Lebensdauer älterer Fenster verlängern Beschlagsanierung statt kompletter Fenstertausch

Viele Bürogebäude aus den 80er- und 90er-Jahren leiden unter verschlissenen Fensterbeschlägen. Dass ein kompletter Austausch von Flügeln oder Fenstern nicht immer nötig ist, zeigt ein Projekt in München. Ein Handwerksbetrieb hat in enger Zusammenarbeit mit Roto ein effizientes Konzept etabliert.

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    © Kuchler
    Um keinen Schmutz und Lärm zu verursachen, haben sich Kuchlers Mitarbeiter in zwei Büros ihre Arbeitsplätze eingerichtet und dort die 815 Fenster instandgesetzt.
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    © Conren Land AG
    Für mehr Bedienkomfort und -sicherheit wurden die Beschläge der 815 Aluminiumfenster der Büroimmobilie komplett getauscht.

Die Conren Land AG, ein eigentümergeführtes Investmentunternehmen, erwarb 2022 in München-Neuperlach eine 1988 errichtete Büroimmobilie. Gerundete Pfosten-Riegel-Fassaden in den Gebäudeecken und eine große Zahl von Fenstern geben ihr ein markantes Äußeres.

Wahrscheinlich infolge unzureichender Wartung und unsachgemäßer Reparaturversuche vorheriger Eigentümer meldeten die Mieter allerdings immer wieder Probleme mit der Bedienung der Fenster. Conren Land beauftragte deshalb die Bau- und Immobilienexperten von Adler Schreier (Frankfurt/Main) damit, ein nachhaltiges Sanierungskonzept zu entwickeln.

Jan Stegmann, Projektmanager bei Adler Schreier, bat in diesem Zug den Beschlaghersteller Roto um eine Situationsbewertung. Nils Graé, Fachberater der Roto Aluvision, erkannte schnell den fortgeschrittenen Verschleiß an den alten Beschlägen. Nur ein sogenannter Befreiungsschlag, ­also ein kompletter Austausch, konnte die Sicherheit für die Mieter und Besucher des Gebäudes dauerhaft wiederherstellen.

Neue Fensterbeschläge von Roto

Nach einer Vor-Ort-Prüfung der Fenster lieferte Graé eine Zustandsbewertung und eine Empfehlung zur zukunftsfähigen Beschlagkonfiguration für die 815 Elemente: „Wir haben uns die Flügelmaße und -gewichte angesehen und festgestellt, dass wir hier mit Drehkippbeschlägen aus unserem Programm Roto AL sehr gut arbeiten können. Bei einigen Flügeln wurde wegen des Gewichts von 130 Kilogramm eine zusätzliche Lastabtragung vorgesehen. Für die Räume im Erdgeschoss empfahlen wir abschließbare Griffe, um den Einbruchschutz zu verbessern.“

Fenstersanierer gesucht und gefunden

Aus dem Kreis der Bieter wählte Adler Schreier das Team von Manuel Kuchler aus. Er kam nach eigenen Aussagen „wie die Jungfrau zum Kinde“ zur professionellen Fenstersanierung. Immer wieder sei er auf Fenster gestoßen, die nicht unbedingt getauscht, aber dringend instandgesetzt werden mussten. Inzwischen sei der enorme Bedarf an Fensterwartungen und -sanierungen im Großraum München nicht mehr zu übersehen. „Einige meiner Mitarbeiter packte der Ehrgeiz, wenn sie auf Fenster mit nicht mehr funktionstüchtigen Beschlägen trafen. Wir haben uns als Team eine Expertise erworben, mit der wir in der Büroimmobilie in der Thomas-Dehler-Straße alle anstehenden Probleme lösen konnten.“

815 Fenster in drei Monaten saniert

Jan Stegmann bekräftigt, wie wichtig kompetente Ansprechpartner in Sachen Fenster und Türen für technische Berater wie Adler Schreier und erst recht für Immobiliengesellschaften wie Conren Land sind. Mit bis zu zehn Fenstern pro Tag konnte das Team von Manuel Kuchler in der Thomas-Dehler-Straße einen kompletten Beschlagtausch vornehmen. Dabei wurde die Nut nachbearbeitet und gereinigt.

