Aktuelle Marktstudien zeigen: Die Fenstermärkte in Österreich und der Schweiz kommen nicht vom Fleck. Während in einem Land der Neubau den Markt stabilisierte, entwickelte er sich in dem anderen zum zweiten Mal in Folge auffällig schwach.
Die Fenstermärkte in den beiden Alpenländern traten im Jahr 2025 annähernd auf der Stelle. Das zeigen aktuelle Marktstudien des Marktforschungsinstituts Branchenradar Marktanalyse. In Österreich stagnierten die Inlandserlöse der Fenstererzeuger leicht über Vorjahresniveau. In der Schweiz gingen die Herstellererlöse wieder etwas zurück, nachdem das Jahr 2024 noch mit einem Umsatzplus von 1,8 Prozent abgeschlossen worden war.
Österreich: Einfamilienhausbau kompensiert schwaches Sanierungsgeschäft
Positiv: Nachdem es 2024 noch einen Umsatzrückgang von 4,9 Prozent zu verzeichnen gab, fiel die Nachfrage nach Fenstern in Österreich im vergangenen Jahr besser aus als vielerorts erwartet. Obwohl die Wachstumsimpulse des Sanierungsbonus der Bundesregierung weitgehend fehlten – dieser wurde erst gegen Ende des Jahres in abgespeckter Form neu aufgelegt –, verlor der Markt laut aktuellem Branchenradar Fenster & Hebeschiebetüren in Österreich nicht weiter an Volumen. Im Gegenteil: Die Inlandserlöse der Fenstererzeuger legten demnach moderat um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu und erreichten insgesamt 911 Millionen Euro (2024: 903 Millionen Euro).
„Für Wachstumsimpulse sorgte vor allem der Neubau von Einfamilienhäusern. Der Zuwachs im Neubau war nicht nur deutlich größer als der Verlust in der Sanierung, sondern kompensierte auch die Umsatzrückgänge im Objektgeschäft", sagt Andreas Kreutzer, Studienautor und Geschäftsführer von Branchenradar Marktanalyse.
Erlöszuwächse verzeichneten dem Marktforschungsinstitut zufolge alle Fenster-Rahmenmaterialien – mit Ausnahme von Aluminiumfenstern. Besonders stark legten Hebeschiebe-Türen mit einem Plus von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Regional fiel das Bild allerdings uneinheitlich aus: Nur im Burgenland, in Salzburg, Tirol und Vorarlberg wuchs der Markt. In allen anderen Bundesländern schrumpfte er ein weiteres Mal.
Schweiz: Schwacher Neubau drückt Erlöse – Sanierung wächst

In der Schweiz hielt das Auf und Ab am Fenstermarkt auch im Jahr 2025 an. Laut aktuellem Branchenradar Fenster in der Schweiz sanken die Herstellererlöse um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (943 Millionen CHF) auf 934 Millionen Schweizer Franken (CHF). Verantwortlich für den Rückgang sei das zweite Jahr in Folge ein auffällig schwaches Neubaugeschäft, analysiert Andreas Kreutzer. Im Jahresvergleich hätten die Hersteller dort 6,4 Prozent weniger umgesetzt.
Gegenläufig entwickelte sich die Sanierung: Sie wuchs nach Angaben des Marktforschungsinstituts robust um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Umsatzeinbußen gab es bei allen Rahmenmaterialien – mit Ausnahme von Kunststofffenstern, die als einziges Segment zulegen konnten.
Die Gegenüberstellung der beiden Märkte verdeutlicht: Während in Österreich der Neubau den Markt stabilisierte und die Sanierung schwächelte, stützte in der Schweiz umgekehrt das Sanierungsgeschäft die Erlöse, während der Neubau einbrach.
