Aktuelle und zukünftige Herausforderungen diskutiert Beschlagbranche zieht Bilanz

Zirka 60 Vertreter der Schloss- und Beschlagindustrie sowie des Baubeschlagfachhandels kamen zur Ständigen Konferenz in Weimar zusammen. Auf dem nach Compliance-Regeln ausgetragenen Branchentreff bewertete der Fachhandel die Marktsituation zurückhaltend.

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    Zirka 60 Vertreter der Schloss- und Beschlagindustrie sowie des Baubeschlagfachhandels trafen sich zur Ständigen Konferenz in Weimar.
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    Protagonisten des Branchentreffs (v.li.n.re.): Karl Kristian Woelm, Ulrich Schmidt-Kuhl, Prof. Dr. Ines Weizman, Martin Meesenburg

Martin Meesenburg schätzt als Sprecher des Arbeitskreises Baubeschlag (AKB) im Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH) die Umsatzentwicklung für das vergangene Jahr als geringfügig rückläufig ein. Für diese vorsichtige Prognose macht Nicklas Schulte, Geschäftsführer des AKB, die verhaltene Entwicklung des ersten Halbjahres im Tür- und Fensterbeschlagbereich verantwortlich. Laut Schulte wird der Möbelbeschlag etwas gewinnen. Die Themen SmartHome, Online-Vertrieb und der elektronische Austausch von Produktdaten werden nach seinen Angaben die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette maßgeblich beeinflussen.

Bürokratie nimmt zu

Karl Kristian Woelm, Vorsitzender des Fachverbands Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB), meldet dagegen für die Industrie geringfügig steigende Umsätze. Die Hersteller profitieren stärker als der Handel von positiven Entwicklungen auf ausländischen Märkten, während das Inlandsgeschäft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des FVSB, verweist auf die anhaltend guten konjunkturellen Rahmenbedingungen und positiven Prognosen für den deutschen Türen- und Fenstermarkt, betont aber, dass ausländische Wettbewerber weiterhin überproportional vom Marktwachstum profitieren und steigende Vormaterialpreise die Branche vor Herausforderungen stellen.

Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbands, kritisiert die Zunahme an bürokratischen Anforderungen, insbesondere was Bauprodukte angeht: Bei der Kennzeichnungspflicht scheint nach seinen Angaben die Grenze der technischen Machbarkeit oder der wirtschaftlichen Zumutbarkeit erreicht zu sein; die Anwendung der Nickel-Guideline für Schlüssel habe durch intensive Gespräche mit anderen Verbänden und einen Widerspruch bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) noch verhindert werden können. Auch die Umstellung der Bauregelliste auf die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) und das europäische Normungswesen fordern die Industrie und den Fachhandel.

Das Tagungsprogramm rundeten zwei Gastvorträge ab. Prof. Dr. Ines Weizman, Direktorin des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Universität Weimar, referierte über „Die drei Leben der Dinge“. Zentrales Thema waren die Planung eines von Adolf Loos konzipierten Wohnhauses für die Tänzerin und Schauspielerin Josephine Baker in Paris und deren mögliche Umsetzung annähernd 100 Jahre später.

Wie viel BIM braucht die Industrie?

Ulrich Schmidt-Kuhl, Mitglied der Geschäftsleitung der Heinze GmbH, bereitete das Thema „Wie viel BIM braucht die Schloss- und Beschlagindustrie?“ für die Tagungsteilnehmer auf.