Eduard Kronenberg (EK) entwickelt Verbindungstechnik für den Isolierglasrandverbund konsequent weiter. Ein neuer Webshop macht das EK Connect Baukastensystem jetzt digital zugänglich. Auf der glasstec 2026 zeigt das Unternehmen mit zwei Partnern, wie ein universeller Stahl-Eckwinkel die automatisierte Rahmenfertigung vereinfacht.

Isolierglashersteller verarbeiten Abstandhalter in Breiten von zwölf, 14, 16, 18 oder 20 Millimeter, aus Stahl oder Kunststoff, als Standardprofil oder als Warm Edge. Hinzu kommen unterschiedliche Profilsysteme und Geometrien. Diese Vielfalt ist in der Branche üblich. Sie zieht in der Fertigung jedoch eine hohe Komplexität nach sich. Eduard Kronenberg (EK) möchte diese Komplexität nach eigenen Angaben so gering wie möglich halten.
Das Unternehmen entwickelt seit nahezu 50 Jahren Verbindungselemente für Abstandhalterprofile. Ein Verbinder soll dem Unternehmen zufolge nicht nur zwei Profilenden sicher zusammenhalten. Er soll sich auch exakt an die Profilgeometrie anpassen, stabil sitzen und zuverlässig arretieren, damit die Verbindung in den folgenden Fertigungsschritten prozesssicher bleibt.
EK Connect stehe dabei für ein durchgängiges Baukastenprinzip im Isolierglasrandverbund: Vom Längs- und Eckverbinder bis zum Sprossenzubehör stehen Lösungen für unterschiedliche Profilsysteme, Breiten und Anwendungen zur Verfügung – aus Stahl, Kunststoff und in hybrider Ausführung. Das jeweilige Profil gibt die Anforderungen vor, EK liefert die passende Verbindung.
Ein Baukasten bedeute dabei nicht, möglichst viele Varianten zu schaffen, betont das Unternehmen. Das Ziel sei es, Vielfalt abzudecken und gleichzeitig Varianten dort zu reduzieren, wo intelligente Verbindungstechnik Prozesse einfacher machen kann.
Webshop mit Produktsuche statt langer Kataloge
Der EK-Connect-Baukasten hat jetzt auch einen digitalen Zugang. Mit dem neuen EK Webshop lassen sich Verbindungselemente nicht nur online bestellen – der Shop wurde vom Unternehmen bewusst auch als Produktsuche konzipiert. Denn je größer die Auswahl, desto wichtiger werde der einfache Weg zur richtigen Lösung.
Über kombinierbare Filter gelangen Anwender vom eingesetzten Profilsystem und den jeweiligen Anforderungen gezielt zum passenden Verbindungselement. Die digitale Produktsuche mache damit aus der Vielfalt des EK Connect Baukastens eine einfach navigierbare Auswahl. So übertrage EK seinen Gedanken "Sie haben das Profil. Wir haben die passende Verbindung" konsequent in die digitale Welt.
Für Verarbeiter bringt der Shop nach Unternehmensangaben mehrere praktische Vorteile: Wer regelmäßig bestellt, kann über sein Kundenkonto direkt auf die benötigten Produkte zugreifen. Gleichzeitig bleibe die Einstiegshürde für neue Anwendungen niedrig: Musterbestellungen sind jederzeit möglich. So lässt sich ein Verbinder zunächst für die eigene Profil- und Prozesskonstellation testen.
EK sieht den Webshop deshalb nicht nur als zusätzlichen Vertriebskanal. Er mache ein Portfolio leichter zugänglich, dessen Stärke gerade in seiner Breite liege – und helfe dabei, aus vielen möglichen Kombinationen schneller die richtige herauszufiltern.
PSC-X: ein Längsverbinder für zwei Profilvarianten
Neben dem großen Sortiment entwickelt EK auch einzelne Produkte weiter. Nach eigenen Angaben fließen Erfahrungen aus der Praxis und Rückmeldungen aus dem Markt kontinuierlich in die Produktentwicklung ein. Eine zentrale Rolle spiele die eigene Anwendungstechnik, die Produkte teste, sie anpasse und bestehende Lösungen verbessere.
Ein aktuelles Beispiel ist der Längsverbinder EK Steel Connect PSC, den EK als PSC-X technisch überarbeitet hat. Eine optimierte Kiemenposition soll den Halt verbessern und den Verbinder noch genauer an die Profilgeometrie anpassen. Gleichzeitig wurde die Kontur im Hinblick auf die Abdichtung gegen Trockenmittelaustritt weiter optimiert.
