Diese Ausgabe erscheint am 3. Juli. Wenn keine riesengroße Überraschung passiert (die Entscheidung Ende oder frühestens Mitte Juni fällt nach Redaktionsschluss), ist dann die Kündigung des Fachverbands GFF Baden-Württemberg an der zuletzt in die Schlagzeilen geratenen Geschäftsstelle des BIV in Hadamar eingegangen. Wieder einmal, nach den Wahlen im Januar, haben sich die Hoffnungen auf einen Neuanfang in Luft aufgelöst: Auf der einen Seite ein Hauptgeschäftsführer, der nach mehr als zwei Jahrzehnten im Amt nach Bekanntwerden der GFF-Recherchen einräumen muss, dass Dienstleistungen in Höhe eines sechsstelligen Tausenderbetrags von Kieckhöfel-Firmen – der Vater ist tot, deshalb soll es jetzt die Ehefrau gewesen sein – ohne schriftliche Vertragsgrundlage erbracht wurden; auf der anderen Seite ein Ehrenamtsgremium, das sich bereitwillig an jeden Strohhalm klammert (und sei es eine auf die Ehefrau des Hauptgeschäftsführers ausgestellte Urkunde der IHK, wo die Kieckhöfel-Firma nach unseren Recherchen bezeichnenderweise schon namentlich falsch geführt wird), um nur ja keine Konsequenzen zu ziehen und vor allem sich selbst die mit einem Neuanfang notwendigerweise verbundenen Erfordernisse zu ersparen. Es bleibt nur die Versicherung von Bundesinnungsmeister Michael Wolter, ohne Corona sich gemeinsam mit Vorstandsmitglied Detlev Kasten („Der hat Betriebswirtschaft studiert“) einen Tag lang mit den Vorgängen in Hadamar beschäftigt zu haben – und das könne ja noch kommen. Nichts für ungut: Aber es fehlt, nicht nur bei uns, der Glaube an die Erfolgsaussichten eines solchen Unterfangens, wenn man so klar zeigt, mit wie wenig man sich abspeisen lässt: Warum taucht nun die Frau auf, schließlich wurde zunächst der – wie wir zeigen konnten, tote – Vater vorgeschoben? Wie kann es sein, dass jemand, den niemand in der Branche kennt, für die Erstellung eines gewerkespezifischen Mitteilungsorgans wie des MesseReports verantwortlich zeichnet und dafür pro Ausgabe 3.500 bis 5.000 Euro honoriert bekommt? Wie erklärt es sich, dass laut Wirtschaftsauskunft CreditReform (CreFo) einzig HGF Stefan Kieckhöfel in Verbindung mit der Wirtschaftsberatung nachweisbar ist, als Inhaber?
Als Wolter für den MesseReport interviewt wird, das verrät er GFF, „war alles schon fertig“. Der Text, wohlgemerkt mit Fragen und Antworten, wurde ihm zur Kenntnisnahme zugeschickt! Die Messe schweigt weiter, will aber von 4.000 Betrieben anlässlich der glasstec 2016 erfahren haben, dass eine „Verlagerung des Reports auf ,neue Medien’“ keine Alternative darstellt. Ohne auf erfundene ZDH-Briefe und die anhaltende Begeisterung im LIV NRW für Neuwahlen einzugehen: Den KollegInnen in Karlsruhe (und nicht nur dort) dürfte, wenn sie ihre Tätigkeit verantwortungsbewusst ausüben, keine Wahl geblieben sein.
Stimmen Sie bis 3. September unter folgenden Alternativen auf www.gff-magazin.de für das einzige Leser-Wunschthema der Branche in GFF 10/20 ab.
1. Mit den Augen des Bösen: GFF erfragt bei Polizei und Ex-Knackis Schwachstellen und versucht so, das Vorgehen von Profi-Einbrechern nachzustellen.
2. Big brother is hacking You: Schützen Sie Ihre IT vor gemeinen Erpressungsversuchen und Datenklau: GFF spricht mit den Experten der Fachfirmen.
3. Was macht eigentlich ... Vierfachglas? Was aus den Aufbauten wurde, die auf dem Höhepunkt der MIG-Euphorie als sichere Zukunftsoption galten.
Ihr
Reinhold Kober
