Die Bruchbilder von Glasbrüchen können sehr vielfältig sein. Sowohl ihr Aussehen als auch die Anzahl der auftretenden Sprünge variieren häufig. Ekkehard Wagner geht im letzten Beitrag unser Serie mit Glasschäden der Bruchursache nach.

Immer geht der Glasbruch von einer typischen Stelle aus: dem Bruchspiegel. Von diesem aus schreitet der Bruch als einzelner Sprung oder, sofern genügend Bruchenergie vorhanden ist, er teilt sich auf und bildet so diverse Bruchoberflächen. Das typische Bruchbild bei nicht vorgespanntem Floatglas ist der spinnennetzförmige Glasbruch, bei dem sich sofort erkennen lässt, an welcher Stelle der Angriff erfolgt ist. Von dieser Stelle gehen dann die Sprünge in alle Richtungen auseinander.
Sprünge führen vom Angriffspunkt in alle Richtungen
Ob es sich nun um einen Drucksprung, einen Kantenstoßbruch, einen Steinschleuderbruch oder um einen Steinwurf handelt – die einzelnen Sprünge entfernen sich vom Angriffspunkt in
alle Richtungen.
Die einzige Ausnahme macht hier ein sehr selten auftretender Glasbruch: der Kreisbruch. Wer bei Glasbruchversuchen die einzelnen Bruchbilder versucht nachzustellen, dem gelingt es mit nahezu allen Bruchbildern. Anders verhält sich das jedoch mit einem Kreisbruch: Dieses extrem seltene Bruchbild lässt sich nur schwer nachstellen.
Erster Fall: Hammerschlag
Wie entsteht nun dieser so seltene, aber schön anzusehende Glasbruch? Dazu ist eine flächige, nicht zu große Krafteinwirkung notwendig. Diejenigen Fälle, die dazu geführt haben, sind recht einfach zu beschreiben. Fall Nummer eins: ein Hammerschlag mit der flachen Hammerseite, zirka 20 mal 20 Millimeter Fläche, haben dazu geführt, dass an einer vier Milimeter Floatglasscheibe ein zirka 80 mal 80 Millimeter großer Kreisbruch entstanden ist.