TU Dresden, 28.-29. März Die Zukunft des Glasbaus im Blick

Vom 28. bis zum 29. März 2019 verwandelte sich das Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden in einen Thinktank des Glasbaus. Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz standen neueste Entwicklungen im konstruktiven Glasbau und in der Fassadentechnik. Lesen Sie, welche Themengebiete besondere Beachtung fanden.

Zirka 190 Teilnehmer waren nach Dresden gekommen, um sich über die Zukunft des Glasbaus zu informieren. - © Friedrichs

In 28 Vorträgen referierten Experten aus Forschung und Entwicklung sowie der Industrie über Schwerpunkte wie intelligente Verglasungen, Fassadengestaltung mittels 3D-Druck, den Stand bei der CEN-TS als Vornorm für den Eurocode sowie über energieeffiziente Photovoltaikmodule. Auf besonderes Interesse bei den zirka 190 Teilnehmern stießen die Aspekte Kleben im Bauwesen sowie Dünnglaskonzepte in der Architektur.

Kleben im Bauwesen: Hürden abbauen

In vielen Branchen wie Automobilbau, Elektronikindustrie oder Flugzeugbau hat die Klebetechnik herkömmliche Fügeverfahren abgelöst. "Die Bauindustrie hat noch einen enormen Nachholbedarf, was tragende Klebeverbindungen angeht", konstatierte Dr. Felix Nicklisch von der TU Dresden in seinem Vortrag. Dennoch böten Glas und Fassaden ein ideales Anwendungsfeld für die Technologie, da Vorfertigung und industrielle Automatisierung im Herstellungsprozess weit verbreitet seien.

Um dem qualitätssicheren Kleben im Bauwesen einen deutlichen Schub zu verleihen, haben 15 kleine und mittelständische Unternehmen sowie zwei Forschungseinrichtungen im Oktober 2018 das Netzwerk Klebtech gegründet. Mit dem Ziel, bestehende Hürden und Vorbehalte bei Planern, Bauherren und Auftraggebern abzubauen, widmen sich die Akteure wichtigen F&E-Projekten wie dem Randverbund von Mehrscheibenisolierglas (MIG), den lastabtragenden Klebverbindungen sowie den maschinellen Füge- und Vorbehandlungsprozessen für Ganzglaskonstruktionen.

Dünnglas hat Potenzial in der Architektur

Dünnglas hat großes Potenzial in der Architektur. Da die Anwendung in dem Bereich noch relativ jung ist, liegen bis dato nur vereinzelt Untersuchungsergebnisse vor. Christian Louter von der TU Delft stellte eine Reihe von Masterarbeiten vor, die unter seiner Leitung entstanden sind. Die niederländischen Forscher unternahmen einen Vorstoß, um das Potenzial von Dünnglas für adaptive Fassaden nutzbar zu machen. So entstanden u.a. ein Prototyp für eine Doppelhaut-Fassade, die durch den Hohlraum einen Luftstrom erzeugt, und Entwürfe von Glasfassadenpaneelen, bei denen die Krümmung angepasst wird, um der Windbelastung besser zu trotzen.

In einem weiteren Projekt entwickelten die Absolventen eine Verbundsicherheitsglasscheibe mit 3D-gedrucktem Kern. "Der Vorteil besteht darin, dass die Scheiben ein geringeres Gewicht aufweisen und sehr fest sind", sagte Louter. Im nächsten Schritt sollen die UV-Beständigkeit des Polymers verbessert sowie die Abmessungen der Scheiben vergrößert werden.

Den vollständigen Bericht über die Tagung Glasbau 2019 in Dresden sowie eine Umfrage unter den Teilnehmern lesen Sie in der Maiausgabe von GFF .