Wie Sie mit wenigen Schritten wirksame Maßnahmen zum Schutz vor Staub auf der Baustelle treffen, verrät IPR Modul Systeme-Geschäftsführer Tim Tulikowski im Folgenden.
Schritt 1 – Abschotten mit Staubschutztüren und -wänden
Bei den meisten Sanierungsarbeiten ist die eigentliche Raumtür oftmals nicht nur hinderlich, der entstehende feine Staub kann selbst bei geschlossener Tür durch jede Ritze entweichen. Staubschutztüren wirken wie eine Schmutzschleuse und eignen sich, um den Raum komplett abzugrenzen. Sie ersetzen temporär die Originaltür und werden in die vorhandene Türzarge geklemmt oder geklebt. Häufig kommen sie in Kombination mit Staubabsauggeräten zum Einsatz und verfügen über die notwendigen Schlauchdurchlässe. Um den Durchgang von beiden Seiten zu ermöglichen, sind Staubschutztüren aus dem Sortiment von Zero Dust wahlweise mit Magnet oder Reißverschluss ausgestattet und für höchste Ansprüche an den Staubschutz auf Baustellen auch als Schwing- und Pendel-Staubschutztüren erhältlich. Sie bestehen entweder aus LDPE-Folie, PP-Vlies oder aus Polyester.
Wenn in der Sanierungs- oder Renovierungsphase nur in Teilen eines Raums gearbeitet werden muss, lässt sich der Arbeitsbereich mithilfe entsprechender Wandsysteme aus Folie abschotten. Das verhindert wirksam die Ausbreitung von Staub und Schmutz in angrenzende Bereiche. Die einfachste Variante ist eine Kombination aus Holzlatten, die mit Schnellspannern verbunden sind. Ein professionelles Staubschutz-Wandsystem, das mit Teleskopstangen arbeitet, ist u.a. Wandrenovierung. Zwischen den Stangen ist dabei eine PE-Folie befestigt. Diese wird an der Kopfplatte fixiert, auf die Teleskopstange gesteckt und gegen die Decke gedrückt. Dichtschienen an Wänden und Decken ergänzen das System. Ähnlich funktioniert das modular aufgebaute System Curtain Wall. Es arbeitet mit Querschienen und einem Dichtungsprofil aus Schaumstoff, was gerade bei abgehängten Decken vorteilhaft ist. In Curtain Wall lassen sich mithilfe eines aufklebbaren Reißverschlusses Türen einfügen. Innert fünf Minuten ist diese Staubschutzwand durch nur eine Person aufgebaut und einsatzfähig. Dies spart Betrieben folglich Personal, Zeit und Geld.
Schritt 2 – mit Luftreiniger Staub aus der Umgebungsluft filtern
Staubschutztüren und -wände funktionieren am besten in Kombination mit Bauluftreinigern. Diese führen die staubhaltige Luft aus Arbeitsbereichen oder Räumen ab. Dazu muss sich die Ansaugöffnung direkt im Arbeitsbereich befinden. Ein zusätzlich vom Bauluftreiniger erzeugter Luftstrom zum Arbeitsplatz hin führt zudem Frischluft zu und wirkt einer Ausbreitung von Stäuben entgegen. Der Bauftreiniger muss zur Raumgröße passen: Die BG Bau empfiehlt, die Raumluft 15 Mal pro Stunde auszutauschen. Bauluftreiniger erzeugen im Arbeitsbereich einen Unterdruck, der verhindert, dass staubige Luft nach außen entweicht. Es gibt Bauluftreiniger mit Nass- oder Trockenfilter. Während bei der Nassfilterung die Luft gewaschen wird (der Staub wird abgesaugt und durch ein Wasserbad im Gerät geführt), reinigt beim Einsatz von Trockenfiltern ein Filtersystem die staubige Luft. Die BG Bau fördert übrigens nur Geräte mit M- und H-Filtern, weil sich nur damit nachweisen lässt, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten sind. Aus dem Zero Dust-Sortiment zählt beispielsweise Pullman Ermator dazu, der in drei Größen (für Räume von sieben, 17 und 31 Quadratmeter) erhältlich ist.
Schritt 3 – Staub am Entstehungsort absaugen mit Bau-Entstaubern
Wenngleich Luftreiniger ein großes Filtrationsspektrum aufweisen und u.a. Quarzstaub, Holzstaub, Mineralfasern, Farbpartikel, Mehlstaub, Keime, Schimmel aus der Luft filtern, sind sie doch kein Ersatz für einen Bau-Enstauber. Bauluftreiniger befreien die Luft nur von Feinstaub. Staub mit einer Größe zwischen zehn und 100 Mikrometer wird nur teilweise erfasst, mehr als 100 Mikrometer großer Staub gar nicht. Um die Anschaffung eines Baustaubsaugers kommen Handwerker nicht herum. An die handgeführten Arbeitsmaschinen angeschlossen, saugen Baustaubsauger den Staub ab, wo er entsteht. Im Unterschied zu einem normalen Staubsauger weisen Bau-Entstauber spezielle Filter der Klassen M oder H auf, die den Feinstaub aus der Luft filtern; die Geräte zeichnen sich durch eine hohe Saugleistung und ihre Langlebigkeit aus. Ein Warnton oder eine Warnlampe signalisiert dem Nutzer, wenn ein bestimmter Volumenstrom unterschritten ist und sich infolgedessen Staubemissionen am Bearbeitungswerkzeug nicht mehr ausreichend erfassen lassen.