Deutscher Fassadenpreis für VHF 2022 Die künstlerische Fassade als Überraschungsmoment

Die Preisträger des Deutschen Fassadenpreises 2022 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) stehen fest. Am 29. September 2022 wurden im Rahmen einer Feierstunde der Hauptpreis sowie vier weitere Anerkennungen vergeben.

Das Blockheizkraftwerk Leipzig-Möckern mit VHF aus eloxierten Aluminiumschindeln ist der Preisträger des Deutschen Fassadenpreises 2022 für VHF. - © Ralf Dieter Bischoff

Gebäude, die Energie erzeugen, gehören zur wichtigen städtischen Infrastruktur. „In Leipzig-Möckern gelang mit dem Neubau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) eine ästhetische Integration in den städtebaulichen Kontext – ein atmosphärischer Gewinn für Stadt und Gesellschaft“, urteilte die Jury und verlieh thoma architekten den Deutschen Fassadenpreis 2022 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF).

Zusammenspiel von Zurückhaltung und Anziehungskraft


„Die Herausforderung beim Fassadenkleid war es, sich einerseits in Zurückhaltung zu üben und andererseits städtische Anziehungskraft auszustrahlen“, beschreibt Susann Stiehl, Projektleiterin bei thoma architekten die Bauaufgabe. Ziel war eine langlebige Fassade, die sich in ihre Einzelkomponenten zerlegen und wiederverwerten lässt. Gleichzeitig sollte sie als Blickfang auch die Funktion des Gebäudes abbilden.

Zusammenarbeit mit Fassadenfachverleger

Gemeinsam mit einem unkonventionell denkenden Fassadenfachverleger, der die Aluminiumbleche jeweils zuschnitt und falzte, entwickelten die Planer eine Metallfassade, die aus dem Profanbau in der Stadt etwas Besonderes macht. So bekleideten sie die VHF mit zehn unterschiedlich dimensionierten Fassadenschindeln aus eloxiertem Aluminium. Deren jeweilige Dreiecksform schließt sich an der Fassadenansicht zu einem energiegeladenen Wirbel zusammen. „Durch die künstlerisch gestaltete Fassade stellt das rein technische Gebäude einen atmosphärischen Gewinn für Stadt und Gesellschaft dar. Der Entwurf zeigt, dass alles Gestaltungsaufgabe ist und gute Architektur etwas nach außen zurückgibt“, heißt es in der Jurybegründung.

Mehr zum Objekt des Monats lesen Sie in der kommenden Novemberausgabe der GFF.