Bei der Glasgestaltung treffen traditionelle Handwerkstechniken wie Glasmalerei auf innovative Hightech-Verfahren, z.B. Digitaldruck. In der modernen Architektur setzt vor allem die Kombination verschiedener Techniken neue Maßstäbe. GFF stellt im Wunschthema der GFF 5 die wichtigsten Techniken vor.

Als Werkstoff bietet Glas einen Gestaltungsfreiraum, der seinesgleichen sucht. Längst haben über die traditionellen Kunsthandwerkstechniken, z.B. Malerei und Bleiverglasung, hinaus auch innovative Verfahren wie Airbrush und Digitaldruck Einzug in die moderne Architektur gehalten. Hinzu kommt die wachsende Vielfalt der technischen Möglichkeiten: Zum einen lassen sich immer größere Glasflächen herstellen, zum anderen sorgt die Entwicklung von Hightech-Verfahren zur Weiterverarbeitung der Gläser zu u.a. Isolierglas, Sicherheitsglas, Brandschutzglas, erdbebengeprüftem Glas, Schallschutzglas oder dichroitischem Farbeffektglas für immer neue Anwendungsgebiete.
Brückenschlag zwischen Kunst und Industrie
Ein Unternehmen, das sich der Glasveredelung verschrieben hat, ist die Glasmalerei Peters im nordrhein-westfälischen Paderborn. „Wir setzen die Visionen von Künstlern um und schlagen so die Brücke zwischen der Kunst und der Industrie“, sagt Jan Peters, der das im Jahr 1912 gegründete Unternehmen in vierter Familiengeneration leitet. Über die Grenzen von Deutschland bzw. Europa hinweg hat sich die renommierte Werkstatt u.a. mit Bau- und Kunstprojekten für Bahnhöfe wie z.B. in der New Yorker Metro, Flughäfen und Krankenhäuser in den USA, Kanada, China und jüngst auch in Saudi-Arabien einen Namen gemacht. Ob Bleiverglasung, Glasmalerei, Fusing, Ätzen, Sandstrahlen, Siebdruck, Kleben bzw. Laminieren, Digitaldruck oder Airbrush – das Repertoire der Techniken ist breit gefächert. Zudem entstehen durch die Kombination verschiedener Techniken immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir testen die Grenzen des Machbaren aus und gehen auch gern mal neue Wege“, beschreibt der Geschäftsführer die Firmenphilosophie. Dazu gehört z.B. auch das Experimentieren mit Zukunftstechnologien wie Photovoltaik in Verbindung mit Glas.
Airbrush: Feine Farbverläufe erstellen
Beim Airbrush-Verfahren sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. „Die Technik erlaubt es, feinste Farbverläufe in der fotorealistischen Malerei zu erstellen und großformatige Flächen mit Farbe abzudecken“, erläutert Peters. Die Farben werden mit einer an einen Kompressor angeschlossenen Spritzpistole auf das Glas gesprüht. Auch der Auftrag mehrerer Farbschichten ohne Zwischenbrand ist möglich. Das Verfahren lässt sich manuell oder computergesteuert anwenden.
Ätzen: Obere Glasschicht auflösen
Eine weitere Technik ist das Ätzen: Hier wird mithilfe von Flusssäure die obere Glasschicht aufgelöst. Dazu kann man die Bereiche, die nicht geätzt werden sollen, mit Folien oder Lacken abdecken. Die Gläser werden dazu in die Ätzflüssigkeit gelegt und mit dem Pinsel erfolgt dann das langsame Abtragen der oberen Glasschicht. „Die Technik wird überwiegend bei mundgeblasenen Überfanggläsern eingesetzt, um ein zweifarbiges Motiv auf einem Glasstück zu erhalten“ beschreibt Peters. Überfangglas ist ein im Mundblasverfahren hergestelltes Farbglas, das aus mindestens zwei oder mehreren farbigen, übereinander liegenden Glasschichten besteht.
Mehr über die wichtigsten Gestaltungstechniken erfahren Sie in der Maiausgabe der GFF.