Zu Gast in GFF Drastischer Geschäftsklima-Wandel

Dr. Johann Quatmann ist Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Tischler NRW. - © Tischler NRW

Die Geschäftslage im nordrhein-westfälischen Tischlerhandwerk hat durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen herben Dämpfer erlitten. Die Ende März/Anfang April durchgeführte Konjunkturumfrage des Fachverbands Tischler NRW zeigte: Nur jeder zwanzigste der befragten Betriebe glaubt an einen baldigen Aufschwung. Drei Viertel der Unternehmer sehen für die nächsten Monate einer sich verschlechternden Geschäftslage entgegen, wobei die Skepsis mit der Betriebsgröße wächst. Auch wenn sich die Situation seitdem wegen rückläufiger Infektionen und schrittweiser Öffnungen des öffentlichen Lebens erfreulicherweise schneller zum Positiven gewendet hat als erwartet, wird das Jahr 2020 für viele Tischlerbetriebe eine Herausforderung bleiben. Die Auftragsverluste, die 40 Prozent der Betriebe schon jetzt zu verzeichnen haben, und die geringen Auftragsreichweiten von durchschnittlich nur 5,9 Wochen statt in den vergangenen Jahren 8,9 Wochen werden in den verbleibenden Monaten kaum zu kompensieren sein. Besonders hart getroffen hat es die Bereiche Messebau und Hotel- und Gaststätteneinrichtung. Der handwerkliche Fensterbau hat das erste Halbjahr noch sehr erfolgreich gemeistert, könnte aber im weiteren Verlauf bei einem Abkühlen der Baukonjunktur ebenfalls in ein schwierigeres Fahrwasser kommen. Umso wichtiger ist es, dass gerade jetzt Aufträge ans Handwerk gegeben werden – und insbesondere die öffentliche Hand nun trotz rückläufiger Einnahmen keinen zu harten Sparkurs fährt. Immerhin 18 Prozent des Umsatzvolumens im Tischlerhandwerk kommen nämlich von öffentlichen Auftraggebern.