Danke, Martin Gutmann

Martin Gutmann, zehn Jahre Bundesinnungsmeister des deutschen Glaserhandwerks - © Foto:privat

Beim bislang letzten in einer recht ansehnlichen Reihe unglücklich zu nennender Sitzungstermine des Bundesinnungsverbands, der im Herbst 2019 in Hamburg mit dem Rücktritt einer zerrütteten Vorstandsriege endete, hat er es noch einmal getan. „Ich fall net um“, so hatte es Glasermeister Martin Gutmann, der zehn Jahre lang wichtigster Ehrenamtsträger dieses Gewerks war und letztlich aus dem Amt gejagt wurde, schon in einem Telefonat Wochen vorher mit dieser Zeitschrift gesagt. Es ging darum, dass Gesprächspartner von GFF, wie immer im Bemühen, nach allen Seiten zu recherchieren, plötzlich nichts mehr davon wissen wollten, dem BIM eine zu große Nähe zu den Südverbänden Bayern und Baden-Württemberg vorgeworfen zu haben: „Das gibt es schriftlich“, beruhigte Gutmann damals den angegriffenen GFF -Reporter, „ich fall net um.“ In Hamburg nun, als sich der Zorn auf die mit Hadamar unzufriedenen GFF BW-Delegierten u.a. im Vorwurf entlud, allzu kritische, also negative Berichte über den BIV in dieser Zeitschrift lanciert zu haben – das x-te Beispiel für ein schwieriges Verhältnis mancher Herren zur Pressefreiheit, denn wir arbeiten unabhängig – sprach uns Gutmann inmitten der aufgebrachten Atmosphäre den Respekt aus, für ein faires Miteinander. Und das möchte ich hier einmal in aller Form zurückgeben. Seit 2010 waren wir – immerhin bei der Spitzenvertretung des deutschen Glaserhandwerks – immer wieder mit einer Pressearbeit konfrontiert, die diese Bezeichnung schwerlich verdiente. Ganz anders der Bundesinnungsmeister: Zu Anfang beschnupperte man sich, schon bald gab Gutmann große Exklusivinterviews zur Messe in dieser Publikation; auch wenn er manchmal durchblicken ließ, dass unser von gegenseitiger Offenheit geprägtes Verhältnis in Hinblick auf organschaftliche Verpflichtungen nicht überall auf Begeisterung stieß. Martin Gutmann war, nicht nur für uns, stets ansprechbar – und ja, er war ein Integrator, wie bestätigen wird, wer Zeuge der Wiederannäherung des schon einmal ausgetretenen Fachverbands Baden-Württemberg an den BIV war.

Mehrmals ist der Unternehmer aus dem hessischen Hanau auf den GFF-Praxistagen auf dem Podium gesessen und hat – mal emotional, immer zum Wohle seines Gewerks und bisweilen mit spitzbübischem Augenzwinkern – seine Position vertreten. In Telefonaten hat er es nie nötig gehabt, etwas zu beschönigen, auch nicht seinen von ehrlicher Sorge geprägten Besuch der Geschäftsstelle in Hadamar, und bis hin zur für den tatsächlichen Aufwand symbolisch zu nennenden BIM-Entschädigung mit offenen Karten gespielt. Die Spirale des Niedergangs mit weiteren Austritten hat er kommen sehen und – vergeblich – davor gewarnt. Herr Gutmann, man sagt, es komme selten was Besseres nach. In Ihrem Fall – und beim BIV – muss wahrscheinlich ein Wunder her.

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Ihr

Reinhold Kober