Thomas Strobl nach Abwahl aus BIV-Präsidium Der bayerische Löwe schüttelt sich – und macht weiter

"Wo Bayern ist, ist vorne." Gut möglich, dass es solche Sätze sind, die die Fanbase von Glasermeister Thomas Strobl im Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks nicht eben vergrößert haben. Doch: Das ahnt der Handwerker selbst – und verweist auf die erfolgreiche Arbeit in seinem LIV.

LIM Thomas Strobl
Thomas Strobl ist der Chef der gleichnamigen Glaserei in Donauwörth (Schwaben), bayerischer Landesinnungsmeister – und „enttäuscht“ ob seiner Abwahl aus dem BIV-Präsidium. - © Kober

Als GFF-Online aus dem nahen Bad Wörishofen in Donauwörth zu Gast ist, geht es im Gespräch immer wieder um Geradlinigkeit. Das Thema streifen Interviewer und Antwortgeber, als die Vorgänge in Trier rund um die Wahlniederlage Strobls, der sich erneut fürs Präsidium zur Wahl gestellt hatte – als stellvertretender Bundesinnungsmeister – erörtert werden ("Ich kann mir vorstellen, dass es Leute gibt, die meine Abwahl betrieben haben"), selbst, als es um die opportune Kleidung fürs GFF-Gespräch geht, sagt der Betriebsinhaber: "Meine Frau meinte, ich hätte mich für den Anlass anders anziehen sollen", sagt der Schwabe, der eine Handwerkerhose und -weste trägt, aber: "Wäre das ehrlich gewesen? Das bin ich, so sitze ich jeden Tag da herin oder fahre zu meinem Kunden." Die Einleitung ist nötig, um zu verstehen, warum Strobl Sätze sagt wie "Wo Bayern ist, ist vorne." Die kurze Antwort lautet: Er sagt sie, wenn er sie für inhaltlich gerechtfertigt hält.

Rezepte für das Handwerk

So wie beim Thema Abi + Ausbildung: Was demnächst an der Berufsschule im niederbayerischen Vilshofen anläuft – in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Kultusministerium – nämlich dass gezielt Abiturienten mit dem Angebot geworben werden, noch während der Ausbildung die Teile drei und vier der Glasermeisterprüfung mit abzuhaken und nach den absolvierten Teilen eins und zwei im Anschluss theoretisch mit 21 Jahren in Besitz des Meisterbriefs zu sein, "ist phänomenal, ein Traum, weil das die prädestinierten Führungskräfte sind, und damit sind wir die Ersten in Deutschland". Übrigens: Den Hinweis, dass mit 21 Jahren die Wenigsten die Reife besitzen, als Glasermeister auszubilden oder gar ein Unternehmen zu gründen, lässt Strobl zu, verweist aber auch auf die Möglichkeit, "als Meistergeselle im Betrieb in die Verantwortung hineinzuwachsen" und sich durch weitere Erfahrungen für eine Zukunft in Selbstständigkeit zu rüsten. Fest stehe doch, dass das Handwerk Rezepte brauche, wenn Airbus Helicopters in seiner Heimat Donauwörth das Einstellungskriterium von der Mittleren Reife auf den Qualifizierten Hauptschulabschluss gesenkt habe.

GFF berichtet in seiner Märzausgabe im Wortlaut über ein denkwürdiges Gespräch, in dem Thomas Strobl sagt, wieso er sich anders als vor den Wahlen in Trier dem Bundesinnungsverband nicht mehr verpflichtet fühlt.