Pro & Contra Beliefern Sie Kunden im angrenzenden Ausland?

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    Glasermeister Jürgen Sieber führt die Geschäfte bei Fensterbau Werner Sieber in Stetten am kalten Markt.
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    Andreas Armbrust ist Geschäftsführer der Glaserei Sand in Karlsruhe.

Wir liefern ins Ausland, z.B. nach Österreich, in die Schweiz oder nach Frankreich – allerdings nicht regelmäßig. Aufgrund der aktuell guten wirtschaftlichen Situation ist es auch nicht nötig, dieses Geschäft zu forcieren. Sollte das Geschäft in Deutschland aber mal wieder schlechter laufen, wie es in der Vergangenheit ja auch schon der Fall war, ist das indes ein interessantes und lukratives Zusatzgeschäft. In der Schweiz z.B. ist der Verdienst deutlich höher als in Deutschland. Die Kunden wenden sich an uns, weil wir trotzdem günstiger sind als die heimischen Betriebe. Wir sind gewissermaßen für die Schweizer das, was die Polen für uns sind. Auch in Frankreich ist das Geschäft lukrativ. Dorthin haben wir Kontakte, weil in Stetten am kalten Markt einmal eine französische Garnison stationiert war. Wenn man im Ausland geschäftlich aktiv wird, muss man sich vorher unbedingt darüber informieren, welche Formalitäten und gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten sind. Sonst kann man kräftig auf die Nase fallen. Unterstützung bekommt man z.B. bei der Handwerkskammer Konstanz für die Schweiz oder bei der Handwerkskammer Freiburg für Frankreich. Fakt ist, dass der Aufwand sehr groß ist und die Schweiz sowie Frankreich die Daumenschrauben immer enger angezogen haben. In der Konsequenz liefern wir derzeit auch nicht nach Frankreich – könnten damit aber jederzeit wieder anfangen. Bei der Lieferung in die Schweiz muss man sich darauf einstellen, dass es nicht schwieriger sein dürfte, derzeit Atomwaffen nach Nordkorea zu liefern.

www.fensterbau-sieber.de

Wir sitzen in Karlsruhe und übernehmen Arbeiten im Umkreis von 50 bis 80 Kilometer. Der französische Markt liegt also direkt vor unserer Haustür – und wäre auch prädestiniert für geschäftliche Aktivitäten. Aufgrund der vielen Auflagen, die Frankreich an ausländische Betriebe stellt, haben wir uns allerdings entschieden, von dort keine Aufträge anzunehmen. Der Aufwand wäre einfach zu groß. Alle Bestimmungen aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Neben steuer- und arbeitsrechtlichen Fragen geht es z.B. um die Meldung der entsandten Mitarbeiter oder den Abschluss einer Pflichtversicherung für Gewährleistungsansprüche. Kurzum: Es werden einem viele Steine in den Weg gelegt. Dabei sollten innerhalb des europäischen Binnenmarkts doch gerade solche Grenzformalitäten wegfallen – so dachte ich bisher zumindest. Dass wir aus den besagten Gründen nicht in Frankreich tätig sein können bzw. wollen, ist schade. Denn der Markt ist lukrativ. Die Franzosen sind bereit, für unsere Produkte entsprechendes Geld zu bezahlen. Und wir haben uns regional einen Namen gemacht, so dass uns auch Anfragen aus dem Elsass erreichen. Sprachlich hätten wir ebenfalls kein Problem. Sowohl ich als auch meine Frau sprechen Französisch, zudem haben wir französische Mitarbeiter beschäftigt. Wenn es die genannten Auflagen nicht gäbe, würde ich sofort Aufträge aus dem grenznahen Gebiet annehmen. Einen weiteren Vorteil hätte das auch: Ich bin mit dem Auto schneller in Frankreich, als ich beispielsweise in Pforzheim oder Stuttgart bin.

www.sand-glas.de

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