Besonders interessant für den Produktionsalltag sei jedoch die gewonnene Universalität. Der PSC-X lässt sich, auch als Variante mit zusätzlicher Kunststoffbrücke, sowohl für Rolltech Chromatech Ultra F als auch Ultra S einsetzen. Wo bislang unterschiedliche Varianten erforderlich waren, decke künftig ein Verbindungselement beide Profilvarianten ab. EK bietet den PSC-X in den Größen zehn bis 20 Millimeter an.
Mehr Verbinder für Technoform und Swisspacer
Auch für andere Profilsysteme baut EK das Angebot aus. Für den Abstandhalter Spacer SP 24 von Technoform führt das Unternehmen inzwischen die komplette Bandbreite an Stahlverbindern. Zusätzlich befinden sich Kunststoff-Längsverbinder mit und ohne Brücke in der Erprobung. Erste Größen sollen zur glasstec erhältlich sein. Eck- und Modellwinkel aus Kunststoff ergänzen das Angebot für dieses Profil.
Für Swisspacer laufen nach Unternehmensangaben ebenfalls neue Entwicklungsprojekte. Im Fokus steht hier zunehmend die Automatisierung, die in der Isolierglasfertigung an Gewicht gewinnt. Neue Anforderungen kommen laut EK aber auch aus der Architektur: Moderne Fassaden setzen auf mehr Glas, mehr Transparenz und möglichst reduzierte sichtbare Konstruktionen. Auch hier richte sich die Verbindungstechnik nach dem Profil und eröffne gemeinsam mit ihm neue Möglichkeiten für den Randverbund.
Mit dem Automatisierungsgrad wachse auch die Bedeutung des Verbinders. Es reiche nicht mehr, dass er zum Profil passt und zuverlässig hält. Die Anlage muss ihn auch zuführen, positionieren und automatisch verarbeiten können. Im Idealfall reduziere seine Konstruktion sogar die Variantenkomplexität in der Maschine. Aus dem kleinen Bauteil wird damit nach Darstellung von EK ein relevanter Teil des gesamten Fertigungsprozesses.
Ein Eckwinkel für die automatisierte Rahmenfertigung
Wie sich Maschine, Profil und Verbinder von Beginn an als ein Prozess planen lassen, untersuchen Rottler und Rüdiger, Technoform und Eduard Kronenberg in einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt. Die Partner präsentieren das Ergebnis auf der glasstec 2026. Im Mittelpunkt steht eine durchgängig automatisierte Rahmenherstellung, die unterschiedliche Profilbreiten innerhalb eines Prozesses verarbeitet.
Eine Schlüsselrolle übernimmt der universelle Stahl-Eckwinkel EK Steel Connect Universal Corner Key. Er passt nach Herstellerangaben flexibel für Profilbreiten von zwölf bis 20 Millimeter. Statt für jede Breite einen eigenen Eckwinkel zu lagern und der Maschine separat zuzuführen, reicht damit eine einzige Variante für den gesamten Größenbereich.
"Was nach einem kleinen konstruktiven Detail klingt, löst im automatisierten Prozess eine grundlegende Herausforderung: Variantenvielfalt muss nicht zwangsläufig Variantenkomplexität bedeuten", sagt Michael Kühl, Vertriebsleiter bei EK. "Wenn ein Eckwinkel unterschiedliche Profilbreiten abdeckt, müssen weniger Varianten bevorratet und der jeweiligen Produktion zugeordnet werden."
Dass die Flexibilität nicht zulasten der technischen Eigenschaften im Eckbereich gehen darf, war eine zentrale Anforderung bei der Entwicklung. Der EK Steel Connect Universal Corner Key kombiniert deshalb seine flexible Anpassung an Profilbreiten von zwölf bis 20 Millimeter mit hochfestem Stahl, Kiemen zur Verkrallung und hohen Auszugskräften sowie einer breiten Anbindung zum Schutz gegen Trockenmittelaustritt. Zusätzliche Verzahnungen unterstützen Haltekräfte und Stabilität im Eckbereich.
Auf der glasstec führen die drei Partner vor, wie Profil, Maschine und Verbinder im Detail zusammenspielen: vollautomatisch, hochtaktig und ohne manuellen Eingriff.