Kunststoffprofile für Schiebefenster und -türen Ein höherer Glasanteil geht nicht

Gealan hat der Öffentlichkeit erstmals sein neues Inline-Schiebesystem präsentiert. Weiterer Schwerpunkt war ein Ganzglas-System, das durch seine minimalen Profilansichten innen wie außen für einen hohen Glasanteil bei Fenstern und Balkontüren sorgt.

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    Das Gealan-Schiebesystem überträgt das Dichtungsprinzip klassischer Drehkipp-Elemente auf Schiebelösungen.
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    Das Ganzglas-System Gealan-Kubus

Das Hauptmerkmal des neuen Inline-Schiebesystems ist eine umlaufende äußere Dichtung, an die der Systemflügel mittels intelligenter Beschlagtechnik angepresst wird. Damit wird das Dichtungsprinzip klassischer Drehkipp-Elemente auf Schiebelösungen übertragen. Im Zusammenspiel von Profil- und Beschlagtechnologie erreicht das Schiebesystem hohe Werte für die Wasser-, Luft- und Schalldichtheit. Die platzsparende Fenster- und Türenlösung sorgt zudem dafür, dass die zur Verfügung stehende Raumfläche bestmöglich genutzt wird.

Dank der komplett rollengelagerten Bauweise der Elemente lassen sich die Flügel einfach verschieben. Der Flügel wird bei Öffnung axial abgestellt, ohne dabei das Gesamtgewicht des Flügelelements anzuheben oder aus der Elementebene herauszuschwenken. Das vereinfacht bei schweren Dreifach-Verglasungen die Bedienung. Durch das Vermeiden von Fehlbedienungen eignet sich das Schiebesystem für den Einsatz in öffentlichen oder teilöffentlichen Gebäuden wie Hotels oder Pflegeeinrichtungen. Das Verriegeln erfolgt ebenfalls mit wenig Kraftaufwand. Ein weiteres Merkmal ist die geringe Systembautiefe in Flügel und Rahmen. Sie ermöglicht sowohl eine rationelle Verarbeitung des umlaufend geschweißten Zargenprofils über Fertigungsanlagen als auch den Einsatz im Renovierungsbereich. Das neue Schiebesystem wird im Sommer 2018 im Markt eingeführt.

Passivhaustauglichkeit als Standard

Mit dem Ganzglas-System Gealan-Kubus will der Profilgeber eine neue Formensprache für Kunststofffenster in der Architektur definieren. Mehr Licht und Transparenz durch große Glasflächen eröffnen erweiterte Gestaltungsspielräume. An der Rauminnenseite ist das System mit einer flächenbündigen Ansicht ohne Fugen ausgestattet, denn der Flügel ist gänzlich ohne Glasleisten ausgebildet. An der Außenseite unterstreicht der rechtwinkelige Überschlag den Gesamteindruck. Damit wurden Merkmale aus dem Holz- und Aluminiumfensterbereich in ein modernes Kunststoffsystem übertragen. Das Ganzglas-System erreicht einen geprüften Uf-Wert von 0,88 W/m²K. Zudem wurde der Nachweis der Passivhaustauglichkeit von Komponenten für Fenster nach der ift-Richtlinie WA15/2 erfüllt. Damit ermöglicht das System den Bau passivhaustauglicher Fensterelemente auch in Farbe – und dies unter Verwendung von Standard-Profilen und Zwei-Millimeter-Stahlaussteifungen.

Ebenfalls in Nürnberg zu sehen war die vollständig ausgebaute Systemplattform S 9000 für den Bau von Fenstern, Balkontüren, Haustüren und Hebeschiebe-Türen in Neubau und Renovierung. Ausgestattet mit 82,5 Millimeter Systembautiefe und drei Dichtebenen vereint das System die Charakteristik von Mittel- und Anschlagsdichtung. Durch die Produktvielfalt bedient der Fensterhersteller einerseits unterschiedliche Marktanforderungen und realisiert andererseits Lager- und Produktionsverbesserungen.

Die Spannweite reicht von rationellen Anschlagdichtungslösungen bis zu Profilvarianten mit stabilem Mitteldichtungssteg zur Differenzierung durch das Fenster als Endprodukt. Synergiepotenziale für den Produzenten werden nach Herstellerangaben durch einheitliche Flügel-, Glasleisten-, Stahl- und Zubehörlösungen geschaffen. Weiters ist S 9000 ausgelegt auf die hohe Wärmedämmung. Es erzielt Uf-Werte von bis zu 0,89 W/m2K in der Mitteldichtungsversion und von bis zu Uf = 0,97 W/m2K in der Anschlagdichtungsausführung.