten. - © Winkhaus

Ein mehrtägiger Stromausfall in Berlin zu Jahresbeginn hat nach Angaben von Winkhaus gezeigt, wie anfällig zentrale Versorgungsstrukturen sind. Auslöser sei ein gezielter Angriff auf Teile der kritischen Infrastruktur gewesen. Die Bundesregierung habe darauf reagiert und höhere Anforderungen an den Schutz solcher Einrichtungen formuliert. Für Betreiber rückt damit neben der IT-Sicherheit auch der physische Schutz von Gebäuden und sensiblen Bereichen stärker in den Fokus.

Zur kritischen Infrastruktur zählen Energie- und Wasserversorger, Verkehrs- und Telekommunikationsnetze, Gesundheitseinrichtungen sowie zentrale Industriebetriebe. In diesen Bereichen gefährdet unbefugter Zutritt nicht nur einzelne Standorte, sondern unter Umständen die Versorgungssicherheit und zentrale Betriebsabläufe. Betreiber stehen daher vor der Aufgabe, ihre Sicherheitskonzepte regelmäßig zu prüfen und anzupassen. Mechanische Schließanlagen stoßen laut Winkhaus vor allem dann an Grenzen, wenn zahlreiche Dienstleister eingebunden sind, unterschiedliche Nutzergruppen Zugriff erhalten oder eine hohe Personalfluktuation herrscht.

Elektronische Systeme und NIS-2 verschärfen den Rahmen

Mit der europäischen Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-2) steigen die Anforderungen weiter. Betreiber kritischer Einrichtungen müssen nachweisen, dass sie geeignete Maßnahmen gegen physische und digitale Sabotage ergreifen. Elektronische Zutrittsorganisationen unterstützen nach Angaben von Winkhaus dabei, diese Vorgaben strukturiert umzusetzen.

Als Beispiel nennt das Unternehmen sein elektronisches Schließsystem blueEvo. Es ermöglicht eine zentrale Verwaltung von Zutrittsrechten, schnelle Anpassungen bei Personalwechseln sowie eine transparente Dokumentation sämtlicher Zugangsereignisse. Mit der Software "BE blueControl" lassen sich Berechtigungen zeitlich und räumlich differenziert vergeben. Verliert eine Person ihr Identmedium, sperrt der Administrator dieses unmittelbar, ohne dass Zylinder oder weitere Hardware ausgetauscht werden müssen. Über sogenannte Virtual Network Hubs überträgt das System Änderungen ohne manuellen Eingriff an die Komponenten, so dass neue oder angepasste Rechte zeitnah wirksam werden.

Die Hardwarekomponenten von blueEvo sind besonders robust und widerstandsfähig. Dadurch schützen sie auch vor Vandalismus und mechanischen Einwirkungen von außen.
Die Hardwarekomponenten von blueEvo sind besonders robust und widerstandsfähig. Dadurch schützen sie auch vor Vandalismus und mechanischen Einwirkungen von außen. - © Winkhaus

Auch die Hardware spielt für Betreiber eine Rolle. Zylinder, Beschläge und Zutrittsleser halten dank flächenbündiger Installation selbst hohen mechanischen Belastungen und Manipulationsversuchen stand.

Betriebssicherheit auch bei Netzausfall

Neben der organisatorischen Flexibilität adressieren elektronische Schließsysteme laut Winkhaus auch den Ernstfall. Die digitale Verwaltung funktioniere zeitweise ohne Netzwerkverfügbarkeit. In Zutrittskontrollzentralen und Aufbuchlesern speichere das System Berechtigungen vorsorglich, so dass berechtigte Personen auch bei einer Unterbrechung der Netzwerkverbindung Zugang erhalten. Diese Offline-Fähigkeit bleibe für bis zu 31 Tage bestehen. Sensible Daten schützt nach Unternehmensangaben eine mehrstufige Sicherheitsarchitektur. Sie verhindere unberechtigte Zutritte und erhöhe den Schutz vor Hackerangriffen.

"Mit blueEvo verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz für Anwendungen in sicherheitskritischen Bereichen", sagt Dr.-Ing. Volker Brink, Leiter Produktmanagement Zutrittsorganisation bei Winkhaus. Neben technischen Schutzmaßnahmen habe das Unternehmen eine Lösung entwickeln wollen, die Betreiber bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen unterstütze. Zugleich habe das Team Wert auf einen hohen Automatisierungsgrad und eine einfache Bedienbarkeit gelegt.

Nach Angaben von Winkhaus bewähren sich elektronische Schließsysteme bereits bei Versorgungsunternehmen, kommunalen Institutionen und in der Logistikbranche. Angesichts verschärfter gesetzlicher Vorgaben und wachsender Bedrohungslagen dürfte die elektronische Zutrittskontrolle für kritische Infrastrukturen weiter an Relevanz gewinnen. Für Betreiber entwickelt sie sich zum festen Bestandteil umfassender Sicherheitskonzepte.

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