Von der Glaserei zum Komplettdienstleister Ein Unternehmen auf der Höhe der Zeit

Bei Glasbau Zillinger in Vilshofen decken die 23 Mitarbeiter nicht nur den Bereich Glas ab, sondern auch die angrenzenden Gewerke. Die Brüder Rainer (42) und Michael (32) haben den väterlichen Betrieb so zum modernen Glasbau-Unternehmen entwickelt.

Geschäftsführer Rainer Zillinger hat sein Unternehmen im Griff. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, will er in den Ausbau der Glasbearbeitung investieren. - © Metzger

Vater Egon Zillinger (71) gründete das heutige Familienunternehmen 1981 als klassische Glaserei, mit damals drei Angestellten. Im Mittelpunkt standen die Neubauverglasung sowie Reparaturarbeiten. Nach und nach erfolgte der Wandel zum modernen Glasbau-Unternehmen, der sich mit dem Einstieg der Brüder in den Betrieb – Rainer Zillinger begann seine Ausbildung 1988, Bruder Michael folgte ihm zehn Jahre später – schließlich vollzog. „Wir haben uns mit dem Fassadenbau und dem Bereich Holz/Alu neue Geschäftsfelder erschlossen“, erläutert Rainer Zillinger, der das Unternehmen heute gemeinsam mit seinem zehn Jahre jüngeren Bruder leitet. „Wir liefern unserem Kunden nicht bloß das Glas, sondern auch die Konstruktion außen herum.“ Die mittlerweile 23 Mitarbeiter, darunter sind zwei Techniker, decken gewerkeübergreifend alle Arbeiten ab, vom Glaszuschnitt über die Metall- und Holzbearbeitung bis hin zur Oberflächenbehandlung. Das Unternehmen ist Komplettdienstleister für den Innen- sowie Außenbereich und bietet alles von der Ganzglasdusche bis hin zur großflächigen Fassadenverglasung. Ein Gesamtpaket bietet Zillinger ebenso beim Kundenservice. Der Betrieb übernimmt die vollständige Abwicklung: von der Beratung über Aufmaß und Planung bis hin zur Montage und Nachbetreuung.

Die sehr häufig individuell gefertigten Produkte erfordern laut Rainer Zillinger einen hohen Planungsaufwand. Das liege unter anderem an den Anforderungen, die immer strenger werden, z.B. was die Statik betrifft (DIN 18008). „Es wird jedes Jahr verrückter“, resümiert der Unternehmer kopfschüttelnd. Unabdingbar sei es, immer auf der Höhe der Zeit zu sein – nicht nur bei den Berechnungsformeln.

Fertigung im eigenen Haus

Besonderen Wert legt Zillinger auf seine Produktqualität. „Wir haben den Vorteil, dass wir bei den Mitarbeitern eine geringe Fluktuation haben“, betont Zillinger. Stärken sowie Schwächen der Mitarbeiter seien dadurch bekannt. Zudem finden für die Beschäftigten regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen statt. Um auf der technischen Seite optimal gerüstet zu sein, will Zillinger demnächst in eine CNC-Maschine zur ESG-Bearbeitung und eine verbesserte EDV-Einbindung investieren. Das Ziel sei es, die Glasbearbeitung mehr im eigenen Haus anzusiedeln. „Auf diese Weise wollen wir externe Fehlerquellen minimieren und, insbesondere im Fall von Vitrinen und lackierten Gläsern, eine sehr hohe Maßgenauigkeit sicherstellen“, erläutert Zillinger. Bei vielen Produkten hat sich das Unternehmen nämlich geringere Fertigungstoleranzen vorgegeben als in der Industrie üblich. „Wenn wir die Fertigung in der eigenen Hand haben, können wir unsere Ansprüche besser einhalten.“