Digitales Aufmaß Bluetooth ersetzt Bleistift: Aufmaß digital statt analog

Ein Messgerät, eine App und Bluetooth – das österreichische Unternehmen Solaflex vereinfacht das Aufmaß von Fenstern und Türen. Welche Funktionen die Arbeit auf der Baustelle erleichtern und wie sogar Messungen in mehreren Metern Höhe ohne Leiter möglich sind, stellt GFF in diesem Beitrag vor.

Digitales Aufmaß: Bei Solaflex bilden Hardware und Software ein integriertes System. - © Solaflex

Das digitale Aufmaß-System von Solaflex kombiniert speziell entwickelte Hardware mit einer intuitiven Softwarelösung. Für das Aufmaß von Fenstern und Türen kommt RLX zum Einsatz – ein Gerät, das Maßband und Laser-Entfernungsmesser in einem Produkt vereint. Die gemessenen Werte gelangen per Bluetooth direkt in die Solaflex App, die für Apple- und Android-Geräte erhältlich ist. In der App können Anwender individuelle digitale Aufmaßblätter erstellen und flexibel an unterschiedliche Einbausituationen und Arbeitsabläufe anpassen.

Wie Mag. (FH) Lukas Zwing, Business Development bei Solaflex, erläutert, liegt für Verarbeiter der größte Vorteil des Aufmaß-Systems in der deutlichen Reduzierung von Fehlerquellen. „Durch die direkte Übertragung der Messwerte werden typische Probleme wie unleserliche Handschriften, Zahlendreher oder unvollständige Angaben vermieden“, sagt der Fachmann. Gleichzeitig spare das digitale Aufmaß Zeit, da die Dokumentation im Hintergrund erfolge und keine zusätzliche manuelle Erfassung erforderlich sei.

Im Überblick: Vorteile für Handwerksbetriebe

Im Vergleich mit anderen am Markt verfügbaren Lösungen sieht Zwing den Unterschied des Solaflex Systems vor allem im integrierten Ansatz: „Hardware und Software sind optimal aufeinander abgestimmt und kommunizieren direkt miteinander“, sagt der Experte.

Besonders hebt er auch die hohe Flexibilität der Software hervor. Die digitalen Aufmaßblätter seien nicht starr vorgegeben, sondern ließen sich vom Anwender vollständig individuell an den eigenen Messablauf und die jeweiligen Anforderungen anpassen. „Dadurch lässt sich das System sehr vielseitig und praxisnah einsetzen.“ Ein weiterer Pluspunkt sei der integrierte Zeichnungsmodus. Damit könne der Anwender auch Sonderformen oder komplexe Geometrien maßstabsgetreu erfassen und anschließend direkt in CAD- oder Konstruktionsprogramme übernehmen. „Gerade im Fenster-, Glas- und Tischlerbereich vereinfacht das die Weiterverarbeitung erheblich“, betont Zwing.

Hardware und Software sind optimal aufeinander abgestimmt und kommunizieren direkt miteinander.

Lukas Zwing, Solaflex

Neu: Ergo-Stick für Messungen an hohen Elementen

Wie der Experte weiter ausführt, ist Solaflex immer auch bestrebt, die App weiterzuentwickeln und praxisnah zu erweitern. Dafür berücksichtige das Unternehmen das Feedback der Nutzer. Zuletzt sei beispielsweise die Möglichkeit integriert worden, im Zeichnungsmodus auch Kreisbögen präzise zu erfassen. Für Anwendungen im Glasbereich kamen Funktionen für Eck- und Kantenausbrüche hinzu, wodurch sich komplexere Formen einfacher dokumentieren lassen sollen.

Eine besonders innovative Erweiterung ist laut Zwing der neue Ergo-Stick. Er wurde speziell für Messungen an großen Fenstern, Türen und anderen hohen Elementen entwickelt und biete eine zusätzliche Reichweite von bis zu 160 Zentimeter. „Der Ergo-Stick ist in dieser Form weltweit einzigartig und vereinfacht den Arbeitsalltag auf der Baustelle erheblich“, sagt Zwing. Maße in Höhen von zirka 3,5 Meter sollen sich mit dem Tool sicher und komfortabel aufnehmen lassen, ohne dass in den meisten Fällen eine Leiter oder ein Tritt erforderlich seien.

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    © Solaflex
    Mit dem Ergo-Stick sind Messungen an großen Fenstern, Türen und anderen hohen Elementen möglich.
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    © Solaflex
    Aufmaß der Fensterbank mit dem Solaflex-System.

Kompatibel: Anbindung an Branchensoftware möglich

Für Betriebe stellt sich bei digitalen Systemen, welche die bestehende Infrastruktur erweitern, immer auch die Frage, ob und wie sich diese an bestehende Branchensoftware- oder ERP-Systeme anbinden lassen. Solaflex legt hier nach eigenen Angaben großen Wert auf offene und praxisgerechte Schnittstellen. „Als Ergebnis des digitalen Aufmaßes kann zunächst eine PDF-Datei erstellt werden, in der sämtliche Informationen – inklusive Fotos, Handskizzen und Messdaten – übersichtlich in einem Dokument zusammengefasst sind“, erläutert Zwing. Für Unternehmen, die ihre Fenstervorplanung zum Beispiel in Excel vornehmen, lassen sich die Aufmaßdaten zusätzlich als CSV-Datei exportieren. Darüber hinaus stelle Solaflex die Daten auch als JSON-Datei zur Verfügung. „Dadurch ist eine einfache Weiterverarbeitung und Anbindung an bestehende Branchensoftware- oder ERP-Systeme möglich“, betont der Experte.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft Sonderformen und komplexe Geometrien: Diese Zeichnungen lassen sich laut Zwing als DXF-Datei exportieren und direkt in gängige CAD-Programme übernehmen. „Dadurch können die Daten ohne zusätzlichen Aufwand in bestehende Planungs- und Produktionsprozesse integriert werden“, führt der Fachmann abschließend aus.

In der Ausgabe 7-8/26 stellt GFF weitere digitale Aufmaß-Lösungen vor: Metiscale von Suho, die Aufmaß App von Meister Weber sowie die Aufmaß-Montage-Web-Applikation von Eberle.

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