Die Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren hatte auch schon vorher wenig Freimaurerisches. In dem freiwilligen Zusammenschluss organisierte Hersteller der Bauelementebranche sehen sich als Qualitätshüter zuvorderst für die von den Mitgliedsunternehmen produzierten Erzeugnisse; in Zusammenarbeit mit RAL sind Kriterien für Vergabe und das Führen des gleichnamigen Gütezeichens für Fenster, Fassaden, Haustüren und Montage definiert, deren Einhaltung der sog. Güteausschuss eigenen Angaben zufolge überwacht. Weiters sind ausweislich des online hinterlegten Profils mit den angeschlossenen Produktionsunternehmen in den Rahmenmaterialgruppen Kunststoff, Holz, Alu sowie Holz/Alu 40 Prozent des Markts abgedeckt. Dass diese Spieler auch über den eigenen Klub hinausgehend ein Interesse an einem Qualitätslevel haben müssen, das Branchenprodukte nicht in Verruf bringt und gleichzeitig eine Vergleichbarkeit der aufgerufenen Preise ermöglicht, versteht sich eigentlich von selbst. Dennoch ist es ein überraschender, bemerkenswerter – und uneingeschränkt zu begrüßender – Paradigmenwechsel, dass besagte Gütegemeinschaft ihre Frühjahrsseminare für Montageverantwortliche und Güteprüfer (18. bis 20. Februar und damit weit nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe, Hilzinger – Fenster + Türen in Rheda-Wiedenbrück) heuer erstmals für Nichtmitglieder öffnete, die ihre Montageverantwortlichen oder die Leitung ihrer Qualitätskontrolle auf den neuesten Stand bringen wollten. Gerade in der Montage, sagt dazu Geschäftsführer Frank Lange, sei es wichtig, die Qualitätskriterien einzuhalten, „um die Vorteile moderner Fenster und Fassaden wie Wärmeschutz oder Schalldämmung tatsächlich umzusetzen“. Denn was den Imageschaden für alle Betriebe, verursacht durch Pfusch am (Ein-)Bau angeht, hat es nichts mit Sozialromantik zu tun, festzustellen, dass am Ende alle in den gleichen Sack gesteckt werden. Mal ganz abgesehen davon, dass es (Hallo, Verbände!) im Werben um neue Mitglieder (wer braucht die nicht) noch nie geschadet hat, durch die Möglichkeit zur Inaugenscheinnahme ein paar Argumente fürs kostenpflichtige Mittun zu liefern. Diese Absage an Closed Shops führt mich zum ganz großen Thema dieser Märzausgabe, zur FENSTERBAU FRONTALE (18. bis 2 1. März, Nürnberg), wo auch die Initiatoren des Branchenawards Fensterbauer des Jahres, namentlich die TSM GmbH – Die Marke Tischler Schreiner, die EURO Baubeschlag Handel (EBH) AG und unsere GFF dieses Jahr wieder inspirierende Konzepte von Vorzeigebetrieben auszeichnen, mit Unterstützung z.B. des GFF Baden-Württemberg und erstmals der NürnbergMesse. Die Verleihung findet statt am 19. März, 16.30 Uhr, am Forum in Halle 3A. Kommen Sie vorbei, holen Sie sich Anregungen und feiern Sie mit uns die Gewinner: Wir sind da ganz offen.
Bis 2. April haben Sie nur bei uns die Möglichkeit, auf www.gff-magazin.de unter folgenden Vorschlägen für das GFF-Wunschthema 6/20 zu voten.
1. Konstruktiver Glasbau: Wie große Player atemberaubende Plattformen aus dem Werkstoff umsetzen und was dazu technisch unabdingbar ist.
2. Einen guten Schnitt machen: VSG Cutting ist gerade auf der Maschinenseite ein Trend – was ist Modellschneiden? Worauf kommt es im Detail an?
3. Messe vs. Megatruck: Was steckt dahinter, wenn sich die Highstakes gegen eine Teilnahme an Leitschauen entscheiden und führt sie dies zum Ziel?
Ihr
Reinhold Kober