„Angenehm für die Mieter war natürlich, dass wir keinen Schmutz und Lärm in den Büros verursacht haben. Sie konnten mit Ausnahme weniger Stunden ganz normal weiterarbeiten“, berichtet Kuchler. Seine Mitarbeiter hätten sich in zwei für den Beschlagtausch reservierten Büros ihre Arbeitsplätze aufgebaut und Fensterflügel für Fensterflügel dorthin gebracht. Alle 815 Elemente wurden auf diese Weise innerhalb von drei Monaten instandgesetzt.

Breites Sortiment als Erfolgsfaktor

Für Manuel Kuchler folgte dem ersten Auftrag von Conren Land schon bald ein weiterer – erneut durch Empfehlung von Adler Schreier. Hier ging es um eine Überarbeitung von Fenstern in einem Hotel, die erst 2023 eingebaut wurden, aber seither zu einem wesentlichen Teil nicht einwandfrei funktionierten.

Kuchler hat sich auch hier der Herausforderung gestellt: „Man muss bereit sein, sich auf jedes Fenster- und Beschlagsystem einzulassen und zu analysieren, was schiefgelaufen ist. Dann kann man fast jedes Problem lösen. Erst recht, wenn man auf einen enorm umfangreichen Beschlagbaukasten zurückgreifen kann, wie ihn Roto anbietet.“ Hinzu komme die praxisnahe, technisch versierte Beratung von Roto. Sein Team fühle sich vom Hersteller immer gut beraten und mit seinen Produkten auf der sicheren Seite.

Jan Stegmann ist überzeugt, dass sich die meisten Probleme mit Fenstern und Türen vermeiden ließen, wenn regelmäßig gewartet würde. Es mangele vielerorts noch an dem Bewusstsein, dass bei den Beschlägen und Dichtungen ohne Wartung ein Wertverlust droht. Am Ende könnten Schäden entstehen, wie sie bereits in der Thomas-Dehler-Straße zu beobachten sind.

Gestiegene Nachfrage nach Fachpersonal

Es werde allerdings nicht leichter, ausreichend qualifizierte Fachkräfte für die Wartung und Sanierung der vielen Fenster und Türen zu finden, berichtet Manuel Kuchler. Empfehlenswert sei eine enge Zusammenarbeit mit der Beschlagindustrie: „Es hilft, wenn man – so wie wir mit Roto – einen Partner hat, der sich mit dem Thema Wartung auskennt und bei der Planung der optimalen Konfiguration für ältere Fenster unterstützt. Bei großen Projekten liefert uns Roto sogar eine komplette Kalkulation, die so detailliert ist, dass sie bei unseren Kunden sehr gut ankommt.“

Inzwischen sei sein Team regelmäßig für größere Immobilien- und Industrieunternehmen wie Linde Gas und Rolls Royce tätig, die ihre Liegenschaften möglichst lange nutzen wollen und das Facility Management ernst nehmen. Bis zu 700 Einsätze pro Jahr fahren Kuchlers Monteure, um Fenster instand zu setzen, zu warten oder komplett zu sanieren.

„Als spezialisierter Verarbeiter und Partner von Roto haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet und viele Stammkunden. Bestandsimmobilien zu erhalten und eine sichere, komfortable Nutzung der Fenster wieder möglich zu machen, ist uns wichtig. Aus meiner Sicht leisten wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft“, betont Kuchler.

Service vom Konzept bis zur Montage

Nach Angaben von Roto begleitet sein Vertrieb Handwerksbetriebe eng durch alle Phasen der Beschlagsanierung. Dazu zählen die Bestandsaufnahme vor Ort, die Profilvermessung, das Erstellen eines passenden Beschlagkonzepts und die Auswahl optimaler Beschlagbauteile und Dichtprofile. Alle Daten erhält der Verarbeiter schriftlich, auf Wunsch ergänzt um ein detailliertes Angebot für den Endkunden.

Bei Bedarf führt ein Roto-Techniker Monteure an die Arbeit mit einem unbekannten Beschlag heran. Für viele Komponenten bietet das Unternehmen optimal abgestimmtes Montagezubehör und -werkzeug. Die Anlieferung des Materials stimmt Roto passend zum Projektfortschritt ab.

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